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6 Gründe gegen Dividendenaktien


Es ist immer wieder eine der häufigsten Diskussionen, die ich führe. Sollte man sein Portfolio im Wesentlichen nur auf Dividendenaktien fokussieren? Eine Dividendenstrategie hat durchaus seine Vorteile, wie ich in diesem Artikel genau erkläre, allerdings bringt ein Fokus auf Dividenden auch einige Nachteile mit sich, die ich euch heute vorstellen möchte.

Das Investieren in Dividendenaktien bringt Nachteile mit sich, die man als Anleger kennen sollte. Zu den wichtigsten Gründen gegen Dividendenaktien zählt die eingeschränkte Aktienauswahl, die steuerlich nachteilige Behandlung und das sich Dividenden negativ auf den Aktienkurs auswirken.

Dividendenaktien haben also auch ihre Nachteile, aber was verbirgt sich im Detail dahinter? Ich habe 6 Gründe für dich herausgesucht, warum du bei Dividendenaktien vorsichtig sein solltest.

Bevor wir allerdings loslegen, noch ein kleiner Kommentar von meiner Seite. Ich selbst halte viele Dividendenaktien. Mein Portfolio ist nicht ausschließlich darauf fokussiert aber ein großer Teil des Portfolios ist in dividendenstarke Aktien investiert.

Ich bin also durchaus der Meinung, dass Dividendenaktien sehr sinnvoll für das eigene Portfolio sein können, allerdings bin ich auch der Meinung, dass jeder über die Nachteile eine Dividendenstrategie Bescheid wissen sollte, damit man nicht irgendwann einmal von den negativen Effekten überrascht wird.

1. Ein Fokus auf Dividenden schränkt die Auswahl deiner Aktien ein

Wer sein Portfolio nur auf Dividendenaktien fokussiert, der kann natürlich nur in bestimmte Aktien investieren, die alle gewisse Kriterien erfüllen. In meiner großen Dividendenliste, die weltweit alle wichtigen Dividendenaktien enthält, befinden sich circa 1.100 Unternehmen.

Wenn ich nur die Qualitätsaktien darunter finden möchte, würde ich nach folgenden Kriterien suchen:

  • Die Dividendenrendite sollte über 2% aber unter 6% liegen
  • Das KGV sollte größer 12 aber kleiner 25 sein
  • Das Unternehmen sollte bereits 10 Jahre in Folge die Dividende erhöht haben
  • Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum in den letzten drei Jahren sollte größer als 5% sein

Da sicherlich jeder die Kriterien für Qualitätsaktien etwas anders wählt, könnt ihr dasselbe gern selber einmal machen aber wenn ich diese Filter anwende, erhalte ich eine Aktienauswahl von 86 Aktien.

86 Aktien bieten natürlich schon eine große Auswahl für dein persönliches Portfolio allerdings schließt man damit auch eine große Anzahl anderer vielversprechender Aktien aus.

Ich habe einmal untersucht, wie viele Aktien es eigentlich weltweit gibt. Die ganze Analyse könnt ihr hier nachlesen aber die Kurzfassung ist, dass es weltweit circa 41.000 Aktien gibt von denen circa 10.000 Aktien etwa 90% der weltweiten Marktkapitalisierung ausmachen.

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Sagen wir einmal, dass von diesen 10.000 Aktien lediglich 10% Qualitätsaktien sind, dann habt ihr 1.000 Aktien weltweit zur Auswahl und ihr beschränkt euer Aktienuniversum auf lediglich 86 Aktien bzw. weniger als 10%.

Das muss nicht gleich etwas Schlechtes sein aber ihr solltet euch zumindest im Klaren darüber sein, dass es noch viele andere Aktien gibt, die ebenfalls eine tolle Performance liefern könnten. 

2. Eine Dividendenstrategie ist steuerlich sehr unvorteilhaft

Die steuerliche Behandlung von Dividenden ist sicherlich das größte Problem, dass ich mit dividendenorientierten Aktien habe. 

Zuerst einmal muss man natürlich sagen, dass alle Aktien steuerlich gleichbehandelt werden und auch Dividendenzahlungen der allgemeinen Kapitalertragssteuer unterliegen. Es gibt also keine steuerliche andere Behandlung von Dividenden aber das steuerliche Problem ergibt sich einfach durch die regelmäßige Auszahlung der Dividenden.

Schauen wir uns dazu einfach zwei Beispielaktien an. Aktie A zahlt regelmäßig eine Dividende und Aktie B zahlt keine Dividende. Davon abgesehen unterscheiden sich die Aktien nicht. Beide Aktien machen jährlich eine Rendite von 8% allerdings zahlt Aktie A die Hälfte der Rendite (also 4%) in Form einer Dividende aus.

Was passiert nun steuerlich nach einem Jahr, wenn es zur Dividendenauszahlung kommt. Bei Aktie B passiert gar nix. Ihr habt 8% Rendite gemacht und weil ihr die Aktien nicht verkauft, sind die Aktien in eurem Portfolio 8% mehr wert.

Aktie A ist in derselben Zeit um 4% gestiegen und zahlt euch weitere 4% in Form einer Dividende aus. D.h. eigentlich solltet ihr nun 4% in Cash haben (durch die Dividende) und 4% sollten eure Aktien mehr wert sein (also ebenfalls insgesamt 8% im Plus) allerdings wird die Auszahlung der Dividende direkt versteuert. 

Um die Rechnung einfach zu halten, nehmen wir einen Steuersatz von 25% bzw. einem Viertel. D.h. von euren 4% Dividende erhaltet ihr netto nur 3%, weil ihr 1% als Steuer zahlen müsst. Ihr habt also nur Aktien im Wert von 4% über eurem Kaufkurs und Cash durch die Dividende von 3%. Insgesamt habt ihr also nur 7% Rendite gemacht.

Das klingt jetzt erst einmal wenig aber schauen wir uns einmal an, wie viel Gewinn ihr aus 10.000 Euro machen würdet, je nachdem ob ihr jährlich 8% oder 7% Rendite macht.

Anzahl Jahre7% Rendite pro Jahr8% Rendite pro Jahr
010.000,0010.000,00
110.700,0010.800,00
211.449,0011.664,00
312.250,4312.597,12
413.107,9613.604,89
514.025,5214.693,28
1019.671,5121.589,25
1527.590,3231.721,69
2038.696,8446.609,57
3076.122,55100.626,57
40149.744,58217.245,21
Die Tabelle zeigt, wie viel Gewinn ihr mit einer Anfangsinvestition von 10.000 Euro machen würdet je nachdem ob ihr 7% oder 8% Rendite im Jahr erzielen würdet.

Nach 30 Jahren hättet ihr bei 8% Rendite pro Jahr aus 10.000 Euro circa 100.000 Euro gemacht aber bei 7% Rendite pro Jahr sind es lediglich 76.000 Euro. Umso größer euer Portfolio ist, desto stärker nimmt diese Abweichung absolut zu.

Natürlich hat diese Rechnung ein kleines Problem. Sie unterstellt, dass ihr Aktie B (also die Aktie ohne Dividende) 30 Jahre lang nie verkauft und so lange halten Privatanleger nur in den seltensten Fällen ihre Aktien, aber darum geht es auch gar nicht.

Ich will euch mit dieser Tabelle nur den allgemeinen Effekt zeigen, den Steuern auf euer Portfolio haben können. Sollte euer Portfolio noch klein sein und ihr befindet euch mit den Dividenden immer unter dem jährlichen Freibetrag dann interessiert euch dieses Thema überhaupt nicht aber umso größer euer Portfolio wird (ich rede in dem Fall besonders von allem größer 100.000 Euro), desto relevanter wird das Thema Steuern für euch.

Ihr könnt eure Steuerlast natürlich auch optimieren durch zum Beispiel eine vermögensverwaltende GmbH (kleiner Hinweis: Ich bin kein Steuerberater) aber um das zu tun, müsst ihr euch erst einmal dem Problem bewusst sein. Und genau das wollte ich hiermit erreichen. 

Noch mehr Details zur Besteuerung von Dividenden und auch welche Dividendenzahlungen steuerfrei sind, erkläre ich euch übrigens in diesem Artikel.

3. Dividendenzahlungen müssen regelmäßig überwacht werden

Eine Dividendenstrategie wird häufig als extrem passiv dargestellt. Man kauft sich einmal seine Dividendenaktien und muss von da an nichts mehr tun, außer auf die Auszahlung der Dividende zu warten. 

Aber die Realität sieht ein wenig anders aus. Dividendenaktien müssen, wie jede andere Aktie auch, regelmäßig überprüft werden, ob sie noch in euer Portfolio passen oder nicht und wenn ihr das bisher noch nicht gemacht habt, dann solltest ihr spätestens jetzt damit beginnen.

Euer Ziel mit der Dividendenstrategie ist schließlich jedes Jahr ein wenig mehr Dividende zu erhalten und um das zu schaffen, müsst ihr in Aktien investieren, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen und vor allem ihre Dividende nicht kürzen oder sogar ganz auslassen.

D.h. eure Aufgabe als Dividendeninvestor ist es regelmäßig zu prüfen, wie der Zustand eurer Aktien ist. Wird die Dividende weiterhin gezahlt? Wie hoch ist die Ausschüttungsquote? Wie hoch ist die aktuelle Dividendenrendite?

All das sind Fragen, die ihr euch regelmäßig stellen müsst. Das ist nicht viel Aufwand, aber dennoch muss er erledigt werden. Meine oben schon erwähnte Liste mit den Dividendenaristokraten und Anwärtern auf diesen Titel beantwortet euch all diese Fragen, sodass ihr damit schnell die Sicherheit eurer Dividenden prüfen könnt. Ihr solltet deshalb regelmäßig dort einmal vorbeischauen.

Wie wichtig das ist, lässt sich ganz einfach zeigen. Ich habe in diesem Artikel analysiert, wie gut die Performance von Aktien im Durchschnitt über die letzten 50 Jahre war, je nachdem ob sie ihre Dividende erhöht, konstant gehalten oder verringert haben.

Wenn euch das Thema interessiert, solltet ihr euch unbedingt den Artikel durchlesen aber für alle anderen hier die wichtigste Erkenntnis.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik.

Ihr seht dabei deutlich, dass Aktien, die regelmäßig ihre Dividende erhöht haben, langfristig die beste Performance liefern und sogar besser als der breite Markt abschneiden. Ein Kürzen der Dividende oder sogar das Einstellen der Dividendenzahlung führt Wiederrum zu einer extrem schlechten Performance der Aktie im darauffolgenden Jahr.

