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Welche Aktien ETFs sind am sichersten?


Man muss nur mindestens 15 Jahre in ETFs auf einen der großen Aktienindizes investiert bleiben, um die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts auf null Prozent zu reduzieren. Das schreibe ich hier immer wieder und das kann man auch historisch belegen aber das bedeutete nicht gleich, dass alle Aktien ETFs gleich sicher sind. Ich habe deswegen analysiert, welche ETFs mehr Sicherheit bieten als andere und warum man nicht immer nur auf das Risiko bei einem ETF achten sollte. 

Basierend auf Daten der letzten 5 Jahre sind ETFs auf den FTSE All World Index die sichersten Aktien ETFs unter allen großen Aktienindizes. Berücksichtigt man allerdings auch die Rendite der ETFs, dann bieten ETFs auf den NASDAQ 100 Index das beste Risiko-Rendite-Verhältnis.

Die sichersten Aktien ETFs beziehen sich also auf den FTSE All World Index allerdings bieten sie nicht das beste Verhältnis von Risiko zu Rendite. Auf was ihr bei der ETF Auswahl deswegen achten solltet, erkläre ich euch in den nächsten Abschnitten. 

Was bedeutet Risiko bei Aktien und ETFs?

Eine Aktie oder ein ETF können natürlich viele unterschiedliche Risiken haben, aber wenn man an der Börse vom Risiko einer Aktie oder eines ETFs spricht, dann meint man in der Regel deren Volatilität. 

Im Detail habe ich das Thema in diesem Artikel erklärt aber für diejenigen unter euch, die nur eine Kurzfassung dazu haben wollen, hier das Wichtigste.

Die Volatilität gibt an, wie stark der Preis eines Wertpapiers im Durchschnitt schwankt. Eine hohe Volatilität sagt aus, dass der Aktienkurs häufig sehr stark steigt oder fällt (z.B. 5% am Tag) während eine niedrige Volatilität angibt, dass der Aktienkurs nur sehr wenig hin und her schwankt (z.B. 0,5% am Tag).

Die Volatilität ist in etwa so wie die durchschnittliche Abweichung vom Durchschnittskurs. D.h. ein ETF, der immer wieder um einen Preis von 50 EUR schwankt, hat dann eine hohe Volatilität, wenn die Schwankungen sich zwischen 40 EUR und 60 EUR bewegen und hat eine niedrige Volatilität, wenn die Schwankungen sich nur zwischen 48 EUR und 52 EUR bewegen.

Aus mathematischer Sicht ist die Volatilität eines ETFs, also dessen Risiko, nichts anderes als dessen Standardabweichung über eine bestimmte Periode und möchte man wissen welcher Aktien ETF der sicherste ist, dann muss man nur schauen, welcher ETF die geringste Standardabweichung hat (wenn ihr mit dem Begriff “Standardabweichung” nichts anfangen könnt, empfehle ich euch wirklich diesen Artikel von mir).

Welche Aktien ETFs sind die sichersten?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir die Aktienkursbewegungen der größten Aktienindizes angeschaut und deren Standardabweichung für einen Zeitraum von fünf Jahren berechnet.

Warum habe ich mir die Schwankungen von Indizes aufgeschaut und nicht die von spezifischen ETFs? Ganz einfach, weil das Hauptrisiko eines ETFs aus dem Risiko, also der Schwankung, des zugrunde liegenden Index kommt. 

Selbst wenn der ETF-Emittent oder die eigene Depotbank pleite gehen sollte, wäre das eigene Vermögen im ETF weiterhin geschützt, sodass hier nicht das Hauptrisiko liegt. Entsprechend habe ich mir auch nur Indizes und nicht einzelne ETFs angeschaut. Wenn das Risiko eines bestimmten Index gering ist, dann ist es das auch für den ETF, der den Index abbildet.

Meine Ergebnisse könnt ihr in folgender Tabelle sehen:

IndexStandardabweichung
CAC 301,270%
DAX 401,315%
Euro Stoxx1,071%
FTSE 1001,113%
FTSE All World1,032%
MSCI ACWI1,044%
MSCI World1,094%
NASDAQ1,579%
S&P1,308%
Die Tabelle zeigt die tägliche Standardabweichung diverser Aktien-Indizes über einen Zeitraum von fünf Jahren an. Je niedriger der Wert ist, desto sicherer ist der Index bzw. abbildende ETF.

ETFs auf den FTSE All World Index sind die sichersten ETFs unter ETFs, die große Aktienindizes abbilden. Fast genauso sicher sind ETFs auf den MSCI ACWI Index, also dem MSCI World Index inklusive Emerging Markets.

Gemessen an der Standardabweichung sind ETFs auf den NASDAQ Composite Index am riskantesten. Aber bedeutet das wirklich, dass man aus Risikosicht nur in ETFs auf den FTSE All World Index investieren sollte und niemals in ETFs auf den NASDAQ Index?

Das wäre falsch, denn was die obere Analyse nicht berücksichtigt, ist die Rendite, die die jeweiligen Indizes erzielen.

Stell euch einfach vor ein ETF erzielt eine durchschnittliche Rendite von 5% pro Jahr bei einer Standardabweichung von 2% (also der ETF schwankt im Durchschnitt um 2% um die 5% Rendite herum).

Zusätzlich habt ihr noch einen ETF, der zwar eine Standardabweichung von 4% hat aber dafür eine durchschnittliche Rendite von 10% erzielt. Welcher ETF ist nun der sicherste? 

Betrachtet man nur das Risiko, also die Standardabweichung, dann ist der erste ETF der sicherste von beiden aber berücksichtigt man zusätzlich noch die Rendite, dann ist das Risiko vom zweiten ETF zwar doppelt so hoch aber dessen Rendite ebenfalls.

Um das Verhältnis von Risiko und Rendite besser zu verstehen, wurde deshalb das sogenannte Sharpe-Ratio entwickelt, dass sich berechnet als Sharpe-Ratio = Rendite geteilt durch Risiko.

Das Sharpe-Ratio gibt somit also an, wie viel Prozent Rendite erzielt wird für eine Einheit an Risiko.

Im oben genannten Beispiel wäre das Sharp-Ratio bei beiden ETFs 2,5%. Das heißt für jede Einheit an Risiko erhält der Anleger 2,5% an Rendite. Betrachtet man beide ETFs anhand dieser Kennziffer, dann sind beide ETFs gleich sicher bzw. gleich risikoreich.

Ich habe die obere Tabelle deswegen noch einmal erweitert um die durchschnittliche Rendite und das Sharpe-Ratio. 

IndexØ TagesrenditeStandardabweichungSharpe-Ratio
CAC 300,023%1,270%1,809%
DAX0,016%1,315%1,215%
Euro Stoxx0,018%1,071%1,680%
FTSE 1000,005%1,113%0,459%
FTSE All World0,023%1,032%2,276%
MSCI ACWI0,024%1,044%2,276%
MSCI World0,028%1,094%2,559%
NASDAQ0,070%1,579%4,459%
S&P0,046%1,308%3,485%
Die Tabelle zeigt die tägliche durchschnittliche Rendite, Standardabweichung und das Sharpe-Ratio diverser Aktien-Indizes über einen Zeitraum von fünf Jahren an.

An der Standardabweichung, also dem Risiko der Indizes hat sich natürlich nichts geändert. Der FTSE All World Index ist weiterhin der sicherste und der NASDAQ Index ist weiterhin der risikoreichste Aktienindex aber achtet man auch das Sharpe-Ratio, dann sieht es ganz anders aus.

Während Investoren für jede Einheit Risiko beim FTSE All World Index nämlich nur eine Rendite von 2,276% erhalten, bekommen sie beim NASDAQ Index stattdessen 4,459%. Berücksichtigt man also auch die Rendite der ETFs, dann bieten ETFs auf den NASDAQ 100 Index das beste Risiko-Rendite-Verhältnis. 

Solltet ihr eure ETFs also nur anhand deren Risiko aussuchen, dann solltet ihr in Zukunft noch einmal überlegen, ob das wirklich ein so cleverer Ansatz ist.

