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Die 7 Arten von Dividenden


Dividenden wirken eigentlich immer so einfach. Man kauft sich eine Aktie und als Beteiligung am Gewinn des Unternehmens erhält man dann in regelmäßigen Abständen eine Auszahlung auf sein Depot, was die Dividendenzahlung ist. Bei Dividenden gibt es aber auch einige Feinheiten, die zu beachten sind, denn nicht alle Dividendenzahlungen sind gleich. Manche bekommen nur bestimmte Aktionäre, auf andere muss man keine Steuern zahlen und manch andere kann man sogar essen.

Im Folgenden erkläre ich euch deshalb welche 7 Arten der Dividende es gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden.

1. Bardividende

Die Bardividende ist die tatsächlich an die Aktionäre ausgezahlte Dividende. Sie entspricht aber nicht dem gesamten ausgeschütteten Gewinn, da das Unternehmen hierauf schließlich noch Körperschaftsteuer zahlen muss.

Als Bardividende kann also der Teil des ausgeschütteten Unternehmensgewinns bezeichnet werden, der nach Abzug der Körperschaftsteuer und des Solidaritätszuschlags übrigbleibt.

Stellen wir uns einfach vor, dass sich ein Unternehmen dazu entscheidet eine Bruttodividende von 100.000.000 EUR auszuzahlen. Nehmen wir für das Beispiel einmal an, dass das Unternehmen hierauf Steuern in Höhe von 30% zahlen muss, dann beträgt die an die Aktionäre tatsächlich ausgezahlte Dividende – also die Bardividende – 70.000.000 EUR.

Bruttodividende100.000.000 EUR
Abzüglich Steuerlast auf Unternehmensseite (30%)30.000.000 EUR
Bardividende70.000.000 EUR
Abzüglich Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag18.462.500 EUR
Nettodividende51.537.500 EUR
Die Tabelle zeigt die gesamte Steuerlast auf eine Dividendenzahlung aus Aktionärs- und Unternehmenssicht.

Als Aktionär muss man auf diese Dividende dann natürlich noch selbst die Kapitalertragsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) zahlen, sodass man nach Abzug dieser Steuern von der Bardividende zur Nettodividende kommt.

Wenn ihr gern mehr über das Thema Dividenden und Steuern erfahren möchtet, dann lest euch gern diesen Artikel von mir durch, indem ich euch das Thema im Detail erkläre.

2. Überdividende

Als Überdividende bzw. auch Superdividende bezeichnet man eine außerordentliche Dividendenausschüttung an die Aktionäre, die von dem Unternehmen zusätzlich zur regulären Dividende ausgeschüttet wird.

Häufig wird eine Überdividende ausgezahlt, wenn das Unternehmen aufgrund eines besonderen Ereignisses zu einem überdurchschnittlichen Jahresgewinn gekommen ist. Das kann zum Beispiel der Verkauf eines Unternehmensteils sein, wie es bei Volkswagen 2022 der Fall war. Aufgrund der Abspaltung der Porsche SE hat Volkswagen einen sehr hohen Jahresgewinn erzielt, weswegen sich die VW Unternehmensführung dazu entschied, eine Sonderdividende in Höhe von 19,06 EUR an die Aktionäre auszuschütten.

Das geschah zusätzlich zur ohnehin schon ausgezahlten regulären Dividende von 7,50 EUR im selben Jahr.

Derartige Überdividenden sind in vielen Fällen auch steuerfrei für die Aktionäre, solange sie aus Rücklagen bzw. durch eine Kapitalherabsetzung gezahlt werden. Was sich hinter diesen beiden Bilanzierungsbegriffen verbirgt, würde den Rahmen dieses Artikels deutlich sprengen, allerdings müsst ihr das Ganze auch gar nicht bis ins Detail verstehen.

In aller Regel wird nämlich euer Broker direkt von der Aktiengesellschaft informiert aus welchen Mitteln die Dividende ausgezahlt wird und ob darauf Steuern anfallen sollten oder nicht. Ihr müsst also in den meisten Fällen gar nichts tun, sollte die Dividendenzahlung steuerfrei sein.

Manchmal kann es auch vorkommen, dass Überdividenden nur an Besitzer von Vorzugsaktien ausgezahlt werden. Es lohnt sich also immer auf der Website des Unternehmens genau nachzuschauen, wer berechtigt ist die Superdividende zu erhalten.

Wenn ihr gern mehr über die Überdividende erfahren wollt, dann könnt ihr das in diesem Artikel von mir durchlesen.

3. Vorzugsdividende

Die Vorzugsdividende wird den Inhabern von Vorzugsaktien einer Aktiengesellschaft gewährt. Sie ist dabei in der Regel höher als die Dividende der regulären Stammaktien und kann bei Gewinnausfall sogar nachträglich ausgeschüttet werden.