Passt deswegen immer auf, ob eure Dividenden weiterhin gezahlt werden, um schon frühzeitig zukünftig schlecht laufende Aktien zu erkennen.

4. Hohe Dividendenrenditen mögen zwar verführerisch sein aber sind oft eher kontraproduktiv

Um seinen regelmäßigen Cashflow aus Dividenden zu erhöhen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man investiert mehr Geld in Dividendenaktien oder man erhöht seine durchschnittliche Dividendenrendite.

Am investierbaren Geld kann man häufig nix ändern. In der Regel kommt Vermögen nicht vom Himmel gefallen, weswegen man mit dem auskommen muss, was man hat.

Um seine monatlichen Dividendenzahlungen dennoch zu erhöhen, greifen viele Anfänger deswegen oft zu Aktien mit sehr hoher Dividendenrendite (mehr als 6%). Das ist in der Regel aber eher kontraproduktiv und führt häufiger zum Kapitalverlust anstatt zur Kapitalmehrung.

Warum das so ist, habe ich im Detail in meinem Artikel „Ist eine hohe Dividendenrendite gut oder schlecht?“ analysiert. Schaut euch den Artikel unbedingt einmal an, wenn ihr alles dazu erfahren möchtet. Für alle anderen haben ich hier eine Kurzfassung.

Eine hohe Dividendenrendite geht häufig mit drei weiteren Dingen einher. Einer hohen Ausschüttungsquote, einem geringen Dividendenwachstum und einem baldigen Aussetzen der Dividendenzahlung.

Das heißt, wer in Aktien investiert, die eine hohe Dividendenrendite besitzen, der wird in der Regel nur ein kurzes Vergnügen damit haben. Zum einen werden diese hohen Dividendenrenditen häufig aus der Substanz des Unternehmens bezahlt.

D.h. das solche Unternehmen häufig nicht einmal mindestens so viel Gewinn machen, wie sie Dividende ausschütten und deswegen auf ihre Kapitalreserven zurückgreifen müssen. 

Gerade deswegen besteht auch so gut wie kein Spielraum die Dividende zu erhöhen. Ihr habt in so einem Fall zwar für einige wenige Jahre eine hohe Dividendenrendite aber auch ein extrem hohes Risiko, dass diese einmal ausgesetzt wird.

Alternativ könntet ihr auch in Aktien investieren mit „normaler“ Dividendenrendite aber dafür stetigem Dividendenwachstum. Häufig haben solche Aktien bereits nach 4 bis 5 Jahren so oft die Dividende erhöht, dass ihr basierend auf euren Kaufkursen eine mittlerweile höhere Dividendenrendite habt als bei Aktien, die zwar von Beginn eine hohe Dividendenrendite besitzen aber die Dividende dafür nie erhöhen. Und dass bei viel weniger Risiko.

Wie viel Dividendenrendite eigentlich normal ist, könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen.

AktienauswahlDurchschnittliche Dividendenrendite
Alle2,50%
Aktien, die bereits mindestens 50 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,17%
Aktien, die bereits mindestens 25 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,41%
Aktien, die bereits mindestens 10 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,45%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Dividendenrendite aller dividendenorientierten Aktien weltweit an.

Ihr seht also, dass unter allen dividendenorientierten Unternehmen weltweit die durchschnittliche Dividendenrendite bei 2,5% liegt bzw. sogar immer geringer wird, je länger ein Unternehmen bereits die Dividende in Folge gesteigert hat.

Eine Dividendenrendite von 4% ist somit schon überdurchschnittlich aber in meinen Augen auch immer noch vertretbar. Ab 6% schaue ich aber immer genau hin, warum die Dividendenrendite so hoch ist und prüfe wie gut sich das Unternehmen diese hohe Dividendenrendite leisten kann.

5. Dividendenzahlungen wirken sich negativ auf den Aktienkurs aus

Was häufig von Dividendeninvestoren übersehen wird, ist die Tatsache, dass Dividenden einen negativen Einfluss auf den Kurs einer Aktie haben. Damit meine ich, dass die Ausschüttung einer Dividende den Kurs der Aktie um den Betrag der Dividende reduziert.

Wenn ihr also eine Aktie im Wert von 30 Euro habt und diese zahlt eine Dividende in Höhe von 1 Euro aus, dann habt ihr danach einen Euro in Cash (die Dividende) und eine Aktie im Wert von 29 Euro. Insgesamt habt ihr weiterhin 30 Euro allerdings habt ihr (wie oben schon besprochen) eine Dividende ausgezahlt bekommen, die im schlimmsten Fall versteuert wurde und ihr de facto ein klein wenig ärmer dadurch seid.

Dividenden sind also keine Geschenke der Unternehmen an euch, sondern eine Auszahlung eures bisheriges Investments.

Warum der Aktienkurs übrigens bei Auszahlung einer Dividende fällt, habe ich genau in diesem Artikel erklärt also lest ihn euch doch einmal durch, wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt.

6. Es gibt planungssichere Cashflow-Strategien als Dividendenaktien

Als letzten Punkt möchte ich gern noch einmal herausstellen, dass Dividenden nicht sicher sind und ihr nicht mit 100%-iger Sicherheit damit planen und rechnen könnt.

Mir ist dabei klar, dass in der Finanzwelt nichts sicher ist, aber warum erwähne ich den Punkt dennoch? Weil ich euch klar machen möchte, dass es auch andere Cashflow-Strategien gibt und manche davon sicherere regelmäßige Cashflows generieren als andere.

Die bekannteste Cashflow-Strategie neben der Dividendenstrategie ist sicherlich das Investieren in Immobilien und die sich daraus ergebenden Mieteinnahmen. Ob Mietzahlungen nun sicherer sind als Dividenden überlasse ich euch zu entscheiden aber ein guter Immobilieninvestor bildet monatlich Rücklagen, um den Ausfall von Mietzahlungen ausgleichen zu können.

Genau dieselbe Strategie empfehle ich auch jedem Dividendeninvestor. Nehmen wir einmal an ihr erhaltet monatlich Dividendenzahlungen in Höhe von 600 Euro. Wenn diese wirklich wichtig für euch sind, um eure monatlichen Kosten zu decken, dann solltet ihr versuchen mithilfe dieser 600 Euro eine kleine Rücklage zu bilden. 

Das könnt ihr zum Beispiel machen, indem ihr euch lediglich 550 Euro auszahlt und die restlichen 50 Euro auf ein Rücklagenkonto einzahlt. Sollte es dann zu einem Ausfall der Dividende kommen, könnt ihr auf euer Rücklagenkonto zurückgreifen und den fehlenden Betrag an euch auszahlen.

Das ist sicherlich nicht relevant für junge Investoren, die gerade dabei sind, sich ein Dividendenportfolio aufzubauen aber insbesondere für schon ältere Investoren, die wirklich von den regelmäßigen Zahlungen abhängig sind, um ihre Kosten zu bezahlen, kann so ein Rücklagenkonto mehr Sicherheit bringen.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

7 gute Gründe für Dividendenaktien


Bei Dividendenaktien hat irgendwie jeder seine eigene Meinung. Die einen lieben sie und die anderen halten sie für Bremsen im Portfolio. Dabei spricht eigentlich ziemlich viel für Dividendenaktien, weswegen ich dir einmal genau zeigen möchte, warum Aktien mit einem Fokus auf Dividendenausschüttungen so gut für dein Portfolio sein können.

Das Investieren in Dividendenaktien ist eine sinnvolle Strategie für die langfristige Vermögensplanung da Dividendenaktien historisch betrachtet eine bessere Rendite als der breite Markt erzielt haben, einen stetigen Cashflow erzeugen und besonders für Anfänger geeignet sind.

Dividendenaktien haben also viele Vorteile, aber was verbirgt sich im Detail dahinter? Ich habe 7 Gründe für dich herausgesucht, warum du dir ein Dividendenportfolio aufbauen solltest.

Bevor wir loslegen, möchte ich aber auch gern noch einmal darauf hinweisen, dass Dividendenaktien durchaus auch einige Nachteile mit sich bringen. Welche das sind, habe ich in diesem Artikel genau analysiert. Lest euch diesen Artikel unbedingt auch durch, um euch ein eigenes Bild über die Dividendenstrategie bilden zu können.

1. Dividendenaktien liefern historisch betrachtet die bessere Rendite

Eigentlich wird immer argumentiert, dass Dividendenaktien eine schlechtere Performance liefern würden als Nicht-Dividendenaktien, da das Geschäftsmodell von Dividendenaktien nur noch wenig Wachstum zulässt und auch die Dividendenausschüttungen Investitionen in Wachstum verhindern würden.

Aber ist das wirklich so? Erzielen Dividendenaktien wirklich eine schlechtere Performance als Aktien, die keine Dividende ausschütten? Ich wollte mir diese Frage einmal beantworten, und habe deshalb in diesem Artikel die Rendite aller Aktien des S&P 500 Index für den Zeitraum von 1973 bis 2021 untersucht und dabei geschaut, welche Aktien die bessere durchschnittliche Performance erzielt haben.

Je nachdem ob eine Aktie eine Dividende ausgezahlt, erhöht, verringert oder sogar eingestellt hat, habe ich die Aktie in eine bestimmte Kategorie gesteckt. Für jede Kategorie habe ich dann die durchschnittliche Jahresperformance ermittelt und konnte somit sehen, welche Aktien am besten in den letzten 50 Jahren liefen.

Ihr könnt euch den ganzen Artikel gern durchlesen, wenn ihr alle Details erfahren wollt aber für alle anderen hier die wichtigste Erkenntnis.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik.

Die große Erkenntnis ist dabei, dass in den letzten 50 Jahren Aktien, die ihre Dividende regelmäßig erhöht haben, eine deutlich höhere Rendite erzielt haben als Aktien, die keine Dividende gezahlt haben oder ihre bisherige Dividende gekürzt oder eingestellt haben.

Dabei zeigte sich sogar, dass diese Überrendite nicht mit einem größeren Risiko (Standardabweichung, mehr zu dem Thema könnt ihr hier von mir nachlesen) einhergeht, sondern Dividendenaktien sogar ein geringeres Risiko als Nicht-Dividendenaktien besitzen.

Woher diese Überrendite kommt, warum man dennoch vorsichtig bei Dividendenaktien sein sollte und was das Wichtigste beim Investieren in Dividendenaktien ist, könnt ihr alles in meiner Analyse zu dem Thema durchlesen also schaut unbedingt einmal bei dem Artikel vorbei. 