Ein Tagesgeldkonto hat auch ein viel niedrigeres Risiko als ein Aktien-ETF aber auch eine viel geringere Rendite. Wollt ihr also wirklich Äpfel mit Äpfeln vergleichen, dann führt kein Weg am Sharpe-Ratio vorbei. Glücklicherweise geben die meisten ETF-Anbieter diese Kennzahl auch mit an aber nur die wenigsten achten auf sie.

Warum sind Welt-Indizes so sicher?

Ebenfalls interessant an meiner Analyse ist, dass Welt-Indizes – also der FTSE All World, der MSCI World und der MSCI ACWI Index – das geringste Risiko haben. Das ist nicht wirklich überraschen aber vielleicht auch nicht allen sofort klar.

Grund für das geringe Risiko ist einfach die breite Streuung dieser Indizes. Während andere Indizes lediglich 40 (DAX), 30 (CAC), 100 (FTSE) oder 500 (S&P 500) Aktien berücksichtigen, beinhalten die Welt-Indizes mehrere tausend Aktien.

Die damit einhergehende Diversifikation des ETFs verringern einfach das Risiko, dass einzelne “Ausreißer” einen zu großen Einfluss auf die Rendite des Gesamt-ETFs haben.

In meinem Artikel “Wie viele Aktien sollte ein ETF haben?” habe ich zwar analysiert, dass bereits 18 Aktien ausreichen, um eine breite Streuung in einem ETF zu haben aber jede weitere Aktie verringert weiterhin die Schwankungsbreite des Index ein klein wenig.

Die Grafik zeigt, dass umso mehr Aktien in einem Portfolio sind, desto geringer ist das Risiko gegenüber einzelnen Unternehmen. 

Entsprechend ist es auch nicht überraschen, dass die breit gestreuten Welt-Indizes das geringste Risiko haben und damit eine gute Grundlage sind für extrem sichere ETFs.

Was ist der beste Tag für die ETF Sparplanausführung?


Wer einen monatlichen ETF- oder Aktiensparplan aufgesetzt hat, hat den wichtigsten Schritt für seinen langfristigen Vermögensaufbau unternommen. Aber beim Aufsetzen des Sparplans muss man sich immer wieder die eine wichtige Frage stellen: Wann soll der Sparplan ausgeführt werden und macht das überhaupt einen Unterschied? Ich wollte die Frage einmal final beantworten und habe mir dafür die vier wichtigsten Indizes angeschaut und geprüft was der ideale Tag zur Sparplanausführung in den letzten 34 Jahren war.

Der beste Tag zur Ausführung eines Sparplans ist der 08. Tag im Monat, da auf Sicht der letzten 34 Jahre damit die höchste Sparplan-Rendite erzielt werden konnte. Der schlechteste Zeitpunkt ist der 17. Tag im Monat, der bis zu 3,94% weniger Rendite erzielte im Vergleich zum 08. Tag des Monats.

Es gibt also den perfekten Tag zur Sparplanausführung allerdings ist der Unterschied zum schlechtesten Tag verhältnismäßig gering, wenn nicht sogar vernachlässigbar. Wie ich zu den Ergebnissen gekommen bin und was ihr noch alles daraus ableiten könnt, verrate ich euch in den nächsten Abschnitten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Sparplanausführung?

Für meine Analyse habe ich mir den Kursverlauf des MSCI World Index, NASDAQ 100, S&P 500 und DAX seit 1988 angeschaut und geprüft, wie hoch meine Rendite je nach Tag im Monat gewesen wäre, wenn ich 50 EUR oder USD jeden Monat in den Index investiert hätte.

Somit konnte ich dann sehen, bei welchem Tag im Monat ich die beste Rendite und bei welchem Tag ich die schlechteste Rendite erzielt hätte. Die Ergebnisse könnt ihr dabei in der folgenden Tabelle finden. Übrigens, wenn ihr meine ganze Analyse sehen wollt, dann könnt ihr euch alle verwendeten Daten in diesem Sheet herunterladen.

IndexMSCI WorldNASDAQ 100S&P 500DAX
Maximales Endvermögen19.897,46 USD112.890,82 USD34.214,64 USD25.908,42 EUR
Minimales Endvermögen19.468,04 USD108.446,07 USD33.344,01 USD25.219,38 EUR
Renditeunterschied-2,16%-3,94%-2,54%-2,66%
Bester Tag im Monat8888
Schlechtester Tag im Monat1171717
Die Tabelle zeigt wie sehr sich das Endvermögen eines 34 Jahre laufenden Sparplans bei monatlichen Zahlungen von 50 EUR / USD unterscheidet je nachdem an welchem Tag man seinen Sparplan ausgeführt hat.

Um die Daten etwas besser zu verstehen, schauen wir uns den NASDAQ 100 einmal genauer an. Hättet ihr im Januar 1988 damit angefangen jeden Monat 50 USD in einen NASDAQ ETF zu investieren, dann hättet ihr bis 2022 circa 15.000 USD in euren Sparplan investiert. Aufgrund von Kurssteigerungen wäre das Kapital aber auf mehr als 100.000 USD angestiegen.

Hättet ihr eure 50 USD dabei immer am 08. des Monats eingezahlt, wären eure ETF-Anteile heute 112.890,82 USD wert. Hättet ihr allerdings immer am 17. des Monats eingezahlt, wären eure ETF-Anteile heute lediglich 108.446,07 USD wert. Das sind 3,94% weniger im Vergleich zu einer Sparplanausführung am 08. des Monats.

Jeden Monat einen festen Betrag in einen ETF zu investieren ist übrigens eine sehr gute Strategie, da ihr damit den sogenannten Cost Average Effekt voll ausnutzt, der nachweisbar zu besseren Renditen führt. Warum das so ist und wie viel Mehrrendite ihr damit erzielen könnt, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Was sind die perfekten zwei Tage im Monat für den ETF Sparplan?

Viele von euch besparen einen ETF aber nicht nur einmal im Monat sondern zweimal. Die meisten machen das einmal am Anfang oder Ende des Monats und ein weiteres Mal in der Mitte des Monats, aber ist das auch die ideale Strategie? Auch hier habe ich dieselbe Analyse wie oben angestellt und geschaut, welche zwei Tage am besten zueinander passen, um seinen Sparplan zum möglichst perfekten Zeitpunkt ausführen zu lassen.

Natürlich wäre es am besten, wenn ihr einfach mehr Geld am besten Einzeltag im Monat investiert. D.h. anstatt zwei Mal 50 Euro während des Monats zu investiert, solltet ihr lieber 100 EUR immer am 08. des Monats besparen aber viele wollen ihren Sparplan lieber auf mehrere Tage aufteilen und für genau die Leute unter euch ist die folgende Analyse.

IndexMSCI WorldNASDAQ 100S&P 500DAX
Maximales Endvermögen39.761,47 USD225.699,04 USD68.372,59 USD51.678,66 EUR
Minimales Endvermögen39.036,60 USD217.238,25 USD66.698,90 USD50.451,07 EUR
Renditeunterschied-1,82%-3,75%-2,45%-2,38%
Besten Tage im Monat8 & 128 & 228 & 228 & 22
Schlechtesten Tage im Monat1 & 33 & 173 & 1710 & 17
Die Tabelle zeigt wie sehr sich das Endvermögen eines 34 Jahre laufenden Sparplans bei zweimaliger monatlicher Sparrate von 50 EUR / USD unterscheidet je nachdem an welchen Tagen man seinen Sparplan ausgeführt hat.

Auch hier wieder ein Beispiel, um die Daten besser zu verstehen. Hättet ihr euren Sparplan auf den S&P 500 Index so eingestellt, dass ihr jeweils immer am 08. und am 22. des Monats 50 EUR investiert hättet, dann wäre euer Gesamtvermögen nach 34 Jahre Sparplan auf 68.372,59 USD angestiegen. 

Hättet ihr stattdessen euren Sparplan immer am 03. und 17. des Monats ausgeführt, wäre euer Gesamtvermögen nur 66.698,90 USD bzw. 2,45% weniger wert. Die richtige Wahl des perfekten Zeitpunkts für euren ETF Sparplan hat also einen kleinen, aber dennoch wichtigen Einfluss auf eure Gesamtrendite.