Um zu verstehen, was eine Vorzugsdividende ist, muss man also wissen, was eine Vorzugsaktie ist. 

Üblicherweise kauft man von einem Unternehmen dessen Stammaktie. Sollte es aber auch noch einen weiteren Aktientyp desselben Unternehmens geben, der einige „Vorzüge“ gegenüber der Stammaktie hat, dann spricht man von einer Vorzugsaktie.

In aller Regel ist dieser Vorzug genau das schon erwähnte Recht auf eine höhere Dividende als bei der Stammaktie. Diese höhere Dividende bekommt man allerdings nicht einfach geschenkt, sondern in den meisten Fällen gibt man dafür sein Stimmrecht als Aktionär auf.

D.h. also, dass Vorzugsaktien zwar eine höhere Dividende zahlen als die Stammaktie desselben Unternehmens, aber dafür hat man dann auch kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Es muss also jeder selbst wissen, was einem wichtiger ist aber da besonders Kleinanleger ohnehin nur geringe Aktienmengen besitzen und somit nicht wirklich einen Einfluss bei wichtigen Abstimmungen nehmen können, ist den meisten doch eher die Vorzugsaktie zu empfehlen anstatt der Stammaktie, sofern es eine Vorzugsaktie gibt.

Vorzugsdividenden fallen aber nicht nur höher aus als die Dividende von Stammaktionären sondern ermöglichen auch, dass Dividenden nachträglich an die Aktionäre ausgeschüttet werden können. Nehmen wir einmal an, dass ein Unternehmen gerade ein wirtschaftlich sehr schwaches Jahr hat und deswegen keine Dividende ausschütten kann – weder an die Eigentümer der Stammaktie noch der Vorzugsaktie.

Im nächsten Jahr läuft das Geschäft aber wieder viel besser. Die Inhaber der Stammaktie bekommen dann aber nur eine Dividende für das aktuelle Jahr während Inhaber von Vorzugsaktien ebenfalls die Dividende bekommen und auch die Möglichkeit haben für das vergangene Jahr noch eine nachgeholte Dividende zu bekommen. Ob eine ausgelassene Dividendenzahlung aber nachgeholt wird oder nicht, wird auf der Hauptversammlung entschieden.

Das in Deutschland wohl bekannteste Beispiel für eine Vorzugsdividende ist sicherlich die Aktie von Volkswagen. Die gibt es nämlich als Stammaktie und als Vorzugsaktie. Die Dividende der Stammaktie lag 2022 bei 7,50 EUR und die der Vorzugsaktie bei 7,56 EUR.

Wenn ihr gern mehr über Vorzugsdividenden erfahren wollt inkl. einer Liste der bekanntesten Vorzugsaktien, dann könnt ihr das in diesem Artikel von mir durchlesen.

4. Stockdividende

Als Stockdividende bzw. Aktiendividende bezeichnet man eine Dividendenzahlung, bei der Aktien anstatt Cash an die Aktionäre ausgezahlt werden. Stockdividenden haben dabei den Vorteil, dass der Aktionär dadurch eine Gewinnbeteiligung erhält, ohne dass sich die Bilanz des Unternehmens verringert.

Im Gegensatz zur klassischen Dividende erhält der Aktionär bei der Stockdividende somit keine Geldzahlung, sondern neue Aktien des Unternehmens. Man könnte deswegen auch Aktien, die eine Stockdividende auszahlen, als thesaurierende Aktien bezeichnen, da Gewinnausschüttungen direkt wieder in die Aktie investiert werden.

Ob ein Unternehmen lieber eine Aktiendividende oder Bardividende ausschüttet, kann jedes Unternehmen für sich entscheiden und die Entscheidung auch für jede Auszahlung ändern. D.h. nur weil ein Unternehmen einmal eine Stockdividende ausgezahlt hat, bedeutet das nicht, dass von nun an alle weiteren Dividendenzahlungen des Unternehmens weiterhin in Form von neuen Aktien ausgeschüttet werden müssen.

Häufig hat man als Aktionär sogar auch die Wahl, ob man eine klassische Bardividende oder eine Stockdividende erhalten möchte. In so einem Fall erhaltet ihr dann in der Regel eine Information über euren Broker, anhand der ihr dann über die Form der Dividendenzahlung entscheiden könnt.

Wenn ihr gern mehr über Stockdividenden erfahren wollt inkl. einer Liste der Unternehmen, die so eine Dividende zahlen, dann könnt ihr das in diesem Artikel von mir durchlesen.

Der Name “Stockdividende” leitet sich übrigens aus dem englischen ab. Das englische Wort “Stock” bedeutet nämlich “Aktie”, sodass die Stockdividende nichts anderes ist als ein halb-deutsches-halb-englisches Wort für Aktiendividende.