2. Dividenden erzeugen einen stetigen Cashflow

Es gibt verschiedene Gründe, um in Aktien zu investieren. Manche wollen damit eine maximale Rendite erzielen aber andere wollen nur einen stetigen Cashflow erzeugen und genau dafür sind Dividendenaktien hervorragend geeignet.

Natürlich lässt sich so ein regelmäßiger Cashflow auch durch Immobilien und deren Mieteinnahmen erzeugen aber der große Vorteil an Aktien im Vergleich zu Immobilien ist, dass Aktien viel weniger laufenden Aufwand erfordern.

Ihr kauft einmal die Aktie und müsst ein paar Mal im Jahr prüfen, ob das Unternehmen etwas an der Dividendenpolitik geändert hat. Sollte das nicht der Fall sein, müsst ihr auch nichts unternehmen. 

Wenn der Cashflow auch das einzige ist, dass euch bei euren Aktien interessiert, müsst ihr euch noch nicht einmal wirklich um den Aktienkurs kümmern, da ihr die Aktie ohnehin nur haltet, um die Dividende zu bekommen und nicht um einen Gewinn durch Kurssteigerungen zu erzielen.

Ich empfehle allerdings dennoch regelmäßig den Kurs eurer Dividendenaktien zu kontrollieren. Häufig lässt sich über den Kurs schon frühzeitig erkennen, wann ein Unternehmen eventuell die Dividende kürzen oder aussetzen wird. Für mich ist das beste Signal dabei, wenn die Dividendenrendite zu hoch ist. 

Wie viel Dividendenrendite eigentlich normal ist, habe ich in diesem Artikel anhand von über 1.000 dividendenorientierter Aktien analysiert, also schaut doch vorbei, wenn euch das Thema interessiert.

Wer jetzt übrigens denkt, Immobilien wären dennoch die besseren Cashflow-Objekte, weil sie monatlich einen Cashflow auszahlen und dieser besser planbar ist, dem muss ich entgegenhalten, dass es auch Aktien gibt, die monatliche eine Dividende auszahlen.

Hier ist zum Beispiel eine Liste der bekanntesten Unternehmen, die ihre Dividende monatlich auszahlen.

UnternehmensnameTickerLandAnzahl Jahre an
Dividendenauszahlungen
REALTY INCOME CORPORATIONOUSA28
MAIN STREET CAPITAL CORPORATIONMAINUSA11
SL GREEN REALTY CORP.SLGUSA11
STAG INDUSTRIAL, INC.STAGUSA8
GLADSTONE LAND CORPORATIONLANDUSA7
GLOBAL WATER RESOURCES, INC.GWRSUSA5
Die Tabelle zeigt alle Unternehmen weltweit, die ihre Dividende monatlich auszahlen.

Wenn ihr gern eine Übersicht aller dividendenorientierter Aktien haben wollt inklusive vieler zusätzlicher Information wie Ausschüttungsquote, Anzahl an Auszahlungen pro Jahr und so weiter, dann sollten ihr euch unbedingt meine Liste mit allen Dividendenaristokraten und potenziellen Kandidaten für diesen Titel anschauen.

Die Liste ist für jeden frei zugänglich und ich aktualisiere sie jeden Monat, damit ihr immer mit den neusten Daten arbeiten könnt.

Übrigens eignen sich Dividenden und ihr stetiger Cash Flow auch hervorragend, um seine monatlichen Kosten nur von den Dividendenzahlungen decken zu können. Wie viel Vermögen ihr aber benötigt, um nur noch von den Dividenden leben zu können, erkläre ich euch in diesem Artikel.

3. Dividenden machen einen Großteil der Gesamtrendite aus

Wenn ihr euch einmal für eine Dividendenstrategie entschieden habt, dann erhaltet ihr regelmäßig Dividendenzahlungen und ich möchte euch gern zeigen, wie viel der Anteil der Dividende von der Gesamtrendite ausmacht.

Schaut euch dazu nur den Verlauf des DAX Kurschart mit dem DAX-Performance-Chart an. Der DAX Kursindex misst die Entwicklung aller Aktien im DAX ohne Berücksichtigung von Dividenden während der DAX Performanceindex die Entwicklung inklusive Dividenden und dem Re-investieren von Dividenden misst.

Orange der Verlauf des DAX Performanceindex und blau der Verlauf des DAX Kursindex. Ohne Dividenden hat der DAX in den letzten 10 Jahren lediglich eine Performance von circa 60% erzielt. Inklusive Dividenden und dem Re-Investieren der Dividenden lag die Performance im selben Zeitraum bei fast 116% bzw. circa dem Doppelten.

In den letzten 10 Jahren hat der DAX Kursindex lediglich eine Gesamtrendite von 61% erzielt, während der DAX Performanceindex (d.h. inklusive Dividenden und dem Re-Investieren der Dividende) eine Gesamtrendite von 116% erwirtschaftet hat.

D.h. Dividenden und das wieder anlegen der ausgezahlten Dividenden haben circa die Hälfte der gesamten Performance des Deutschen Aktienindex ausgemacht.

Ihr seht dabei, dass umso länger der Zeithorizont ist, desto größer ist der Unterschied beider Indizes. Der Zinseszinseffekt, den ihr durch das Re-investieren der Dividende erhaltet, hat einfach auf lange Sicht einen unglaublichen Effekt, den die meisten Privatinvestoren unterschätzen.

Selbst wenn ihr euer Portfolio nicht komplett auf Dividendenaktien ausrichtet, kann eine Beimischung solcher Aktien dennoch viel für euch bewirken. 

Besonders in Krisenzeiten zahlen die meisten Dividendenunternehmen weiterhin eine Dividende aus, sodass ihr dadurch neue liquide Mittel erhaltet, um günstig neue Aktien nachzukaufen.

4. Dividendenaktien sind solide Investitionen

Um eine Dividende zahlen zu können, muss ein Unternehmen eine solide finanzielle Grundlage haben. D.h. zuallererst muss ein Unternehmen überhaupt einen Gewinn erwirtschaften, bevor es einen Teil des Gewinns in Form einer Dividende auszahlen kann.

Wer also in Dividendenaktien investiert, der investiert nicht in Wachstumsaktien, deren Gewinne noch in der fernen Zukunft liegen, sondern in Unternehmen, die bereits jetzt ein solides Geschäftsmodell haben und sich in ihrem Markt etabliert haben.

Schaut euch einfach nur die folgende Liste an, die einige der Dividendenaktien mit der längsten ununterbrochenen Historie an jährlichen Dividendensteigerungen enthält. Die meisten Unternehmen solltet ihr wieder erkennen, weil es einfach große Markennamen sind und deren Produkte wir alle täglich nutzen.

UnternehmensnameTickerLandAnzahl Jahre an
Dividendenauszahlungen
THE PROCTER & GAMBLE COMPANYPGUSA65
3M COMPANYMMMUSA63
JOHNSON & JOHNSONJNJUSA59
THE COCA-COLA COMPANYKOUSA59
COLGATE-PALMOLIVE COMPANYCLUSA58
Die Tabelle zeigt einige der bekanntesten Dividendenaktien und wie lange diese Aktien bereits ihre Dividenden in Folge erhöht haben.

Die komplette Liste aller über 1.100 Dividendenaktien dieser Art könnt ihr übrigens ebenfalls in meiner Dividendenaristokraten-Übersicht finden.

Dividendeninvestoren müssen sich also keine Gedanken machen, ob ihre Aktien bzw. die darunter liegenden Unternehmen in absehbarer Zukunft bankrott gehen, wie es bei manchen Wachstumsaktien der Fall ist. 

Natürlich sollte man auch weiterhin seine Aktienpositionen regelmäßig kontrollieren, aber man kann dennoch beruhigter schlafen mit dem Wissen, dass man nur in solide Aktien investiert hat.

5. Eine Dividendenstrategie ist eine stressfreie Anlagestrategie

Von allen Anlagestrategien, die ich kenne, ist die Dividendenstrategie eine der einfachsten und deshalb auch ideal für Anfänger am Aktienmarkt geeignet.

Die Auswahl der Aktien erfolgt nach simplen Regeln wie zum Beispiel:

  • Die Dividendenrendite sollte über 2% aber unter 6% liegen
  • Das KGV sollte größer 12 aber kleiner 25 sein
  • Das Unternehmen sollte bereits 10 Jahre in Folge die Dividende erhöht haben
  • Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum in den letzten drei Jahren sollte größer als 5% sein

Sicherlich setzt hier jeder seine Grenzen anders aber allein die Tatsache, dass man feste Regeln setzen kann, macht den Investitionsprozess für Anfänger wesentlich einfacher. Die wenigsten Anfänger wissen nach welchen Regeln man Wachstumsaktien wie Tesla kaufen sollte.

Die regelmäßige Prüfung der schon im Bestand befindlichen Aktien kann nach denselben Regeln durchgeführt werden und sollte eine Aktie einmal nicht alle Regeln oder einige wenige Regeln nicht einhalten, dann hat man vorher festgelegte Punkte, wann man die Aktie verkaufen sollte.

Ein sehr einfaches Prinzip, dass es auch Anfängern ermöglicht, schon früh mit der Vermögensplanung anzufangen. Sobald man den Aktienhandel dann einmal verstanden hat, kann man immer noch Wachstumsaktien in sein Portfolio kaufen oder andere Strategien verfolgen aber der Dividendenansatz ist hervorragend für Einsteiger geeignet.

Die große weltweite Dividenden Aristokraten Liste von Aktienbaum

Zugriff auf über 1.000 Dividendenaktien und deren wichtigsten Kennzahlen. Jeden Monat aktualisiert und absolut gratis.

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Noch einfacher ist für mich nur noch das Einrichten eines Sparplans auf einen breitgestreuten ETF und diesen dann für längere Zeit zu halten. Wenn ihr den ETF für mindestens 15 Jahre haltet, habt ihr auch zumindest historisch betrachtet eine Chance von null Prozent einen Verlust damit zu machen, wie ich in diesem Artikel genau analysiert habe.

Allerdings erzeugt eine ETF-Strategie keinen so regelmäßigen oder hohen Cashflow wie ein Investment in Dividendenaktien. Ihr solltet euch deshalb immer im Klaren sein, ob ihr lieber einen regelmäßigen Cashflow wollt oder stattdessen nur durch die Kurssteigerung Gewinne erzielen wollt.

6. Dividenden entwickeln sich unabhängig vom Aktienkurs

Eines der wichtigsten Argumente für eine Dividendenstrategie oder zumindest einen Teil seines Portfolios in Dividendenaktien zu investieren, ist die Tatsache, dass die Dividenden sich unabhängig vom Aktienkurs entwickeln.