Wie wichtig der richtige Tag der Sparplanausführung wirklich ist

Jetzt wissen wir also, dass der 08. des Monats der beste Tag zur Sparplanausführung ist und der 17. des Monats der schlechteste Tag zum Kauf neuer ETF Anteile. Aber macht der Tag der Ausführung eures ETF-Sparplans wirklich so einen großen Unterschied auf eure Gesamtrendite?

Natürlich macht es einen Unterschied, ob ihr 3,94% mehr Rendite habt oder nicht aber rechnet man das einmal auf den Zeitraum von 34 Jahren herunter, dann entspricht das einer schlechteren Rendite von 0,12% pro Jahr. 

Das ist nur ein minimaler Renditeunterschied, sodass man sagen muss, dass der Tag der Sparplanausführung nur einen geringen Einfluss auf eure Gesamtrendite hat und eher vernachlässigt werden kann.

Fokussiert euch also nicht zu sehr auf die Frage wann idealerweise der beste Zeitpunkt für euren Sparplan ist. Wie viel Geld ihr in den Sparplan steckt, hat einen viel größeren Einfluss, sodass ihr euch eher darauf fokussieren solltet, wie ihr aus einem 50 EUR monatlichen Sparplan einen 100 EUR monatlichen Sparplan machen könnt. 

Ich habe den Einfluss der Sparrate auf euer zukünftiges Vermögen ausführlich in diesem Artikel erklärt. Schaut ihn euch unbedingt einmal an, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt. Und wenn ihr wissen wollt, wann man eigentlich idealerweise mit dem Sparen beginnen sollte, dann könnt ihr das hier nachlesen.

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Wie hoch sollte der ideale monatliche Sparplan sein?

Beim Sparen geht es natürlich immer darum mehr Vermögen anzusammeln also kann man natürlich auch sagen, dass der Sparplan so hoch wie möglich sein sollte, aber das ist meiner Meinung nach nicht wirklich empfehlenswert, weil man dann einfach auf zu viel verzichten muss.

Ich empfehle deshalb immer wieder einen Sparbetrag von circa 10 bis 20% des Nettoeinkommens als idealer monatlicher Betrag für einen ETF Sparplan. Das heißt also, dass man bei einem Nettoeinkommen von 2.000 EUR circa 200 bis 400 EUR pro Monat sparen sollte.

Deutschlandweit beträgt die Sparquote im Durchschnitt circa 10% des monatlichen Nettoeinkommens (Quelle: Bundesbank), sodass ihr mit einer Sparquote von 20% bereits absolut überdurchschnittlich seid.

Junge Menschen sparen übrigens durchschnittlich weniger als ältere Menschen. Wenn ihr gern wissen wollt, wie eure Sparquote im Vergleich zu anderen Menschen eurer Altersgruppe ist, hier die Sparquote der Deutschen nach Altersgruppe bzw. könnt ihr noch mehr Details dazu in meinem Artikel „Wieviel sollte man eigentlich sparen?“ durchlesen.

AltersgruppeDurchschnittliche SparquoteDurchschnittlicher Sparbetrag
Bis 24 Jahre9,1%154€
25 bis 34 Jahre19,9%552€
35 bis 44 Jahre21,7%762€
45 bis 54 Jahre21,2%743€
55 bis 64 Jahre18,9%582€
65 bis 74 Jahre8,1%197€
75 Jahre und älter9,1%209€
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Sparquote und den durchschnittlichen Sparbetrag deutscher Haushalte nach Altersgruppe.

Natürlich könnt ihr jederzeit auch mehr sparen, sofern es für euch möglich ist aber Sparen sollte sich nie wie eine Verpflichtung anfühlen, da man sonst schnell die Motivation verliert. Wenn ihr also mehr Geld zur Verfügung habt und es auch langfristig entbehren könnt, solltet ihr es investieren, um es für euch arbeiten zu lassen.

Aber selbst wenn ihr keine 10% eures Nettoeinkommens monatlich in einen ETF Sparplan stecken könnt, solltet ihr dennoch versuchen regelmäßig etwas wegzulegen. Ein Investment in ETFs lohnt sich bereits ab 25€ (wenn der ETF bei deinem Broker zu Null Euro Ordergebühren angeboten wird), sodass man auch mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen kann.

Mehr dazu erkläre ich euch in meinem Artikel „Ab wie viel Geld sollte man in ETFs investieren?“. Lest ihn euch unbedingt durch, wenn ihr mehr dazu erfahren wollt.

Durchschnittliche Rendite von ETFs je nach Laufzeit

Nach all dem Gerede über Sparpläne ist die wichtigste Frage sicherlich, warum man eigentlich monatlich in ETFs investieren sollte und die Antwort ist ganz einfach: die hohe durchschnittliche Rendite, die ETFs erzielen.

Wie viel Rendite ein ETF im Durchschnitt erzielt, habe ich genau in meinem Artikel „Was erzielt ein ETF eigentlich nach 10, 20 oder 30 Jahren?“ erklärt. Wenn ihr alle Details erfahren wollt, solltet ihr euch den Artikel unbedingt durchlesen. Für alle anderen hier die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.

HaltedauerSchlechteste Rendite pro Jahr in den letzten 50 JahrenBeste Rendite pro Jahr in den letzten 50 JahrenDurchschnittliche Rendite pro Jahr in den letzten 50 Jahren
10 Jahre-2,60%18,07%8,36%
20 Jahre2,40%15,12%8,44%
30 Jahre5,86%10,39%8,40%
Die Tabelle zeigt die beste Rendite, die schlechteste Rendite und die durchschnittliche Rendite pro Jahr bei verschiedener Haltedauer während der letzten 50 Jahre.

Basierend auf den Daten der letzten 50 Jahre erzielt ein breit gestreuter ETF im Durchschnitt circa 8% Rendite pro Jahr. Diese jährliche Rendite schwankt aber umso mehr je kürzer man den ETF hält. 

Ab einer Haltedauer von 15 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Verlust mit einem ETF erzielt jedoch bei fast null Prozent, zumindest basierend auf den Daten der letzten 50 Jahre. Sehr gut erkennen kann man das mithilfe des Renditedreiecks. Wenn ihr gern die Renditedreiecke der wichtigsten Indizes sehen wollt, dann könnt ihr sie hier alle finden.

Langfristig jedes Jahr 8,4% Rendite mit seinem Geld zu erzielen, hat übrigens unglaubliche Auswirkungen auf euer Portfolio. 

Generell lässt sich nämlich sagen, dass bei einer durchschnittlichen Rendite von 8,4% pro Jahr das investierte Kapital grob aller 10 Jahre verdoppelt. Genau genommen benötigt man sogar nur rund 6,9% bis 7,2% durchschnittliche Jahresrendite, um sein Geld alle 10 Jahre zu verdoppelt (je nachdem mit was für einer Zinsberechnungsmethode man rechnet für die etwas mathematisch Interessierten unter euch). 

Startet ihr also mit 10.000 EUR, dann wächst dieser Betrag innerhalb von 30 Jahren bei einer durchschnittlichen Rendite von 8,4% auf 112.429 EUR an (die Inflation habe ich jetzt nicht berücksichtigt). Das ist schon ziemlich viel für ein mehr oder weniger passives Investment.

Für mich stellt sich deswegen gar nicht die Frage, ob man sein Geld in Aktien investieren sollte sondern die eigentlich wichtige Frage ist, wie viel du regelmäßig investieren kannst. Und wie viel ist das bei dir?

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Welche ETFs sollte man zusätzlich zum MSCI World im Portfolio haben?


Der MSCI World Index ist einer der beliebtesten Indizes bei Privatanlegern und die meisten haben auch einen ETF-Sparplan auf den Index laufen, allerdings deckt der MSCI World gar nicht so sehr die gesamte Welt ab, wie es der Name vermuten lässt. Wenn ihr also gern wissen wollt, welche anderen ETFs am besten zum MSCI World Index passen, dann seid ihr hier genau richtig.

Der MSCI World Index beinhaltet lediglich Aktien der 23 größten Industriestaaten und deckt somit nur 50% des gesamten weltweiten Aktienmarktes ab. Für eine weltweite Streuung des Aktienportfolios ist es deswegen sinnvoll neben dem MSCI World Index auch in einen Emerging Markets ETF zu investieren.