5. Abschlagsdividende

Abschlagsdividenden sind Vorauszahlungen auf die Jahresdividende, die man Unterjährig an die Aktionäre auszahlt. In Deutschland ist diese Art der Dividende extrem selten, während es in anderen Ländern wie den USA eher die typische Form der Gewinnausschüttung ist.

Der Begriff Abschlagsdividenden klingt dabei viel komplizierter als er eigentlich ist. Im Wesentlichen bezeichnet er nämlich nichts anderes als das Dividenden anstatt jährlich zum Beispiel vierteljährlich ausgezahlt werden.

In Deutschland ist es dabei üblich, dass ein Unternehmen zum Beispiel im Jahr 2021 einen Gewinn macht und diesen dann in Form der Dividende im Jahr 2022 an die Aktionäre ausschüttet.

In anderen Ländern wie den USA ist es aber üblich, dass ein Unternehmen zum Beispiel im Jahr 2021 einen Gewinn macht aber anstatt dann die gesamte Dividende erst 2022 auszuzahlen, zahlt man stattdessen vierteljährlich bereits die Dividende beginnend im Jahr 2021 im Voraus.

Und genau diese Vorauszahlung wird als Abschlagsdividende bezeichnet.

Aus regulatorischen Gründen ist eine Vorauszahlung der Dividende in Deutschland nur unter ganz bestimmten Einschränkungen möglich, weswegen die meisten deutschen Unternehmen ihre Dividende nur jährlich und nicht vierteljährlich auszahlen.

Wenn ihr gern wissen wollt, welche Unternehmen wie häufig eine Dividende pro Jahr ausschütten und welche Aktien sogar monatlich eine Dividende ausschütten, dann könnt ihr das in meiner Dividendenliste nachlesen. Dort findet ihr die wichtigsten Dividendenkennzahlen für über 1.000 Aktien weltweit inklusive der Information wie häufig eine Dividende ausgeschüttet wird pro Jahr.

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6. Sachdividende

Eine Sachdividende sind alle nicht monetären Vorteile, die Aktionäre durch den Besitz ihrer Aktien erhalten. In den häufigsten Fällen erhält der Aktionär bei einer Sachdividende Produkte des Unternehmens anstatt oder sogar zusätzlich zur regulären Bardividende.

Die bekannteste Sachdividende ist sicherlich der berühmte Schokoladenkoffer für die Aktionäre von Lindt & Sprüngli. Ist man Aktionär dieses Unternehmens bekommt man einmal jährlich einen Koffer gefüllt mit rund 4kg Schokolade.

Der Wert der Schokolade soll dabei circa 400 EUR entsprechen was bei einem aktuellen Aktienkurs von circa 95.000 EUR je Aktie eher einer niedrigen Dividendenrendite entspricht.

Sachdividenden müssen aber nicht immer Produkte des Unternehmens sein. Manche Unternehmen bieten ihren Aktionären auch andere Vorteile. Wer im Besitz von SIXT Aktien ist, bekommt zum Beispiel einen Rabatt bei der Autovermietung und Aktionäre der Carnival Cruise Corporation bieten ihren Aktionären Vergünstigungen bei der nächsten Reise.

Eine Liste mit den bekanntesten Unternehmen, die eine Sachdividende auszahlen, könnt ihr hier sehen:

UnternehmenISINVoraussetzungSachdividende
Accor SAFR000012040450 AktienAccor Live Limitless Gold Status für 2 Jahre
Calida AGCH012663946420 AktienJedes Jahr ein Pyjama
Carnival Cruise LineGB0031215220100 Aktien40 – 200 EUR Bordguthaben
Einbecker Braunhaus AGDE00060580011 Aktie und Teilnahme an HauptversammlungSixpack Bier
Lindt & SprüngliCH00105707591 AktieSchokoladenkoffer
L’Oreal S.A.FR0000120321Aktien mindestens zwei Jahre im Besitz10% Bonusdividende
LVMHFR00001210141 AktieMitlied im LVMH Aktionärsclub. Ermöglicht unter anderem Besuche von Champagnerkellern und anderen Veranstaltungen.
MW-Mosel-Weinberg AGNicht börsennotiert1 AktieDividendenwein des Jahres
Norwegian Cruise LineBMG667211046100 AktienBordguthaben
NovartisCH00120052671 AktieNovartis Kalender
Rigi BahnenCH00162900141 Aktie und Teilnahme HauptversammlungTageskarte
Royal Caribbean InternationalLR0008862868100 AktienBordguthaben
Sixt SEDE00072313341 AktieBis zu 20% Rabatt auf Mietwagen
SunstarCH01974908471 AktieHotelgutscheine
Swatch AGCH00122551511 AktieJährlich ein Sondermodell einer Swatch-Uhr
Zoologischer Garten Berlin AGDE00050318011 Aktie und Einmalzahlung von 675 EURLebenslang kostenloser Eintritt für drei Personen
Zoo ZürichCH00088950441 Aktie1x pro Jahr kostenfreier Eintritt
Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AGCH052704495910 AktienFreifahrten oder Rabatt auf Fahrten mit der Bergbahn in Engelberg. Anzahl der Freifahrten hängt von Anzahl der Aktien ab.
Die Tabelle zeigt verschiedene Unternehmen, die eine Sachdividende zahlen und was die Voraussetzungen zum Erhalt der Dividende sind.