Damit meine ich, dass die Dividenden ausgezahlt oder erhöht werden ganz egal wie sich der Kurs der Aktie entwickelt. Nehmen wir als Beispiel einfach den Aktiencrash im Februar bzw. März 2020.

Der breite Markt ist um 35% eingestürzt und viele Aktien sogar um mehr als 50%. Als Dividendeninvestor hat mich dieser Kurseinbruch allerdings nicht wirklich interessiert, weil in dieser Zeit meine Dividenden weiterhin gezahlt wurden und in einigen Fällen sogar erhöht wurden.

Die Coca-Cola Aktie hat während des Crashs im März 2020 fast 40% an Wert verloren aber dennoch wurde die Dividende weiter gezahlt und sogar erhöht.

Die Aktie von Coca-Cola ist in dieser Zeit um fast 40% eingebrochen aber die Dividende wurde weiterhin gezahlt. Coca-Cola ist sogar das ideale Beispiel denn das Unternehmen hat am 13. März 2020, also inmitten des großen Crashs, seine Dividende um 2,5% erhöht.

Die Dividendenzahlung und das Dividendenwachstum fand komplett unabhängig von der Aktienkursentwicklung statt, sodass der Aktienkurs für mich nur eine untergeordnete Rolle spielt, solange mein Cashflow weiterhin stimmt.

Das Ganze hat sogar noch einen weiteren positiven Nebeneffekt. Durch die Dividende, die mir genau während des Aktienmarkteinbruchs gezahlt wurde, erhielt ich ebenso neue liquide Mittel, die ich nutzen konnte, um neue Dividendenaktien günstig zu kaufen.

Damit konnte ich die durchschnittliche Dividendenrendite meines Portfolios wesentlich verbessern und den regelmäßigen Cashflow insgesamt erhöhen.

7. Eine Dividendenstrategie motiviert seine Finanzen langfristig zu planen

Um an der Börse Erfolg zu haben, muss man immer langfristig denken. Jeder redet zwar immer nur über diejenigen, die angeblich über Nacht zum Millionär geworden sind aber Fakt ist, dass alle großen Vermögen dieser Welt nie in nur wenigen Tagen oder Wochen entstanden sind, sondern immer nur über viele Jahrzehnte.

Der Schlüssel zum Erfolg ist also langfristig zu planen und sich auch an diesen Plan zu halten. Viel zu häufig habe ich schon miterlebt, dass Investoren, nachdem sie erst einmal 100.000 Euro oder mehr angespart hatten, plötzlich viel zu viel von ihrem Vermögen ausgaben, oder aufhörten neues Geld zu investieren.

Genau hier hilft aber die Dividendenstrategie. Die regelmäßigen sich erhöhenden Cashflows motivieren die Strategie weiterhin durchzuziehen, weil man jeden Monat sieht, was die Investments für eine Wirkung haben.

Eine Wachstumsaktien, die voraussichtlich erst in drei oder mehr Jahren zu großen Gewinnen führt, verkaufe ich eher einmal, wenn der Kurs wieder einmal nach unten ging. Eine Dividendenaktie, die mir aber jedes Quartal neues Geld ausschüttet und jedes Jahr sogar etwas mehr, behalte ich aber auch wenn der Kurs ein wenig nach unten geht.

Wie viel Geld bereits pro Monat ausreicht, um sich langfristig ein großes Vermögen aufzubauen, habe ich in diesem Artikel genau erklärt. Schaut ihn euch doch einmal an, wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

Sind Dividendenaktien besser als Nicht-Dividendenaktien?


Es ist ein ewiger Kampf zwischen Dividendeninvestoren und Nicht-Dividendeninvestoren. Die einen lieben sie aufgrund des stetigen Cashflows, den sie generieren und die anderen hassen sie, weil sie versteuert werden müssen und dem Unternehmen weniger Geld für Wachstum bleibt. Aber sind Dividendenaktien wirklich besser oder schlechter als Nicht-Dividendenaktien? Ich bin der Frage einmal auf den Grund gegangen.

Im Zeitraum von 1973 bis 2021 konnten Dividendenaktien eine durchschnittliche Rendite von 10,68% pro Jahr erzielen und waren damit deutlich besser als Aktien, die keine Dividende ausgezahlt haben. Bei Nicht-Dividendenaktien lag die durchschnittliche Rendite im selben Zeitraum bei 4,79% pro Jahr.

Man kann also berechtigterweise sagen, dass Dividendenaktien in den letzten 50 Jahren besser liefen als Nicht-Dividendenaktien. Warum das so ist, was das für eure Investmentstrategie bedeutet und auf was ihr achten solltet, erkläre ich euch jetzt.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

Was ist besser? Dividendenaktien oder Aktien, die keine Dividende auszahlen?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man natürlich erst einmal festlegen was besser bedeutet. Für die meisten Investoren sind schlussendlich die Aktien besser, die die bessere Rendite liefern und entsprechend konzentriert sich meine folgende Analyse auch nur auf die Frage ob Dividendenaktien eine bessere Rendite liefern als Aktien, die keine Dividende auszahlen.

Glücklicherweise gibt es hierzu schon jede Menge wissenschaftliche Untersuchungen und dabei fällt in 99% der Fälle das Ergebnis immer zu Gunsten von Dividendenaktien aus.

In meinem Artikel „Ist eine Dividendenstrategie sinnvoll?“ habe ich alle Aktien des S&P 500 Index untersucht und deren durchschnittliche Jahresrendite für den Zeitraum von 1973 bis 2021 berechnet. 

Dabei habe ich alle Aktien des Index in eine bestimmte Kategorie eingeteilt je nachdem, ob sie eine Dividende gezahlt haben, diese konstant blieb oder erhöht wurde oder ob die Dividende sogar gekürzt oder nicht ausgezahlt wurde.

Die Ergebnisse der Untersuchung könnt ihr in folgender Tabelle sehen.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik.

Das Ergebnis ist dabei eindeutig, dass Dividendenaktien eine durchschnittlich deutlich höhere Rendite erzielen als Aktien, die keine Dividende auszahlen oder ihre bisherige Dividende sogar gekürzt oder eingestellt haben.

Die durchschnittliche Jahresrendite von Dividendenaktien im Zeitraum von 1973 bis 2021 betrug 10,68% für Aktien, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen und 9,60% für Aktien, die ihre Dividende zumindest konstant hielten.

Aktien, die keine Dividende auszahlten, erzielten im selben Zeitraum nur eine durchschnittliche Jahresrendite von 4,79%.

Glücklicherweise zahlen circa 85% aller Aktienunternehmen der Welt eine Dividende aus. Entsprechend machen Unternehmen, die keine Dividende auszahlen, nur einen sehr kleinen Anteil aus.

Wenn ihr übrigens gern wissen wollt, welche Aktien regelmäßig ihre Dividende erhöhen, habe ich übrigens das perfekte Tool für euch. Auf dieser Seite aktualisiere ich monatlich eine Liste mit den sogenannten Dividendenaristokraten oder Dividendenkönigen. Dort könnt ihr ganz einfach sehen, wie lange eine Aktie ihre Dividende bereits in Folge erhöht hat.

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Die eigentliche Überraschung an dieser Analyse ist aber, dass die Überrendite von Dividendenaktien nicht mit einem höheren Risiko einhergeht. Ganz im Gegenteil, die Standardabweichung von Dividendenaktien ist deutlich geringer als die Standardabweichung von Aktien, die keine Dividende auszahlen.

Wenn dir der Begriff Standardabweichung nichts sagt oder du nicht weißt, wie man das Risiko von Aktien messen kann, dann schau dir doch einmal diesen Artikel von mir an. Dort erkläre ich dir das Thema ganz genau.

Warum sind Dividendenaktien besser als Nicht-Dividendenaktien?

Jetzt nachdem klar ist, dass Dividendenaktien zumindest aus Risiko/Rendite-Sicht die besseren Aktien sind, stellt sich die Frage warum das eigentlich ist und hier muss man sagen, dass sich die Wissenschaft nicht wirklich einig ist.

Es zeigt sich aber, dass sich die meisten Finanzwissenschaftler zumindest in einem Punkt einig sind. Dividenden werden in der Regel von Unternehmen gezahlt, die bereits schon lange am Markt sind und ihren Markt bereits schon weitestgehend abgedeckt haben. 

Entsprechend bieten solche Aktien nur ein begrenztes Wachstumspotential was aber auch dazu führt, dass man Dividendenaktien verhältnismäßig günstig kaufen kann.

Eine Coca-Cola Aktie wird zum Beispiel nur zum 27-fachen ihres aktuellen Jahresgewinns gehandelt, während ein Unternehmen wie Tesla das 200-fache des Jahresgewinns für ihre Aktien verlangt.

In den meisten Fällen können solche Wachstumsaktien wie Tesla aber nicht halten was sie versprechen, sodass man schlussendlich einen zu hohen Preis für ein zu geringes Wachstum zahlt.

Wenn ihr gern mehr darüber erfahren wollt, warum manche Unternehmen keine Dividende zahlen, dann könnt ihr euch gern diesen Artikel von mir durchlesen, indem ich das Thema genau erkläre.

Tesla ist jetzt vielleicht nicht das beste Beispiel, weil die Aktie in den letzten 10 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von 65% erzielt hat und damit deutlich über der durchschnittlichen Jahresrendite von Dividendenaktien lag aber das ist auch nur eine Ausnahme.

Der Monatschart der Tesla Aktie. In den letzten 10 Jahren hat die Aktie eine Rendite von 14.761% erwirtschaftet was circa 65% pro Jahr entspricht.

Andere Ausnahmen sind auch Google, Amazon oder Facebook, aber das sind eben nur die wenigen Wachstumsaktien, die eine so hohe Rendite erzielen konnten. 

Im Vergleich dazu gibt es noch hunderte andere Nicht-Dividendenaktien, die im selben Zeitraum nicht so eine gute Rendite erzielen konnten und entsprechend die durchschnittliche Rendite dieser Aktien nach unten drücken.

D.h. aber auch, dass ihr mit dem nächsten Google oder Amazon sicherlich mehr Rendite erzielen könnt als mit Dividendenaktien aber wie wahrscheinlich ist es schon, dass ihr diese Aktien frühzeitig erkennt und auch über viele Jahre haltet? 

Für den durchschnittlichen Investor ist es deswegen eher empfehlenswert sein Geld breit zu streuen in verschiedene Aktien oder mithilfe von ETFs. Das könnt ihr bereits ab 25 Euro monatlich machen, wie ich euch in diesem Artikel genau erkläre.