Um sein Portfolio also wirklich breit zu streuen, muss man sich also nur auf ETFs konzentrieren, die Länder bzw. Regionen abdecken, die im klassischen MSCI World Index nicht enthalten sind. Welche das sind, erfahrt ihr in den nächsten Abschnitten.

Was spricht gegen den MSCI World?

Bevor wir allerdings loslegen, noch ein paar Worte zum MSCI World Index. Der Aktienindex beinhaltet über 1.600 verschiedene Aktien der 23 größten Industrienationen und man sollte meinen, dass das schon eine breite Streuung ist. Allerdings werden aber, wie schon in der Einleitung erwähnt, nur Industriestaaten berücksichtig und keine Schwellenländer (engl. Emerging Markets).

Die größten 23 Industriestaaten machen aber nur circa 50% der gesamten weltweiten Aktienmarktkapitalisierung aus, sodass ein Portfolio, dass ausschließlich aus dem MSCI World Index besteht, die anderen 50% absolut unberücksichtigt lässt.

Weil man aber nie sicher sein kann, welche Aktien bzw. welche Länder in Zukunft die bessere Rendite erzielen, sollte man sich auch nie auf nur eine Region konzentrieren, ganz egal wie breit man auch gestreut ist.

Welche ETFs am besten zum MSCI World passen

Wer also schon in den MSCI World investiert ist, der sollte sich überlegen die Streuung seines Portfolios zu vergrößern und noch weitere Länder- bzw. Regionen-ETFs in sein Portfolio mit aufzunehmen. Zu den größten Regionen, die der MSCI World nicht abdeckt, gehören die Schwellenländer und die Grenzmärkte (Frontier Märkte).

Schwellenländer sind dabei die Länder, die zwar offiziell noch als Entwicklungsland gelten, aber nahe an der Schwelle zum Industriestaat sind. Dazu gehören unter anderen:

  • Brasilien
  • Mexiko
  • China
  • Indien
  • Korea

Grenzmarktländer sind wiederrum Länder, die sich an der Grenze zum Schwellenland bzw. sich in einer sehr frühen Phase eines Schwellenlandes befinden. Dazu gehören unter anderen:

  • Kroatien
  • Rumänien
  • Kenia
  • Nigeria
  • Oman
  • Vietnam
Die Grafik zeigt eine Übersicht aller Industriestaaten und Schwellenländer in den jeweils dazugehörigen MSCI Indizes. (Darstellung nicht maßstabsgetreu)

Wie wichtig Schwellenländer und Grenzmarktländer für die Weltwirtschaft sind, zeigt die Tatsache, dass 59% der weltweiten Wirtschaftsleistung in diesen Ländern erzeugt wird. D.h. wer nicht in diese Märkte investiert, der lässt 59% der weltweiten Wirtschaftsleistung unberücksichtigt. 

Habt ihr bereits eine Position in den MSCI World Index, ist es extrem einfach auch in die anderen Märkte zu investieren. MSCI bietet nämlich direkt den MSCI Emerging Markets Index und den MSCI Frontier Markets Index an. 

Googelt einfach danach und ihr findet zahlreiche ETF Anbieter, die den Index nachbilden. Ich habe hier bewusst keine explizite ISIN für einzelne ETFs erwähnt, da ich euch kein bestimmtes Produkt anwerben oder verkaufen möchte. Diese Website soll euch lediglich Finanzwissen beibringen und keine ETFs verkaufen.

Wie ihr in der unteren Grafik sehen könnt, hat in den letzten 10 Jahren zwar sowohl der MSCI Emerging Markets Index als auch der MSCI Frontier Markets Index deutlich schlechter abgeschnitten als der MSCI World Index allerdings sollte euch das meiner Meinung nach nicht davor abschrecken, in die Indizes zu investieren.

Die Grafik zeigt die Rendite des MSCI World (blau), MSCI Emerging Markets (türkis) und MSCI Frontier Markets Index (orange) von 2012 bis 2022.

Grund dafür ist einfach, dass sich nahezu alle Experten einig sind, dass die Zeit der Schwellen- und Grenzländer bald bevorsteht und man deren Wachstum nicht verpassen sollte. Insbesondere die großen Wirtschaftsnationen China und Indien sollten in jedem gut gestreuten Portfolio zu finden sind.

Was ist die perfekte Portfolioaufteilung?

Die eigentliche Frage ist also nicht ob oder wann man in diese Märkte investieren sollte sondern wie. Trotz aller guten Zukunftsausblicke für die Emerging Markets bergen diese Länder dennoch ein Restrisiko, dass ihr nicht unterschätzen solltet und entsprechend solltet ihr dieses Risiko in eurem Portfolio berücksichtigen.

Die am häufigsten verwendete Portfolioaufteilung ist dabei das sogenannte 70:30 Portfolio. D.h. ihr investiert 70% eures Portfolios in den MSCI World Index (oder andere ähnliche Weltindizes) und 30% in den MSCI Emerging Markets bzw. Frontier Markets Index.

Somit seid ihr weiterhin zum großen Teil nur in die 23 größten Industriestaaten der Welt investiert (70% Anteil in den MSCI World Index) aber partizipiert dennoch an einem möglichen Wirtschaftswachstum der Schwellenländer (30% Anteil in den MSCI Emerging Markets Index).

Gleichzeitig ist euer Anteil an den Emerging Markets aber auch gering genug, als das eine schlechte Performance des Indizes eure Gesamtrendite zu sehr beeinflussen könnte. Ihr habt somit eine perfekte Balance zwischen Risiko und Rendite in eurem Portfolio.

Warum aber eigentlich nicht alles in den MSCI Emerging Markets Index investieren, wenn diese Länder demnächst so boomen sollen? Der Grund dafür ist einfach, dass ihr euch nie sicher sein könnt, wie eine einzelne Aktie, ein einzelnes Land oder eine ganze Region in Zukunft performen wird. Ihr solltet deshalb immer vom Schlimmsten ausgehen und euer Portfolio gegenüber möglichen Risiken absichern.

Natürlich ist es im Nachhinein immer einfach zu sagen, die Schwellenländer haben von 2022 bis 2032 die Industriestaaten drastisch outperformt aber was ist, wenn das nicht passiert? Ihr solltet euer Portfolio deswegen breit streuen, um somit eine gute Rendite zu erzielen ganz egal welches Land oder welche Region sich in Zukunft durchsetzen wird.

Übrigens auch der MSCI World Index ist kein perfekter Index und der Fokus auf die lediglich 23 größten Industrienationen ist nicht das einzige Problem, das der Index hat. Wenn ihr gern wissen möchtet, welche Gründe sonst noch gegen den Weltindex sprechen, solltet euch unbedingt diesen Artikel von mir durchlesen.

Kann man mit IPOs Geld verdienen?


IPOs sind unter Privatinvestoren extrem beliebt, weil man damit schon früh in das nächste Amazon oder Facebook investieren kann. Aber wie viel Rendite lässt sich eigentlich mit IPOs erzielen und haben Privatinvestoren die selben Chancen wie Institutionelle Investoren? Ich habe dafür über 3.600 Aktien IPOs analysiert, um es für euch herauszufinden.

Institutionelle Investoren konnten im Durchschnitt in den letzten 20 Jahren eine Rendite von 13,6% mit IPO Aktien am Tag ihrer IPO verdienen, während Privatinvestoren lediglich eine Rendite von 1,3% mit diesen Aktien im selben Zeitraum erzielen konnten.

Für meine Analyse habe ich fast alle IPOs untersucht, die seit dem Jahr 2000 in den USA stattfanden. Leider lagen mir keine Daten für IPOs außerhalb der USA vor allerdings finden die größten IPOs weiterhin weitestgehend nur in den USA statt, sodass meine Ergebnisse repräsentativ für die wichtigsten IPOs sein sollten. 

Da der Zeitraum bis ins Jahr 2000 zurückgeht, werden auch die wichtigsten Entwicklungen am Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren mit berücksichtigt. Dazu zählt der Dot-Com Crash, die Finanzkrise oder aber auch die Rally nach der Finanzkrise.

Wenn ihr gern all meine verwendeten Daten sehen wollt bzw. Sie für eure eigene Analyse nutzen wollt, dann könnt ihr sie euch hier in diesem Google Sheet herunterladen.

Was man über IPOs wissen sollte

Bevor wir mit der Analyse beginnen, sollten noch einige Besonderheiten von IPOs hervorgehoben werden, damit ihr die Ergebnisse besser versteht. Solltet ihr schon alles über IPOs wissen, könnt ihr diesen Bereich aber auch gern überspringen. 

Wenn ein Unternehmen an die Börse gehen will, dann beauftragt es eine Investment Bank ihre Aktien an Investoren zu verkaufen. Die Investment Bank kümmert sich dann darum Interesse für die Aktien zu schaffen, den richtigen Verkaufspreis und Zeitpunkt zu finden und vor allem ausreichend Nachfrage für die Aktien zu schaffen.

Kann eigentlich jedes Unternehmen an die Börse? Ich verrate es dir in diesem Artikel.

Die besten Chancen auf neue Aktien zum IPO Preis haben dabei institutionelle Investoren wie Fonds, Versicherer oder andere Kapitalunternehmen. Retail Broker, über die Privatinvestoren ebenfalls manchmal Zugang zu neuen IPO Aktien erhalten, bekommen in der Regel höchsten 10% aller zu verkaufenden Aktien.

Der Broker bietet die Aktien wiederum in der Regel auch nur seinen besten Kunden an, weswegen man für den Erwerb von IPO Aktien eine Mindestdepotgröße haben muss oder ausreichend oft Aktien über den Broker handeln muss.

Übrigens falls ihr gern wissen wollt, wie lange IPOs eigentlich dauern und warum das so viel Zeit benötigt, dann solltet ihr euch diesen Artikel von mir durchlesen.

Meine Analyse

Da Privatanleger also nur in den seltensten Fällen Aktien zu ihrem IPO Preis bekommen, habe ich für meine Analyse zwei Szenarien angenommen.

Szenario 1 ist, dass man die Aktien zum IPO Preis erhalten hat und Szenario 2 ist, dass man die Aktien zum Eröffnungspreis an der Börse gekauft hat.

D.h., dass z.B. eine Aktie über die IPO zu einem Preis von 50 USD angeboten wurde (Szenario 1) aber direkt bei Eröffnung der Börse schon zu einem Preis von 55 USD gehandelt wird (Szenario 2). 

Der unterschiedliche Kaufpreis hat natürlich einen Einfluss auf die Gesamtrendite, die man mit IPOs erzielen kann weswegen beides getrennt voneinander betrachtet werden solle. Szenario 1 entspricht dabei eher der Rendite, die institutionelle Investoren erzielen können und Szenario 2 ist eher die Rendite, mit der Privatanleger rechnen können.

Basierend auf diesen beiden Szenarien habe ich die Rendite errechnet, die man erhalten würde wenn:

  • Man die Aktien zum IPO Preis gekauft hätte und direkt zum Eröffnungspreis an der Börse verkauft hätte (Rendite A)
  • Man die Aktien zum IPO Preis gekauft hätte und sie am Ende des ersten Handelstags verkauft hätte (Rendite B)
  • Man die Aktien zum Eröffnungspreis an der Börse gekauft hätte und sie am Ende des ersten Handelstags verkauft hätte (Rendite C)

Stellt euch zum Beispiel vor die Aktien eines Unternehmens werden im Rahmen des IPOs zu einem Preis von 10 EUR angeboten, eröffnen an der Börse zu einem Preis von 12 EUR und werden am Ende des ersten Handelstages zu 15 EUR gehandelt.

In diesem Fall wäre die Rendite A 20%, die Rendite B 50% und die Rendite C 25%.

Kann man mit IPOs kurzfristig Geld verdienen?

Für alle drei Szenarien habe ich die Rendite der über 3.600 IPOs von 2000 bis 2020 berechnet und deren Durchschnittswert ermittelt. Die Ergebnisse könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen.

Zeitraum⌀ RenditeProzentsatz der IPOs, die in diesem Zeitraum gestiegen sind
IPO Preis bis Eröffnungspreis am ersten Handelstag (Rendite A)12,0%68,8%
IPO Preis bis Schlusskurs am ersten Handelstag (Rendite B)13,6%68,2%
Eröffnungspreis bis Schlusskurs am ersten Handelstag (Rendite C)1,3%48,2%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Rendite, die man erzielt hätte je nachdem zu welchem Preis man eine IPO Aktie gekauft bzw. verkauft hätte.

Die Tabelle macht dabei klar, dass Investoren im Durchschnitt Gewinne mit IPOs erzielen, allerdings fallen die Gewinne je nach Investor unterschiedlich aus. 

Institutionelle Investoren, die IPO Aktien zum IPO Preis kaufen können, erzielten im Durchschnitt 12,0% bis 13,6% Rendite am ersten Handelstag der IPO in den letzten 20 Jahren. Privatinvestoren, die IPO Aktien allerdings in der Regel erst zum ersten Börsenhandelskurs kaufen können, erzielen mit IPO Aktien im selben Zeitraum nur 1,3%.

Mit IPOs lässt sich im Durchschnitt also sehr gut Rendite erzielen allerdings haben Privatanleger nur sehr wenig Chancen an diesen Gewinnen mit partizipieren zu können.

Diesen Zusammenhang erkennt man auch gut daran, dass mehr als 68% aller Aktien am ersten Handelstag einen Aktienkurs haben, der über dem IPO Preis liegt. Im Gegensatz dazu liegt der Schlusskurs einer IPO Aktie am ersten Handelstag aber nur bei weniger als 50% aller IPO Aktien über dem Eröffnungskurs.

Die besten und schlechtesten IPOs 

Ebenfalls interessant an meiner Analyse fand ich, welche IPOs eigentlich die erfolgreichsten und welche die schlechtesten waren und vor allem wann diese stattfanden. In der folgenden Tabelle könnt ihr die besten IPOs sehen gemessen an der Rendite, die sie erzielten (Rendite A, also IPO Preis bis Eröffnungspreis am ersten Handelstag).

UnternehmenJahr des ListingsErzielte Rendite am ersten Handelstag
Baidu.com2005354%
Marvell Technology Group2000278%
CureVac N.V.2020249%
StorageNetworks2000234%
Monopar Therapeutics2019231%
ONI Systems2000230%
Accelerated Networks2000219%
Avici Systems2000212%
Active Power2000210%
Dicerna Pharmaceuticals2014207%
Die Tabelle zeigt das Jahr des Listing und die erzielte Rendite am ersten Handelstag im Verhältnis zum IPO Preis der Aktie für die erfolgreichsten IPOs von 2000 bis 2020.

Mit einer einem Kursanstieg von 354% am ersten Handelstag war der IPO von Baidu.com das erfolgreichste Aktienlisting im Zeitraum von 2000 bis 2020. Interessant ist auch, dass 6 von 10 der oben aufgeführten Aktien ihr Listing im Jahr 2000 hatten und damit kurz vor dem Dot-Com Crash.

Bei dieser Tabelle könnte man auch meinen, dass IPOs von Technologie Aktien deutlich besser laufen sollten, weil 7 der 10 Top 10 IPOs in den letzten 20 Jahren aus dem Tech-Sektor kommen aber ich habe auch diese Frage einmal genau analysiert, und kann euch sagen, dass ein passives Investment in den NASDAQ sinnvoller wäre.

Allerdings hatten nicht alle Aktien einen erfolgreichen IPO Start. Die folgende Tabelle zeigt die schlechtesten IPOs gemessen an der Rendite, die sie erzielten (Rendite A, also IPO Preis bis Eröffnungspreis am ersten Handelstag)

UnternehmenJahr des ListingsErzielte Rendite am ersten Handelstag
Funko2017-41%
Ruhnn Holding2019-37%
Wanda Sports Group2019-36%
USA Compression Partners2013-35%
MOL Global2014-35%
Sundial Growers (SNDL)2019-35%
DOV Pharmaceutical (DOVP)2002-33%
Axcella Health (AXLA)2019-31%
Capnia (CAPN)2014-31%
Vir Biotechnology (VIR)2019-30%
Die Tabelle zeigt das Jahr des Listing und die erzielte Rendite am ersten Handelstag im Verhältnis zum IPO Preis der Aktie für die schlechtesten IPOs von 2000 bis 2020.