Wie wichtig es ist, seine Dividenden zu re-investieren

Wenn ihr euch einmal für eine Dividendenstrategie entschieden habt, dann erhaltet ihr regelmäßig Dividendenzahlungen und ich möchte euch gern zeigen, wie wichtig es ist, diese immer wieder in neue Dividendenaktien zu re-investieren, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Übrigens wenn ihr euch unsicher seid, welche Dividendenstrategie ihr anwenden sollt, dann lest euch doch einmal diesen Artikel von mir durch, der euch alle verschiedenen Dividendenstrategien erklärt.

Schaut euch dazu nur den Verlauf des DAX Kurschart und des DAX-Performance-Chart an. Der DAX Kursindex misst die Entwicklung aller Aktien im DAX ohne Berücksichtigung von Dividenden während der DAX Performanceindex die Entwicklung inklusive Dividenden und dem re-investieren von Dividenden misst.

Orange der Verlauf des DAX Performanceindex und blau der Verlauf des DAX Kursindex. Ohne Dividenden hat der DAX in den letzten 10 Jahren lediglich eine Performance von circa 60% erzielt. Inklusive Dividenden und dem Re-Investieren der Dividenden lag die Performance im selben Zeitraum bei fast 116% bzw. circa dem doppelten.

Ihr seht dabei, dass umso länger der Zeithorizont ist, desto größer ist der Unterschied beider Indizes. Der Zinseszinseffekt, den ihr durch das re-investieren der Dividende erhalten, hat einfach auf lange Sicht einen unglaublichen Effekt, den die meisten Privatinvestoren unterschätzen.

In diesem Artikel könnt ihr euch genau anschauen, wie ihr Millionär werden könnt je nachdem wie lange euer Anlagehorizont ist. Es ist dabei immer wieder überraschend, wie wenig man eigentlich investieren muss, wenn man das Geld nur lange genug investiert lässt.

Warum fällt der Aktienkurs nach der Dividende?


Wer hat nicht schon einmal von der glorreichen Idee gehört Aktien kurz vor dem Zahltag der Dividende zu kaufen, die Dividende zu kassieren und die Aktien dann wieder zu verkaufen. Besonders Börsenneulinge kommen immer wieder auf diese Idee dabei lässt sich damit leider kein Geld verdienen, weil der Aktienkurs nach der Zahlung der Dividende immer um den Dividendenbetrag fällt. Warum das so ist und was ihr noch darüber wissen solltet, erfahrt ihr jetzt.

Der Kurs einer Aktie fällt nach Auszahlung der Dividende, da das Unternehmen durch die Dividendenzahlung einen Teil des Unternehmenswertes verliert. Der Verlust des Kurses entspricht dabei immer genau dem Wert der Dividendenzahlung je Aktie.

Der Aktienkurs fällt nach der Zahlung der Dividende also, weil das Unternehmen durch die Ausschüttung der Dividende einen Teil des Unternehmenswertes ausgegeben hat und somit weniger wert ist. Warum das aber so ist, lässt sich leicht anhand der üblichen Bewertungsmethoden für Aktien erklären.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

Warum fällt der Kurs nach der Dividende?

Um zu verstehen, warum Aktien an Wert verlieren, nachdem sie eine Dividende ausgezahlt haben, muss man verstehen wie Aktien im Allgemeinen bewertet werden. Ich zeige euch deshalb die drei gebräuchlichsten Methoden zur Bewertung von Aktien und wie diese durch eine Auszahlung der Dividende beeinflusst werden. 

Aber keine Angst, ich werde versuchen die Bewertungsmethoden so einfach wie möglich zu halten, damit jeder es versteht. Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Methoden eine Aktie zu bewerten: Das Substanzwertverfahren, der Multiple Ansatz und die Discounted Cashflow Methode

Das Substanzwertverfahren

Beim Substanzwertverfahren versucht man eine Aktie bzw. ein Unternehmen anhand des Wertes aller einzelnen Sachwerte zu bewerten. Man prüft also, was das Unternehmen momentan wert wäre, wenn man jeden Teil des Unternehmens verkaufen würde. D.h. jeder Stuhl, jeder Schreibtisch, jede Produktionsanlage usw.

Um das Beispiel nicht zu komplex zu machen, halten wir es einfach und schauen uns ein Unternehmen an, dass nichts anderes besitzt als eine Million Euro in Cash. Diese eine Million Euro hat das Unternehmen erwirtschaftet, indem es 400.000 Euro durch die Ausgabe von Aktien erhalten hat und 600.000 Euro durch die Aufnahme eines Kredits.

Der Substanzwert eines Unternehmens berechnet sich aus der Summe der verschiedenen Vermögenswerte des Unternehmens abzüglich aller Kredite. In unserem Fall wäre das also 1.000.000 Euro Cash abzüglich 600.000 Euro Kredit. Wie gesagt, ich halte das Beispiel bewusst einfach, damit es jeder versteht aber das Prinzip wird dabei dennoch deutlich.

Der Wert des Unternehmens wäre somit 400.000 Euro und sollte das Unternehmen 1.000 Aktien ausgegeben haben, dann wäre der Wert einer Aktie genau 400 Euro.

Entscheidet sich das Unternehmen nun eine Dividende von 5 Euro je Aktie auszuzahlen bzw. 5.000 Euro insgesamt, dann hätte das folgende Auswirkung auf die Bilanz des Unternehmens.

Das Unternehmen hätte nicht mehr 1.000.000 Euro in Cash, sondern nur noch 995.000 Euro allerdings wäre der Kredit weiterhin 600.000 Euro. Der Wert unseres Unternehmens wäre somit 995.000 Euro abzüglich 600.000 Euro bzw. 395.000 Euro. 

Je Aktie entspricht das somit einem Wert von 395 Euro bzw. genau den ursprünglichen 400 Euro abzüglich der Dividende von 5 Euro.

Der Multiple Ansatz

Das Problem am Substanzwertverfahren ist, dass es lediglich eine Momentaufnahme ist und die Zukunft nicht berücksichtigt. Stellt euch zum Beispiel vor ein Unternehmen wie Apple hat gerade erst das neue iPhone auf den Markt gebracht.

Was wäre in so einer Situation sinnvoller. Sollte man den Wert der Apple Aktie daran bewerten, wie viel iPhones das Unternehmen im Lager hat (also das Substanzwertverfahren) oder daran wie viele iPhones das Unternehmen womöglich verkaufen wird?

Natürlich wird ein Unternehmen eher an den zukünftigen Erträgen bewertet und nicht am aktuellen Wert aller Assets und genau hier helfen der Multiple Ansatz und das Discounted Cashflow Modell.

Beim Multiple Ansatz bewertet man ein Unternehmen anhand vergleichbarer Unternehmen. Dabei setzt man verschiedene Finanzkennzahlen miteinander ins Verhältnis (engl. „Multiples“) und vergleicht diese mit dem zu bewertenden Unternehmen. Schauen wir uns das Ganze aber wieder an einem einfachen Beispiel an.

Nehmen wir an wir möchten gern die Aktie der Coca-Cola Company bewerten und als Vergleichsunternehmen nutzen wir PepsiCo, da beide ein sehr ähnliches Geschäftsmodell haben und auch ein fast identisches Produkt verkaufen. Der Wert von PepsiCo ist uns bekannt aber der Wert von Coca-Cola nicht.

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Zur Bewertung von Coca-Cola wollen wir das Eigenkapital-Multiple (häufig auch Buchwert-Multiple genannt) nutzen. D.h. wir prüfen wie hoch der Wert aller Assets von PepsiCo abzüglich der Kredite im Vergleich zu deren Aktienkurs ist und multiplizieren dieses Verhältnis mit dem Gewinn von Coca-Cola.

Stellen wir uns also vor, dass PepsiCo ein Eigenkapital von 100 USD je Aktie hat und die Aktie momentan zu 172 USD gehandelt wird. Der Preis der Aktie ist somit circa 1,72-mal so hoch wie der aktuelle Jahresgewinn (172 USD Aktienkurs geteilt durch 100 USD Eigenkapital je Aktie).

Coca-Cola hat in diesem Beispiel momentan ein Eigenkapital von 40 USD je Aktie und die Idee ist nun, dass die Aktie von Coca-Cola denselben Multiple wie den von PepsiCo haben sollte. Ich multipliziere die 40 USD Eigenkapital je Aktie deswegen mit dem Multiple von 1,72 und erhalte einen „fairen“ Wer für Coca-Cola von 68,80 USD. Der aktuelle Wert liegt bei 64 USD also gar nicht allzu fern.

Nehmen wir nun an, dass Coca-Cola eine Dividende von 0,75 USD je Aktie auszahlt. Das Eigenkapital je Aktie (nach Dividende) würde sich dadurch um 0,44 USD auf 39,56 verringern. Multiplizieren wir das mit dem Multiple von 1,72 erhalten wir einen „fairen“ Wert der Coca-Cola Aktie von 68,05 USD bzw. genau 0,75 USD weniger was exakt der Wert der ausgezahlten Dividende ist.

Die Discounted Cashflow Methode

Zuletzt möchte ich euch noch das Discounted Cashflow (kurz: DCF) Modell erklären und wie man damit ebenfalls den Kursrückgang um die Dividendenauszahlung erklären kann.

Das DCF-Verfahren ist dabei allerdings das komplizierteste von allen dreien, weswegen ich alles extrem einfach halten möchte.

Im Wesentlichen geht es bei der DCF-Methode darum alle zukünftigen Cashflows zu nehmen und deren aktuellen Wert zu berechnen. D.h. wenn ihr zum Beispiel 3 Euro Dividende in 10 Jahren bekommt, dann sind diese natürlich nicht dasselbe wert wie jetzt schon 3 Euro zu haben, sondern vielleicht dasselbe wie 2 Euro jetzt.

Das müsstet ihr für alle Cashflows machen, die ihr in Zukunft durch die Aktie erhaltet. D.h. zum Beispiel 3 Euro Dividende in diesem Jahr, 3,20 Euro Dividende im nächsten Jahr, 3,40 Euro im Jahr darauf usw. (Kleine Randbemerkung: Beim DCF nutzt man eigentlich nicht die Dividenden, sondern andere Metriken wie die Earnings-Per-Share. Ich habe das Beispiel aber bewusst so gewählt, um alles einfach zu halten.)

Der Wert eurer Aktie ist somit die Summe aller abdiskontierten zukünftigen Cashflows. Und was würde in so einem Fall passieren, wenn euch eine Dividende ausgezahlt werden würde? Dann würdet ihr natürlich einen zukünftigen Cashflow weniger haben und der DCF-Wert eurer Aktie würde genau um den Wert der Dividende fallen.