Mit -41% hat Funko den schlechtesten Börsenstart in den letzten 20 Jahren gehabt und überraschenderweise fanden 5 der 10 schlechtesten IPOs im Jahr 2019 statt, was mit einer Gesamtrendite von 15% (gemessen am S&P 500 Index) eigentlich ein gutes Börsenjahr war.

IPO Renditen im Zeitverlauf

Da ich die Daten einmal vorliegen hatte, habe ich auch noch weitere Berechnungen durchgeführt. Unter anderem wie hoch die Rendite von IPOs eigentlich im Zeitverlauf in den letzten 20 Jahren war. Die Ergebnisse könnt ihr dabei in der folgenden Grafik sehen.

Die Grafik zeigt die durchschnittliche Rendite von IPOs im Zeitverlauf von 2000 bis 2020. In Lila wird die Rendite für institutionelle Investoren und in Gelb die Rendite von Privatinvestoren dargestellt.

Das erfolgreichste IPO Jahr war 2000, was aber auch an den vielen erfolgreichen IPOs in diesem Jahr lag, die ich oben schon beschrieben habe. Die durchschnittliche Rendite in diesem Jahr betrug circa 35% während die Rendite im schlechtesten Jahr (2008) lediglich 2,3% betrug.

Allerdings beziehen sich diese Renditen immer auf die Rendite A (IPO Preis bis Eröffnungspreis am ersten Handelstag) und somit auf die Renditen, die institutionelle Investoren in der Regel erzielt haben. Die Rendite C (Eröffnungspreis bis Schlusskurs am ersten Handelstag, hier in Gelb) war allerdings immer wesentlich geringer und in manchen Jahren sogar negativ.

Langfristige Renditen mit IPOs

Die obere Analyse hat bisher nur darauf geschaut, was man am Tag der IPO mit IPO Aktien verdienen kann aber wie sieht es eigentlich mit langfristigen Investments in IPO Aktien aus. Auch das habe ich analysiert und ausführlich in meinem Artikel „Wann ist der beste Zeitpunkt, um IPO Aktien zu kaufen?“ beschrieben. Lest euch den Artikel unbedingt durch, wenn ihr mehr erfahren wollt. Für alle anderen habe ich hier eine kleine Kurzfassung.

Wann wurden die Aktien bzw. der S&P 500 Index gekauft⌀ Rendite von IPO Aktien bis heute⌀ Rendite des S&P 500 Index bis heute
Am Tag der IPO215,2%167,8%
Einen Tag nach der IPO213,9%167,6%
Eine Woche nach der IPO224,4%167,3%
Einen Monat nach der IPO209,6%165,5%
Ein Jahr nach der IPO185,4%140,4%
Die Tabelle zeigt wie viel Rendite man im Durchschnitt bis heute mit IPO Aktien und dem S&P 500 Index erzielt hätte, je nachdem wann man die Aktien gekauft hat.

Langfristig denkende Investoren hätten in den letzten 20 Jahren mit IPO Aktien die größte Rendite erzielt, wenn sie die Aktien eine Woche nach der IPO gekauft hätten. Die durchschnittliche Gesamtrendite beträgt hierbei 224,43%.

Im selben Zeitraum konnte der S&P 500 Index lediglich 167,8% erzielen, sodass sich ein langfristiges Investment in IPO Aktien im Durchschnitt gelohnt hat. 

Warum IPO Aktien aber trotzdem kein No-Brainer sind und ihr sehr vorsichtig in solche Aktien investieren solltet, erkläre ich euch in meiner anderen Analyse hier.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um IPO Aktien zu kaufen?


In einem anderen Artikel habe ich bereits analysiert, ob es für Privatanleger überhaupt Sinn macht sich an Initial Public Offerings (kurz IPOs), also den Börsengängen neuer Unternehmen, zu beteiligen und das Resultat war eher ernüchternd. Allerdings lässt sich mit solchen Aktien ja aber vielleicht langfristig Geld verdienen, weswegen ich der Frage nachgegangen bin, wann eigentlich der beste Zeitpunkt ist, um IPO Aktien zu kaufen und wie lange man sie idealerweise halten sollte.

Mit einer durchschnittlichen Rendite von 14,5% erzielt man auf Sicht von einem Jahr die größte Rendite mit IPO Aktien, wenn man die Aktien direkt am Tag der IPO kauft. Langfristig orientierte Anleger erzielen allerdings die beste Rendite mit IPO Aktien, wenn man sie eine Woche nach der IPO kauft.

Diese Zahlen habe ich selbst ermittelt, indem ich über 1.000 IPOs in den letzten 20 Jahren untersucht habe und geprüft habe, wieviel Rendite sie über verschiedene Zeithorizonte erzielt haben.

Für meine Analyse habe ich fast alle IPOs untersucht, die seit dem Jahr 2000 in den USA stattfanden. Leider lagen mir keine Daten für IPOs außerhalb der USA vor allerdings finden die größten IPOs weiterhin weitestgehend nur in den USA statt, sodass meine Ergebnisse repräsentativ für die wichtigsten IPOs sein sollten. 

Vielleicht interessiert Dich auch dieser Artikel: In welchem Monat (ver)kauft man am besten Aktien?

Da der Zeitraum bis ins Jahr 2000 zurückgeht, werden auch die wichtigsten Entwicklungen am Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren mitberücksichtigt. Dazu zählt der Dot-Com Crash, die Finanzkrise oder aber auch die Rally nach der Finanzkrise.

Wenn ihr gern all meine verwendeten Daten sehen wollt bzw. sie für eure eigene Analyse nutzen wollt, dann könnt ihr sie euch hier herunterladen.

Kann man mit IPOs kurzfristig Geld verdienen?

In meinem Artikel “Kann man mit IPOs Geld verdienen” habe ich bereits analysiert, wie viel Rendite man erzielen könnte, wenn man Aktien zum IPO Preis erhalten würde bzw. sie direkt zum Eröffnungspreis am ersten Handelstag kaufen würde.

Leider wird der Großteil der Rendite mit IPO Aktien durch den Listing-Preis gemacht und wer erst zum Eröffnungspreis an der Börse in IPO-Aktien investiert, der verdient in im Durchschnitt lediglich 1,3% Rendite mit der IPO selbst.

Da Privatanleger ohnehin in der Regel nur weniger als 10% der IPO Aktien erhalten können, ist es ohnehin schwer in solche Aktien gleich zu Beginn zu investieren. 

Wenn Privatanleger also mit der IPO selbst kaum Gewinne erzielen können, wann wäre dann der beste Zeitpunkt, um in diese Aktien zu investieren? Wie lange sollte man warten, bevor man in die Aktie einsteigt, um die maximale Rendite zu erzielen? Schauen wir es uns doch einfach mal an.

IPO Renditen auf Monats- und Jahresbasis

Um zu erfahren, wann der beste Zeitpunkt ist, um in IPO Aktien zu investieren, habe ich für alle IPOs im Zeitraum von 2000 bis 2020 geschaut, welche Rendite man mit den IPO Aktien nach einem Monat und nach einem Jahr erzielt hätte, je nachdem wann man die Aktien gekauft hat.

Dabei kam ich zu folgenden Ergebnissen

Wann wurden die Aktien gekauft⌀ Rendite nach einem Monat⌀ Rendite nach einem Jahr
Am Tag der IPO3,91%14,50%
Einen Tag nach der IPO3,03%13,92%
Eine Woche nach der IPO2,32%13,08%
Einen Monat nach der IPO1,55%11,98%
Die Tabelle zeigt wie viel Rendite man im Durchschnitt nach einem Monat und einem Jahr mit IPO Aktien erzielt hätte, je nachdem wann man die Aktien gekauft hat.

Überraschenderweise erzielt man die größte Rendite mit IPO Aktien je früher man sie kauft. Wer Aktien direkt am Tag der IPO kauft, erzielte in den letzten 20 Jahren im Durchschnitt eine Rendite von 14,5% im ersten Jahr mit diesen Aktien.

Wer allerdings einen Monat mit dem Kauf gewartet hat, für den hat sich die durchschnittliche Rendite mit IPO Aktien bereits auf lediglich 11,98% im ersten Jahr reduziert. 

Das ist immer noch ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Rendite des S&P 500 Index im selben Zeitraum lediglich 5,3% pro Jahr war, allerdings lässt sich die Rendite bei IPO Aktien ganz einfach verbessern, indem man einfach so früh wie möglich in die Aktien investiert. 

Buy-and-Hold Renditen von IPO Aktien

Die obere Tabelle zeigt allerdings nur, wieviel Rendite man erzielen würde, wenn man seine IPO Aktien maximal ein Jahr hält. Viele Privatanleger sehen in diesen Aktien aber das nächste Amazon oder das nächste Facebook und halten die Aktien viel länger als nur ein Jahr.

Wieviel Rendite hätte man mit IPO Aktien also erzielt, wenn man sie gekauft und bis zum heutigen Tag gehalten hätte? Die Ergebnisse hierzu könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen. 

Wann wurden die Aktien gekauft⌀ Rendite bis heute
Am Tag der IPO215,21%
Einen Tag nach der IPO212,99%
Eine Woche nach der IPO224,43%
Einen Monat nach der IPO209,64%
Ein Jahr nach der IPO185,39%
Die Tabelle zeigt wie viel Rendite man im Durchschnitt bis heute mit IPO Aktien erzielt hätte, je nachdem wann man die Aktien gekauft hat.

Langfristig denkende Investoren hätten in den letzten 20 Jahren mit IPO Aktien die größte Rendite erzielt, wenn sie die Aktien eine Woche nach der IPO gekauft hätten. Die durchschnittliche Gesamtrendite beträgt hierbei 224,43%.

Am wenigsten Rendite erzielt man bei einem Buy-and-Hold Ansatz mit IPO Aktien, wenn man diese erst ein Jahr nach der IPO kauft. In diesem Fall wäre die durchschnittliche Gesamtrendite bis heute lediglich 185,39%.

Lohnt es sich IPO Aktien zu kaufen?

224,43% klingt natürlich erst einmal ziemlich beeindruckend, aber ist es das auch? Um das zu wissen, habe ich ebenfalls geschaut wie viel Rendite der S&P 500 Index im Durchschnitt während desselben Zeitraums gemacht hat und den Vergleich könnt ihr in der nächsten Tabelle sehen.

Wann wurden die Aktien bzw. der S&P 500 Index gekauft⌀ Rendite von IPO Aktien bis heute⌀ Rendite des S&P 500 Index bis heute
Am Tag der IPO215,2%167,8%
Einen Tag nach der IPO213,9%167,6%
Eine Woche nach der IPO224,4%167,3%
Einen Monat nach der IPO209,6%165,5%
Ein Jahr nach der IPO185,4%140,4%
Die Tabelle zeigt wie viel Rendite man im Durchschnitt bis heute mit IPO Aktien und dem S&P 500 Index erzielt hätte, je nachdem wann man die Aktien gekauft hat.

In den letzten 20 Jahren haben IPO Aktien eine im Durchschnitt deutlich höhere Rendite als der S&P 500 Index erzielt. Während IPO Aktien in diesem Zeitraum im Durchschnitt eine Rendite von 215,2% seit IPO erzielt haben, konnte der S&P 500 Index lediglich 167,8% erzielen.

Am größten ist die Differenz zwischen der Rendite von IPO Aktien und dem S&P 500 Index, wenn man die Aktien erst eine Woche nach der IPO gekauft hätte. in dem Fall hätte man mit IPO Aktien im Durchschnitt 224,4% erzielt, während der S&P 500 im selben Zeitraum lediglich 167,3% erzielt hat.

Das Risiko von IPO Aktien

Anhand der oberen Daten könnte man jetzt meinen, dass jeder IPO Aktien eine Woche nach der IPO kaufen sollte, weil man dann schließlich viel mehr Rendite als der breite Markt erzielen würde, aber ist das wirklich so eine gute Idee?

Meine Analyse enthält insgesamt 1.063 IPOs, die im Zeitraum von 2000 bis 2020 stattfanden und von all diesen IPOs legten lediglich 62% im Wert zu und lediglich 29% davon konnten den Markt im selben Zeitraum schlagen.

Das heißt, dass die Überrendite von IPO Aktien gegenüber dem breiten Markt nur von ganz wenigen Aktien wie zum Beispiel Tesla (+ 25.000%) oder Shopify (+5.800%) getragen wird. 

Würde man von den 1.063 IPOs die besten 1% aus der Analyse entfernen, dann wäre die durchschnittliche Gesamtrendite sogar geringer als die Marktrendite.

Das heißt wer mit IPOs wirklich Geld verdienen möchte, der sollte entweder ein sehr gutes Händchen bei der richtigen Auswahl von Aktien haben, was langfristig eher unwahrscheinlich ist, oder er sollte über genügen Geld verfügen, um wirklich bei jeder IPO mitmachen zu können, was leider ebenfalls sehr unwahrscheinlich für Privatanleger ist.

Mit IPOs lässt sich also theoretisch Geld verdienen allerdings muss man dafür ausreichend Wissen über die Unternehmen mitbringen und das ist bei Privatanlegern eher schwierig, weil sie einfach nicht die Dateneinsicht haben, wie es institutionelle Investoren haben.

Meine Empfehlung ist deshalb sich nur auf die IPOs zu konzentrieren, bei denen auch bekannte Investoren mitmachen. Bei der IPO des IT-Unternehmens Snowflake hat zum Beispiel auch Großinvestor Warren Buffet mitinvestiert.

Die Grafik zeigt den Tageschart der Aktie Snowflake. Im ersten Jahr konnte man mit der Aktie über 40% erzielen, allerdings liegt der Kurs mittlerweile deutlich unter dem IPO Preis.

Hätte man direkt am ersten Handelstag in die Aktie investiert, hätte man nach einem Jahr eine Rendite von über 40% erzielt, was ziemlich gut ist allerdings ging die Aktie kurze Zeit später in einen Abwärtstrend über und liegt mittlerweile deutlich unter dem IPO Preis.

Für euch bedeutet das also, dass es durchaus Sinn machen kann, den IPO Trades von Großinvestoren zu folgen allerdings sind sie auch kein Allheilmittel. Ihr solltet also immer vorsichtig an die Sache heran gehen und ein gutes Risikomanagement an den Tag legen.

Kann ein ETF wertlos werden?


Ein ETF Investment bzw. der Kauf eines sogenannten Exchange Traded Fund gilt als eine der einfachsten Möglichkeiten langfristig am Erfolg des Aktienmarkts teilzuhaben. Natürlich besitzt jedes Investment ein gewisses Risiko aber wie hoch ist das eigentlich bei ETFs? Kann ein ETF wertlos werden und was müsste dafür passieren? Ich verrate es dir in diesem Artikel.

Ein ETF kann praktisch nicht wertlos werden, da das bedeuten würde, dass alle im zugrundeliegenden Index enthaltenen Aktien keinen Wert mehr besitzen. Selbst wenn der ETF-Emittent oder die eigene Depotbank pleite gehen sollte, wäre das eigene Vermögen im ETF weiterhin geschützt.

D.h. es gibt zwar den absolut theoretischen Fall, dass alle Aktien in einem ETF auf null fallen und der ETF somit absolut wertlos wird, aber das ist ein Szenario in dem wahrscheinlich auch die Welt untergehen müsste und niemand sich mehr für seine ETFs interessieren würde. 

Nichtsdestotrotz haben ETFs aber auch ein Risiko und wie hoch das ist, erkläre ich jetzt.

Ein wertloser ETF bedeutet wertlose Aktien

Damit ein Exchange Traded Fund bzw. ETF wertlos wird, müssten alle im Index zugrundeliegenden Aktien keinen Wert mehr besitzen. Schauen wir uns doch einmal an, wie wahrscheinlich so ein Szenario ist.

In meinem Artikel „Kann man mit Aktien wirklich alles verlieren?“ habe ich diese Frage im Detail beantwortet. Lest ihn euch durch, wenn ihr gern mehr wissen wollt aber für alle anderen hier die Kurzfassung.

Der theoretisch maximale Verlust mit einer Aktie ist 100%, aber das ist in der Praxis eher unwahrscheinlich, da eine Aktie selbst im Insolvenzfall des zugrundeliegenden Unternehmens immer noch in der Regel einen minimalen Restwert besitzt.