Darum fällt der Aktienkurs nach der Dividendenzahlung

Es lässt sich also zusammenfassen, dass der Kurs einer Aktie bei Auszahlung der Dividende immer um den Wert der Dividende fällt, weil die Aktie durch die Auszahlung einfach selbst an Wert verliert. 

Für euch als Investor spielt das aber keine große Rolle. Stellt euch einfach vor ihr habt eine Aktie im Wert von 40 Euro und ihr bekommt jetzt eine Dividende von 2 Euro. Eure Aktie ist dann nur noch 38 Euro wert und ihr habt 2 Euro in Cash. Alles in allem habt ihr also immer noch 40 Euro (Steuern habe ich hier jetzt unberücksichtigt gelassen, aber darauf gehe ich später noch einmal ein).

Man spricht in diesem Fall auch von der sogenannten „Dividend Irrelevance Theory“ über die auch schon viele wissenschaftliche Artikel geschrieben wurden. Kernaussagen dieser Theorie ist es, dass es keine Rolle spielt, ob ein Unternehmen eine Dividende auszahlt oder nicht, weil es aus Investorensicht finanziell einfach keinen Unterschied macht

Nichtsdestotrotz gibt es aber auch ein Phänomen, dass man üblicherweise als „Dividend Rally“ bezeichnet. Dahinter verbirgt sich das Phänomen, dass Investoren Dividendenaktien verstärkt kurz vor Dividendenauszahlung kaufen, sodass der Kurs der Dividendenaktien wenige Wochen vor der Dividendenauszahlung leicht steigt.

Inwiefern man mit Dividend Rallies aber Geld verdienen kann, wage ich zu bezweifeln. Die Kursanstiege kurz vor Dividendenauszahlungen sind in meinen Augen eher extrem gering und vernachlässigbar.

Warum passiert es aber dennoch manchmal, dass eine Aktie am Tag der Dividendenzahlung nicht wirklich fällt oder sogar steigt? Widerspricht das nicht allem vorhergesagtem? Nicht wirklich. 

Stellen wir uns einfach eine Aktie mit aktuellem Preis von 100 Euro vor. Diese Aktie zahlt heute eine Dividende von 2 Euro aus und müsste demnach um 2% fallen. Das tut sie auch, aber das ändert nichts daran, dass Aktienkurse auch täglichen Schwankungen unterliegen. 

Wenn die Aktie am Tag der Dividendenzahlung also nicht bei -2% notiert, sondern bei +3%, dann liegt das daran, dass die Aktie ohne Dividendenzahlung an diesem Tag eigentlich 5% gestiegen wäre.

Sollte man Aktie wegen der Dividende am Tag vor der Ausschüttung kaufen und anschließend direkt wieder verkaufen?

Kommen wir nun zur entscheidenden Frage: Lohnt es sich eine Aktie kurz vor Auszahlung der Dividende zu kaufen, bis zur Auszahlung der Dividende zu halten und die Aktie danach wieder zu verkaufen?

Finanziell macht es keinen Sinn eine Aktie nur wegen der Dividende am Tag vor der Ausschüttung zu kaufen und anschließend wieder zu verkaufen, da der Wert der Aktie am Dividend-Ex-Tag um den Wert der Dividende fällt. 

Aus finanzieller Sicht macht es für Investoren ohne Berücksichtigung von Steuern somit keinen Unterschied, ob eine Dividende gezahlt wird oder nicht. Berücksichtigt ihre sogar noch die anfallende Steuer, dann ist es sogar für euch nachteilig eine Aktie kurz vor der Dividendenzahlung zu kaufen, wie ich euch hier erkläre.

Es tut mir also leid, wenn ich euch enttäuschen muss, weil ihr gedacht habt, ihr hättet eine geniale Investmentstrategie gefunden.

Wann fällt der Kurs nach der Dividendenzahlung?

Der Kurs einer Aktie fällt durch Auszahlung der Dividende am sogenannten Ex-Dividenden-Tag. Dieser Tag ist entscheidend darüber welcher Investor ein Anrecht auf die Dividendenzahlung hat und wer nicht.

Am Ex-Dividenden-Tag wird die Auszahlung der Dividende festgelegt an alle Investoren, die zu diesem Tag die Aktie halten. Zwischen dem Ex-Dividenden-Tag und dem Tag der eigentlichen Auszahlung kann dabei lediglich ein Tag liegen (häufig in Deutschland der Fall) oder aber auch mehrere Wochen (häufig in den USA der Fall).

Das bedeutet aber auch, dass der Kurs einer Aktie um den Wert der Dividende fällt (Ex-Dividenden-Tag), noch bevor es überhaupt zur Auszahlung gekommen ist (Auszahlungstag). Für euch bedeutet das aber auch, dass ihr eure Aktien nach dem Ex-Dividenden-Tag und noch vor dem Auszahlungstag verkaufen könnt und trotzdem die Dividende erhalten würdet, da ihr die Aktie schließlich am Ex-Dividenden-Tag gehalten habt.

Sollte man Aktien vor oder nach der Dividendenzahlung kaufen?

Wenn es also, wie oben beschrieben, aus Investorensicht keine Rolle spielt, ob eine Dividende gezahlt wird oder nicht, macht es denn dann einen Unterschied, ob man eine Aktie vor oder nach der Dividendenzahlung kauft?

Ja, das macht dennoch einen Unterschied und am wichtigsten ist hierbei das Thema Steuern. Dividenden werden wie alle anderen Kapitalerträge mit der Abgeltungssteuer versteuert und entsprechend erhaltet ihr (sofern ihr nicht unter dem Freibetrag seid) nie 100% der Dividende, sondern nur den um die Steuer verringerten Teil.

Solltet ihr also die Wahl haben eine Aktie vor oder nach der Zahlung der Dividende zu kaufen, solltet ihr dies immer erst nach Dividendenzahlung machen, da ihr andernfalls zum Beispiel 100 Euro in die Aktie investiert, eine Dividende in Höhe von 4 Euro erhaltet aber darauf 1 Euro Steuern zahlen müsst.

Ihr habt somit eine Aktie im Wert von 96 Euro (Ex-Dividend) und 3 Euro in Cash (Ex-Steuern) bzw. 99 Euro oder 99% des eingesetzten Kapitals. Hättet ihr aber erst nach Zahlung der Dividende die Aktie gekauft, hättet ihr eine Aktie, die einen Wert von 100% eures eingesetzten Kapitals besitzt.

Noch mehr Details zur Besteuerung von Dividenden und auch welche Dividendenzahlungen steuerfrei sind, erkläre ich euch übrigens in diesem Artikel.

Wäre es besser nur in Aktien zu investieren, die keine Dividende auszahlen?

Da wir schon festgestellt haben, dass es keinen Unterschied für Investoren macht, ob man eine Dividende erhält oder nicht bzw. dass eine Dividendenauszahlung in der Regel sogar steuerlich nachteilig für Investoren ist, sollte man doch meinen, dass es sinnvoller wäre, nur noch in Aktien zu investieren, die keine Dividenden auszahlen.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall. In diesem Artikel habe ich analysiert, wie hoch eigentlich die durchschnittliche Rendite in den letzten 50 Jahren bei Aktien war, die eine Dividende ausgeschüttet haben und bei denen die keine Dividende ausgeschüttet haben.

Wer sich für die ganze Analyse interessiert, sollte sich unbedingt den Artikel durchlesen aber für alle anderen hier die wichtigste Erkenntnis.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik. Quelle: Hartford Research.

Es zeigt sich also, dass Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen bzw. überhaupt eine Dividende zahlen eine im Durchschnitt bessere Rendite erzielen als Unternehmen, die keine Dividende zahlen oder ihre bisherige Dividende sogar kürzen.

Die Überraschung dabei ist jedoch, dass die höhere Rendite auch nicht mit einem höheren Risiko einhergeht, sondern die Standardabweichung dieser Unternehmen geringer als das Marktniveau und sogar geringer als das von Unternehmen ist, die keine Dividende auszahlen.

Wenn ihr mit dem Begriff Standardabweichung als Maß für das Risiko einer Aktie nichts anfangen könnt, dann empfehle ich euch diesen Artikel von mir. Dort erkläre ich genau was die Volatilität bzw. Standardabweichung bei Aktien bedeutet und wie ihr damit euer Risiko einschätzen könnt.

Wie man in Dividendenaktien investieren sollte

Wenn ihr selbst ein Dividendeninvestor seid oder in Zukunft gern verstärkt in Dividendenaktien investieren wollt, dann könnt ihr jederzeit mit meiner Dividendenliste hier starten. Dort findet ihr über 1.100 weltweite Aktien, die man üblicherweise als Dividendenaristokraten oder Dividendenkönige bezeichnet sowie alle Unternehmen, die diesen Status bald erreichen könnten.

Die Liste ist für jeden frei zugänglich, ohne Newsletteranmeldung oder irgendwelche versteckte Kosten oder Abos. Ich habe die Liste einfach ursprünglich nur für mich entwickelt aber freue mich über jeden, den ich damit helfen kann. Die Liste wird jeden Monat von mir aktualisiert also schaut regelmäßig vorbei, wenn ihr die neuste Liste benötigt.

Unter der Liste habe ich auch aufgeführt auf was ich bei Dividendenaktien achte (z.B. maximale Ausschüttungsquote oder Dividendenrendite) und was die Vor- und Nachteile solcher Aktien sind. Wenn ihr also absolute Anfänger sein, ist der Artikel für euch sicherlich ein guter Start.

Der negative Effekt auf den Aktienkurs ist übrigens nicht der einzige Nachteile, den Dividendenaktien mit sich bringen. In diesem Artikel habe ich fünf weitere Nachteile von Dividendenaktien aufgelistet. Schaut doch einmal vorbei, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt.

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Warum zahlen manche Unternehmen keine Dividende?


Für die meisten Unternehmen gehört es bereits dazu: die regelmäßige Ausschüttung der Jahresgewinne an die Aktionäre besser bekannt als Dividende. Aber warum gibt es eigentlich Unternehmen, die keine Dividende zahlen und ist es besser eine Dividende zu zahlen oder nicht? Ich bin der Frage einmal auf den Grund gegangen und möchte euch meine Erkenntnisse nicht vorenthalten.

Unternehmen zahlen häufig keine Dividende, weil sie die Unternehmensgewinne stattdessen in das eigene Wachstum investieren. Es zeigt sich dabei aber, dass die durchschnittliche Jahresrendite von Aktien, die eine Dividende auszahlen, höher ist als von Aktien, die keine Dividende auszahlen.