Hinzu kommt, dass es statistisch absolut unwahrscheinlich ist, dass alle Aktien in einem Index zur selben Zeit ihren kompletten Wert verlieren. Momentan gibt es circa 4.300 börsengelistete Unternehmen in den USA von denen jedes Jahr circa 200 pleite gehen. Entsprechend liegt die Insolvenzrate von gelisteten Unternehmen bei circa 5%.

Das ein börsengelistetes Unternehmen bankrott geht, passiert also relativ selten und wird sogar immer unwahrscheinlicher je größer die Marktkapitalisierung der Aktie ist. 

D.h. dass insbesondere die in den großen Indizes vertretenen Aktien mit hoher Marktkapitalisierung eine extrem geringe Wahrscheinlichkeit haben, jemals bankrott zu gehen (es ist aber dennoch möglich, wie man am Beispiel Lehmann Brothers sehen konnte).

Darüber hinaus ist die Indexzusammensetzung bzw. die Zusammensetzung eines ETFs auch nicht für immer konstant. Schwache Aktien verlassen einen Index oder ETF je nach Größe des Index mehr oder weniger häufig und werden durch Aktien mit größerer Marktkapitalisierung ersetzt.

D.h., dass bevor ein Unternehmen pleite geht und dessen Aktien nur noch einen geringen Anteil wert sind, haben sie den Aktienindex in der Regel schon verlassen und wurden durch andere Aktien ersetzt.

Aus all diesen Gründen ist es praktisch nicht möglich, dass ein ETF wertlos wird. Allerdings findet der Wertverlust bei ETFs in der Regel auch nicht durch Bankrott der zugrundeliegenden Aktien statt, sondern durch allgemein Marktbewegungen. 

Wie hoch die Risiken allgemeiner Marktcrashs sind, erkläre ich euch im nächsten Abschnitt.

Große Marktcrashs

Ein ETF oder Index muss nicht erst komplett wertlos werden, damit ihr euer Geld verliert. Auch ein Einbruch des Aktienmarkts um 30% oder mehr kann schon großen Einfluss auf dein Portfolio haben. 

Je nachdem ab welchem Kursrückgang man von einem Crash spricht, gab es seit 1929 mindestens sechs große Aktienmarkt-Crashs in den USA, die auch auf die Aktienmärkte weltweit einen großen Einfluss hatten.

Ihr könnt alle großen Aktienmarkt-Crashs in der folgenden Grafik bzw. Tabelle sehen.

Die Grafik zeigt den Zeitverlauf der größten Aktienmarkt-Crashs in den USA seit 1929.
JahrBezeichnungEinsturz des US-Aktienmarkts
1929Wall Street Crash-90% (bis 1932)
1937-38Rezession von 1937-38-58%
1987Schwarzer Montag-23% (an einem einzigen Tag)
2000Dotcom-Blase-51% (bis 2002)
2008Finanzkrise-58%
2020Coronavirus Krise-36%
Die Tabelle zeigt die größten Aktienmarkt-Crashs in den USA seit 1929.

Wie ihr seht, treten solche Aktienmarkt-Crashs häufiger auf als man es sich wünscht und wer mit 30 Jahren anfängt in Aktien zu investieren, der kann sich sicher sein, dass er bis zur Rente sicherlich mindestens zwei Aktienmarkt-Crashs miterleben wird.

Auch wenn ETFs in dieser Zeit zwar nicht wertlos werden, verlieren sie dennoch einen Großteil ihres Werts in diesen Krisen. In meinem Artikel „Wie lange sollte man ETFs halten, um Gewinne zu erzielen?“ habe ich mich tiergehend mit der Frage beschäftigt, wie lange man historisch betrachtet ETFs halten müsste, um niemals einen Verlust zu machen.

Lest euch den Artikel gern durch, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt aber für alle anderen habe ich hier die Kurzfassung. 

Basierend auf den Daten der letzten 50 Jahre sollte man ETFs mindestens 15 Jahre lang halten, um aufgrund kurzfristiger Schwankungen keinen Verlust mit seinem Investment zu machen. Bei einer Haltedauer von 10 Jahren besteht allerdings schon eine 95% Wahrscheinlichkeit eine positive Rendite zu erzielen.

Das heißt selbst wenn ihr in den letzten 50 Jahren zum absolut schlechtmöglichsten Zeitpunkt in einen ETF investiert hättet, hättet ihr niemals einen Verlust gemacht, wenn ihr mindestens 15 Jahren investiert geblieben wärt. 

Das ist ein hervorragendes Ergebnis für den langfristigen Vermögensaufbau, denn es zeigt euch, dass ihr keine Angst vor Aktiencrashs haben müsst, solange ihr nur langfristig investiert bleibt. Wenn ihr sogar regelmäßig neue ETF-Anteile nachkauft in Form eines Sparplans, dann könnt ihr in diesen Krisen sogar perfekte Kaufchancen finden.

Übrigens, ich habe in diesem Artikel genau nachgerechnet, welcher Tag im Monat der beste Tag für deine Sparplanausführung ist. Schau unbedingt vorbei, wenn du es herausfinden möchtest.

Was sollte ich tun, wenn meine ETFs an Wert verlieren?

Ihr könnt aber auch viel selbst unternehmen, um euch vor solch großen Kurseinbrüchen zu schützen und damit auch eure durchschnittliche Jahresrendite um ein Vielfaches zu steigern

Zum Thema Portfolioabsicherung habe ich diesen Artikel geschrieben, in dem ich euch mit vier Methoden ganz genau erkläre, wie ihr euer Portfolio gegen größere Verluste absichern könnt. Lest ihn euch unbedingt durch und sucht die für euch passende Strategie heraus.

Die für Privatinvestoren einfachste Methode, um größere Aktienverluste zu vermeiden, ist aber in meinen Augen der Stop Loss. Dabei handelt es sich um eine Verkaufsorder bei eurem Broker, die automatisch ausgeführt wird, sobald der Kurs eines ETFs oder Aktie unter eine bestimmte Schwelle fällt.

Nehmen wir zum Beispiel an, ihr habt euch einen ETF im Wert von 100 EUR gekauft. Die meisten Investoren tätigen den Kauf und unternehmen dann nichts, wenn der Kurs beginnt zu fallen und wundern sich dann, warum ihr ETF plötzlich 20% ihres Werts verloren hat.

Jeder große Verlust beginnt aber als ein kleiner Verlust, um den man sich nicht gekümmert hat, weswegen es unheimlich wichtig ist, seine Investments immer im Auge zu behalten.

Hättet ihr nämlich einen Stop Loss bei eurem Broker hinterlegt, dann wäre der ETF automatisch verkauft worden, sobald der Verlust für euch zu groß geworden wäre. Was der maximal mögliche Verlust ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Ich setze meinen Stopp Loss immer bei 10%. Im oben Beispiel also bei 90 EUR. Würde der Kurs dann unter 90 EUR fallen, würde der ETF automatisch verkauft werden und mein Verlust wäre begrenzt.

Wenn ihr wissen wollt, wie ihr einen Stop Loss selbst setzen könnt und ihr euer Konto bei der Comdirect habt, dann habe ich euch diesen Artikel hier geschrieben, der erklärt wie man einen Stop Loss bei der Comdirect setzen kann.

Der Stop Loss ist bei vielen Privatinvestoren nicht sehr beliebt, da es ja passieren könnte, dass der Aktienkurs unter die Stop Loss Schwelle fällt, der ETF verkauft wird und der Kurs dann wieder steigt. 

Ja, das kann passieren, aber man sollte sich immer fragen, was passiert, wenn der Aktienkurs danach nicht wieder steigt, sondern weiter fällt. In dem Fall hättet ihr nur einen noch größeren Verlust in eurem Depot. 

Ich arbeite deswegen immer mit einem Stop Loss für all meine Aktien und ETFs, weil ich genau weiß, dass die Gewinne automatisch kommen, sobald ich die Verluste begrenze und genau das machen die wenigsten Privatinvestoren.

Zu diesem Thema habe ich auch den Artikel „Die sechs häufigsten Fehler beim Investieren“ geschrieben, in dem ich noch detaillierter auf diese Thematik eingehe. Definitiv empfehlenswert für euch.