Wie ihr seht, ist der Hauptgrund, warum manche Unternehmen keine Dividende zahlen, dass sie die Gewinne lieber in das eigene Unternehmen re-investieren, weil das Management der Meinung ist, dadurch eine bessere Rendite als der breite Markt zu erzielen.

Die wichtige Frage ist aber, ist es für Investoren wirklich empfehlenswert, wenn keine Dividende ausgeschüttet wird? Hierfür gibt es eine klare Antwort aber zunächst einmal, sollten wir das Thema von vorn beginnen.

Warum Unternehmen eine Dividende zahlen oder nicht

Unternehmen haben keine gesetzliche Verpflichtung eine Dividende auszuzahlen, allerdings können die Aktionäre mithilfe des Stimmrechts ihrer Aktie darauf Einfluss nehmen, ob eine Dividende gezahlt werden soll oder nicht. In der Regel wird dabei für eine Dividende gestimmt aber in manchen Fällen auch dagegen. Insgesamt zahlen circa 85% aller Unternehmen weltweit eine Dividende aus.

Um zu verstehen, warum man sich gegen eine Dividendenzahlung entscheidet, muss man zunächst verstehen, dass sich Unternehmen grundsätzlich in zwei Kategorien unterscheiden lassen.

Zum einen gibt es die bereits etablierten Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten am Markt sind und ein etabliertes Geschäftsmodell haben.

Bei solchen Unternehmen ist es häufig der Fall, dass sie nur noch wenig wachsen, weil sie einfach bereits den gesamten Markt mit ihren Produkten abgedeckt haben. 

Stellt euch einfach Coca-Cola vor. Das Unternehmen verkauft das Kult-Getränk bereits in fast allen Ländern dieser Welt, sodass es nur noch wenig Wachstumspotential gibt.

Weil das Unternehmen deshalb nicht wirklich weiß, was es mit all den Gewinnen machen soll, entscheidet sich das Management deshalb einen Teil des Gewinns regelmäßig an die Investoren auszuzahlen.

Das ist auch der Fall bei Coca-Cola, die ihre Dividende bereits seit 59 Jahren auszahlen und sogar jedes Jahr die Dividende ein klein wenig erhöht haben.

Hinzu kommt, dass eine regelmäßige Auszahlung der Dividende Vertrauen unter Investoren schafft, da man dadurch zeigt, dass das Unternehmen eine sehr gute finanzielle Grundlage hat und sich das Management für die Investoren verantwortlich fühlt.

Auf der anderen Seite gibt es dann aber Unternehmen, die keine Dividende auszahlen und hierbei handelt es sich in der Regel um Unternehmen, die sich selbst noch stark im Wachstum befinden.

Diese Unternehmen wollen schnell weiterwachsen und ihr Produkt auf andere Märkte ausrollen oder sogar neue Produkte einführen. 

Bekannte Unternehmen,
die eine Dividende zahlen
Bekannte Unternehmen,
die keine Dividende zahlen 
Exxon MobileGoogle
AltriaAmazon
AT&TFacebook

Das Management ist deshalb der Meinung, dass man, anstatt einer Dividende zu zahlen, die Gewinne lieber für das Wachstum nutzen sollte und investiert das Geld deswegen lieber im Unternehmen, anstatt es an die Investoren auszuschütten.

Investoren machen in so einem Fall keine Erträge durch regelmäßige Ausschüttungen, sondern müssen ihre Aktien verkaufen, um sich den Gewinn des Unternehmens auszuzahlen zu können.

Eine Alternative zu Dividendenausschüttungen sind übrigens Aktienrückkäufe. Mehr dazu könnt ihr in diesem Artikel von mir erfahren.

Was ist besser für Investoren? Dividende oder keine Dividende?

Keine der beiden Methoden ist erst einmal besser oder schlechter allerdings muss man auch sagen, dass es steuerlich betrachtet besser für Investoren ist, wenn die Gewinne nicht ausgeschüttet werden, da man dann nicht regelmäßig die Unternehmenserträge versteuern muss.

Davon aber einmal abgesehen stellt sich die Frage, welche Aktien tatsächlich die besseren Renditen liefern. Theoretisch betrachtet sollte man ja meinen, dass Unternehmen, die keine Dividende auszahlen, bessere Renditen erzielen, da sie die Unternehmensgewinne ja schließlich wieder im eigenen Unternehmen re-investieren können, aber ist das wirklich so?

Um genau diese Frage zu beantworten, habe ich in meinem Artikel „Ist eine Dividendenstrategie sinnvoll?“ alle Aktien des S&P 500 Index genommen und deren Rendite von 1973 bis 2021 miteinander verglichen. Jede Aktie wurde dabei in eine unterschiedliche Kategorie gesteckt je nachdem ob sie eine Dividende zahlen, die Dividende regelmäßig erhöhen oder gar keine Dividende zahlen bzw. diese sogar gekürzt haben.

Die durchschnittlichen Renditen und das durchschnittliche Risiko dieser Aktienkategorien könnt ihr in der folgenden Tabelle sehen.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik. Quelle: Hartford Research.

Es zeigt sich dabei, dass Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen eine im Durchschnitt bessere Rendite erzielen als Unternehmen, die keine Dividende zahlen oder ihre bisherige Dividende sogar kürzen. Dividendenunternehmen erzielten im Zeitraum von 1973 bis 2021 sogar eine bessere Rendite als der breite Markt.

Die Überraschung dabei ist jedoch, dass die höhere Rendite nicht mit einem höheren Risiko einhergeht, sondern die Standardabweichung dieser Unternehmen sogar geringer als das Marktniveau und geringer als das von Unternehmen ist, die keine Dividende auszahlen.

Wenn ihr mit dem Begriff Standardabweichung als Maß für das Risiko einer Aktie nichts anfangen könnt, dann empfehle ich euch diesen Artikel von mir. Dort erkläre ich genau was die Volatilität bei Einzelaktien bedeutet und wie ihr damit euer Risiko einschätzen könnt.

Wen das noch nicht überzeugt haben sollte, den kann ich ansonsten auch noch diese Studie von LVW Advisors empfehlen. Diese haben sich genau dieselbe Frage allerdings für ein globales Portfolio gestellt und dabei den Zeitraum von 1991 bis 2015 betrachtet.

Auch hier war das Ergebnis dasselbe. Unternehmen, die regelmäßig eine Dividende zahlen, konnten in diesem Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von 9,7% pro Jahr erzielen, während Unternehmen, die keine Dividende ausschütten nur eine Rendite von 4,18% erzielen konnten.

Warum Dividendenaktien eine bessere Rendite erzielen als Nicht-Dividendenaktien

Ich muss zugegeben, dass ich von den obigen Erkenntnissen ein wenig überrascht war, und so wird es sicherlich den meisten von euch gehen.

Allerdings hat diese Überrendite von Dividendenaktien gegenüber Nicht-Dividendenaktien auch einen einfachen Grund.

Wie oben bereits erwähnt, haben Unternehmen, die regelmäßig eine Dividende zahlen, nur ein begrenztes Wachstumspotential. Das hat aber auch den positiven Nebeneffekt, dass diese Aktien zu wesentlich günstigeren Preisen gekauft werden können.

Die Aktie von Coca-Cola kann zum Beispiel zu einem Preis des 27-fachen des aktuellen Jahresgewinns gekauft werden, während Aktien wie Tesla einen Preis von mehr als dem 200-fachen des Jahresgewinns verlangen.

Häufig können solch teure Aktien ihrer hohen Bewertung nicht gerecht werden, weswegen in der Regel der Preis zu hoch für das am Ende wirklich eintretende Wachstum ist.

Natürlich gibt es Unternehmen wie Google, Amazon oder auch Tesla, die in derselben Zeit eine viel höhere durchschnittliche Jahresrendite erzielt haben als 10,68%, aber hierbei handelt es sich eben nur um Ausreißer an Unternehmen, die keine Dividende zahlen.

Der Wochenchart von Amazon von 1998 bis 2022. In diesem Zeitraum hat die Aktie eine Rendite von 53.886% erzielt

Die Mehrheit der Unternehmen, die keine Dividende zahlen, können am Ende nicht so sehr wachsen, wie ursprünglich erhofft, weswegen ihr Kaufpreis in der Regel zu hoch ist und entsprechend die erzielte Rendite darunter leidet.

Kein Wunder, dass die beste Aktie des S&P 500 Index im Zeitraum von 1968 bis 2015 auch eine Aktie ist, die selbst jetzt noch für ihre lange Dividendenhistorie bekannt ist: Altria.

Hätte man 1968 einen US-Dollar in die Aktien des Unternehmens investiert, hätte man 2015 Aktien im Wert von 6.638 USD. Ein Investment von einem US-Dollar in den S&P 500 Index hätte in derselben Zeit nur zu einem Wertanstieg von 87 USD geführt.

Der Wochenchart von Altria von 1968 bis 2022. In diesem Zeitraum hat die Aktie eine Rendite von 1.459.196% erzielt

Wichtig bei all diesen Vergleichen ist aber, dass es sich immer nur um historische Zahlen handelt. In der Vergangenheit haben Dividendenaktien deutlich besser performt als Nicht-Dividendenaktien, aber das muss nicht zwangsläufig in der Zukunft weiterhin der Fall sein.

Vielleicht ist jetzt die Zeit der Technologie-Unternehmen angebrochen aber vielleicht auch nicht. Solange es keine genauen Anzeichen dafür gibt, investiere ich aber weiterhin einen Großteil meines Geldes in Dividendenaktien.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

Wie man in Dividendenaktien investieren sollte

Wenn ihr selbst ein Dividendeninvestor seid oder in Zukunft gern verstärkt in Dividendenaktien investieren wollt, dann könnt ihr jederzeit mit meiner Dividendenliste hier starten. Dort findet ihr über 1.100 weltweite Aktien, die man üblicherweise als Dividendenaristokraten oder Dividendenkönige bezeichnet sowie alle Unternehmen, die diesen Status bald erreichen könnten.

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Unter der Liste habe ich auch aufgeführt auf was ich bei Dividendenaktien achte (z.B. maximale Ausschüttungsquote oder Dividendenrendite) und was die Vor- und Nachteile solcher Aktien sind. Wenn ihr also absolute Anfänger sein, ist der Artikel für euch sicherlich ein guter Start.

Der Unterschied zwischen Dividende und Dividendenrendite


Die Finanzwelt ist voller Fachbegriffe und insbesondere Anfänger haben es immer wieder schwer selbst die einfachsten Begriffe zu verstehen, weil immer vorausgesetzt wird, dass diese Fachbegriffe doch jeder kennen sollte. Aber das ist nicht immer der Fall, weswegen es häufig auch zu einer Verwechslung der Dividende mit der Dividendenrendite kommt. Was der Unterschied zwischen der Dividende und der Dividendenrendite ist und worauf du bei beiden achten solltest, verrate ich dir jetzt.

Die Dividende ist die regelmäßige Gewinnausschüttung je Aktie an die Aktionäre. Sie ist ein absoluter Betrag und wird automatisch auf das Depot des Aktieninhabers überwiesen. Die Dividendenrendite ist eine Verhältniszahl und gibt an, wieviel Prozent die Dividende vom aktuellen Aktienkurs ausmacht.

Der Unterschied zwischen der Dividende und der Dividendenrendite ist somit, dass die Dividende ein fixer Betrag wie zum Beispiel 3€ ist, der regelmäßig an die Aktionäre für jede Aktie ausgeschüttet wird und die Dividendenrendite gibt an, was die Dividende für eine Rendite beim aktuellen Aktienkurs ausmacht.

D.h. wenn die Dividende wie im oben Beispiel 3€ beträgt und der aktuelle Aktienkurs bei 100€ liegt, dann wäre die Dividendenrendite in diesem Fall genau 3%. Was ihr aber noch über die beiden Kennzahlen wissen solltet, erkläre ich euch in den nächsten Abschnitten.

Die Dividende

Die Dividende ist die Gewinnausschüttung eines Unternehmens an den Aktionär und ist ein absoluter Betrag. D.h. sie kann zum Beispiel 3€ betragen und bedeutet dann, dass jeder Inhaber einer Aktie des Unternehmens 3€ je Aktie bekommt. 

Ein Unternehmen hat allerdings keine Verpflichtung eine Dividende auszuzahlen aber dennoch machen es die meisten, um die Aktionäre am Gewinn des Unternehmens zu beteiligen (Solche Aktien liefern in der Regel auch die besseren Renditen, wie ich in diesem Artikel genau zeige.)

Apple hat zum Beispiel mehr als 17 Jahre keine Dividende ausgezahlt und macht dies erst seit 2012 wieder regelmäßig. Das ist allerdings auch nicht überraschend, da eine Dividende in der Regel nur von bereits lang etablierten Unternehmen gezahlt wird. Unternehmen wie Apple, die sich selbst noch in einem starken Wachstum befinden, investieren die Dividende lieber selbst in das eigene Unternehmen und damit in ihr Wachstum, anstatt den Gewinn auszuschütten.

Wie oft eine Dividende ausgezahlt wird, kann ebenfalls jedes Unternehmen für sich entscheiden allerdings ist das häufig auch sehr länderspezifisch. In Deutschland zahlen zum Beispiel die meisten Unternehmen nur einmal pro Jahr eine Dividende während in den USA häufig jedes Quartal eine Dividende ausgeschüttet wird.

Die folgenden Unternehmen zahlen sogar monatlich eine Dividende, aber das ist eher die Seltenheit.

UnternehmensnameTickerLandAnzahl Jahre an
Dividendenauszahlungen
REALTY INCOME CORPORATIONOUSA28
MAIN STREET CAPITAL CORPORATIONMAINUSA11
SL GREEN REALTY CORP.SLGUSA11
STAG INDUSTRIAL, INC.STAGUSA8
GLADSTONE LAND CORPORATIONLANDUSA7
GLOBAL WATER RESOURCES, INC.GWRSUSA5
Die Tabelle zeigt alle Unternehmen weltweit, die ihre Dividende monatlich auszahlen.

Sobald die Dividende ausgezahlt wurde, fällt der Aktienkurs in der Regel um den Betrag der gezahlten Dividende. Warum das so ist, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Die Dividendenrendite

Das Problem an der Dividende ist aber, dass sich die Dividenden zweier Unternehmen nicht wirklich miteinander vergleichen lassen. Wenn Aktie A zum Beispiel eine Dividende von 3€ ausschüttet und Aktie B eine Dividende von 5€, was sagt mir das dann aus?

Natürlich ist 5€ mehr als 3€ aber was ist, wenn ich für Aktie B auch mehr als das doppelte als für Aktie A bezahlen muss? Und genau hier kommt die Dividendenrendite ins Spiel. 

Die Dividendenrendite ist eine relative Zahl und gibt an, wie viel Prozent die Dividende vom Aktienkurs ausmacht. Sie entspricht somit dem aktuellen Zinssatz der Aktie bzw. der Rendite der Aktie. Daher auch der Name „Dividendenrendite“.

Bleiben wir aber noch einmal beim oberen Beispiel mit der Dividende von Aktie A und Aktie B. Wenn Aktie A in dem Fall einen aktuellen Aktienkurs von 100€ hat und Aktie B einen Aktienkurs von 200€, dann wäre die Dividendenrendite von Aktie A 3% (3€ geteilt durch 100€) und von Aktie B 2,5% (5€ geteilt durch 200€).

Diese Zahlen lassen sich perfekt miteinander vergleichen, denn man kann dann genau sagen, dass bei einem Investment von 1.000€ Aktie A 30€ Dividende jährlich auszahlen würde und Aktie B lediglich 25€.

Die Berechnung der Dividendenrendite ist somit Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs.

Die Formel zur Berechnung der Dividendenrendite.

Während die Dividende lediglich einmal im Jahr oder vielleicht auch viermal im Jahr ausgezahlt und entsprechend angepasst wird, ändert sich die Dividendenrendite permanent. Das liegt einfach daran, dass sich der Aktienkurs jederzeit ändert und damit auch die Dividendenrendite.

Übrigens eine persönliche Anmerkung noch von meiner Seite. Ich merke sehr häufig, dass vor allem Anfänger immer wieder die Dividendenrendite mit der sogenannten Yield at Cost verwechseln. Was sich hinter dieser Kennzahl verbirgt und wie sie im Verhältnis zur Dividendenrendite steht, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Zurück zum Thema: Bedeutet das jetzt aber, dass ihr nur noch in Aktien mit einer hohen Dividendenrendite investieren solltet? Nein, denn umso höher die Dividendenrendite ist, desto größer ist in der Regel auch das Risiko, dass die Dividende weiterhin gezahlt werden kann, wie ich euch im nächsten Abschnitt zeigen werde.

Ihr solltet auch beachten, dass die Dividendenrendite allein betrachtet nur wenig Aussagekraft hat, wie ich in diesem Artikel genau erkläre. Schaut bei eurer Aktienauswahl deswegen auch immer auf andere wichtige Aktienkennzahlen und fokussiert euch nicht zu sehr auf die Dividendenrendite.

Was ist eine gute Dividendenrendite?

Das Problem an zu hohen Dividendenrenditen ist, dass diese oft nicht nachhaltig sind. D.h. ein Unternehmen kann es sich in der Regel nicht leisten eine Dividendenrendite von 10% über mehrere Jahre zu halten. Entsprechend kommt es häufig zu einer Verringerung der Dividende oder sogar dem kompletten Aussetzen der Dividendenzahlung.

In diesem Artikel habe ich über 1.000 Aktien analysiert, um zu zeigen, wann eine hohe Dividende schlecht für Anleger ist. Schaut euch den Artikel doch einmal an, wenn ihr mehr darüber wissen wollt, ansonsten für alle anderen hier eine Kurzfassung.

Eine hohe Dividendenrendite führt in der Regel zu einer höheren Ausschüttungsquote, geringerem jährlichen Dividendenwachstum und dem Aussetzen der Dividende. Aktionäre sollten deswegen immer sehr vorsichtig sein, wenn sie eine zu hohe Dividendenrendite sehen und die entsprechende Aktie lieber etwas genauer als üblich analysieren.

Aber was ist denn nun eine hohe Dividendenrendite? Das kann man so natürlich nicht genau sagen, aber was man sagen kann, ist wenn eine Dividendenrendite „normal“ ist.

Auch hierfür habe ich über 1.000 dividendenorientierte Aktien analysiert. Meine gesamte Analyse könnt ihr hier lesen aber für alle anderen hier die wichtigste Erkenntnis.

AktienauswahlDurchschnittliche Dividendenrendite
Alle2,50%
Aktien, die bereits mindestens 50 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,17%
Aktien, die bereits mindestens 25 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,41%
Aktien, die bereits mindestens 10 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen2,45%
Höchster Wert unter allen Aktien11,99%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Dividendenrendite von Aktien an je nachdem wie lange sie bereits schon Dividenden ausschütten.

Die durchschnittliche Dividendenrendite der meisten dividendenorientierten Aktien ist 2,5% bzw. wird sogar geringer, je länger ein Unternehmen bereits eine Dividende auszahlt. 

Ich kann euch somit nicht sagen ab wann eine Dividendenrendite zu hoch ist, aber ihr solltet die 2,5% dennoch immer als Maßstab nehmen. Eine Dividendenrendite von 4% ist somit auch weiterhin noch vertretbar aber bei 6% solltet ihr vielleicht schon einmal genauer hinschauen.

Wo aber die Grenze zwischen „normaler“ Dividendenrendite und „zu hoher“ Dividendenrendite liegt, muss jeder für sich selbst festlegen.

Wenn ihr in Zukunft gern eure Dividendenrendite tracken wollt, dann kann ich euch nur das Tool TrackYourDividends empfehlen. Dort könnt ihr all eure Investments angeben und erfahrt dann immer, wann die nächste Dividendenauszahlung ist oder wie hoch eure aktuelle Dividendenrendite ist.

Das Tool ist nur leider eher auf den US-Markt ausgelegt, weswegen ihr nicht immer alle deutschen bzw. europäischen Titel finden könnt.

Übrigens, das ist nur einer von vielen Artikeln, die ich zum Thema „Dividenden“ geschrieben habe. Wenn du gern mehr über Dividenden erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel „Dividenden – einfach erklärt“ in dem ich dir die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Artikeln zusammengefasst haben.

Wie man in Dividendenaktien investieren sollte

Wenn ihr selbst ein Dividendeninvestor seid oder in Zukunft gern verstärkt in Dividendenaktien investieren wollt, dann könnt ihr jederzeit mit meiner Dividendenliste hier starten. Dort findet ihr über 1.100 weltweite Aktien, die man üblicherweise als Dividendenaristokraten oder Dividendenkönige bezeichnet sowie alle Unternehmen, die diesen Status bald erreichen könnten.

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Unter der Liste habe ich auch aufgeführt auf was ich bei Dividendenaktien achte (z.B. maximale Ausschüttungsquote oder Dividendenrendite) und was die Vor- und Nachteile solcher Aktien sind. Wenn ihr also absolute Anfänger seid, ist der Artikel für euch sicherlich ein guter Start.