Wenn ihr gern mehr über Sachdividende erfahren wollt, dann könnt ihr das in diesem Artikel von mir durchlesen.

7. Aktienrückkäufe

Bei Aktienrückkäufen handelt es sich nicht per se um eine Form der Dividendenauszahlung aber der Effekt für die Aktionäre ist derselbe. Anstatt einer Auszahlung der Dividende an die Aktionäre kauft das Unternehmen bei Aktienrückkäufen stattdessen eigene Aktien zurück und lässt dadurch deren Kurs steigern.

Der Aktionäre macht somit keinen Gewinn durch eine Dividendenauszahlung, sondern durch die Kurssteigerung, die sich durch die Aktienrückkäufe ergibt.

Für eine detaillierte Erklärung von Aktienrückkäufe werde ich noch einen gesonderten Artikel schreiben aber um das Thema dennoch kurz zu erklären, hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Bei einem Aktienrückkauf kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück, was die Nachfrage nach den Unternehmensaktien steigert und damit auch einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs hat. Wenn euch dieser Zusammenhang nicht direkt klar ist, dann könnt ihr in diesem Artikel von mir nachlesen, wovon der Wert einer Aktie eigentlich abhängt bzw. beeinflusst wird.

Der Vorteil von Aktienrückkäufen liegt aber nicht nur in der gestiegenen Nachfrage und den damit einhergehenden positiven Effekt auf den Aktienkurs. Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft, dann gibt es auch weniger Aktien am Markt auf die der Unternehmensgewinn aufgeteilt werden muss, was jede noch übrige Aktie somit nur noch wertvoller macht.

Stellt euch einfach vor ein Unternehmen macht einen Jahresgewinn von 100 Millionen EUR und hat selbst 5 Millionen Aktien ausgegeben. Das entspricht also einem Gewinn pro Aktie von 20 EUR. Hat das Unternehmen aber die Hälfte ihrer Aktien wieder zurückgekauft, dann beträgt der Gewinn pro Aktie bei gleichem Jahresgewinn 40 EUR (100 Million EUR Jahresgewinn geteilt durch 2,5 Millionen Aktien).

Jede noch übrig gebliebene Aktie ist somit wertvoller geworden und erhält in Zukunft auch einen größeren Anteil vom Gewinn.

Ein weiterer Vorteil von Aktienrückkäufen gegenüber von Dividendenzahlungen ist auch, dass bei Aktienrückkäufen keine Steuern beim Aktionär anfallen. Die Steuern fallen nämlich erst dann an, wenn man die Aktien mit Gewinn verkauft, sodass man keine Steuern mit jeder jährlichen Dividendenzahlungen zahlen muss.

Aktienrückkäufe sind im Vergleich zu Dividenden aber keine Wunderwaffe. Wenn wir gern wissen wollt, wann Dividenden besser sind und wann Aktienrückkäufe, dann schaut euch doch diesen Artikel von mir an.

Stockdividenden: Erklärung und Sinnhaftigkeit


Die Dividendenzahlung in Bar kennt sicherlich jeder, da es schließlich der Standard unter den Dividendenaktien weltweit ist aber davon einmal abgesehen gibt es auch eine kleine Zahl an Unternehmen, die anstatt einer Cash-Zahlung ihre Dividende in Form von neuen Aktien ausschüttet. Was sich hinter dieser sogenannten Stockdividende bzw. Aktiendividende verbirgt, wie sinnvoll das Ganze ist und warum überhaupt einige Unternehmen diese Art der Dividendenzahlung wählen, erfahrt ihr im Folgenden.

Als Stockdividende bzw. Aktiendividende bezeichnet man eine Dividendenzahlung, bei der Aktien anstatt Cash an die Aktionäre ausgezahlt werden. Stockdividenden haben dabei den Vorteil, dass der Aktionär dadurch eine Gewinnbeteiligung erhält, ohne dass sich die Bilanz des Unternehmens verringert.

Stockdividenden können somit auch als thesaurierende Aktien bezeichnet werden. Diese Art der Dividende ist dabei aber genauso vermögensneutral wie eine reguläre Bardividende. Warum das so ist, erkläre ich in den nächsten Abschnitten.

Die Stockdividende ist übrigens nur eine von vielen besonderen Arten der Dividendenzahlung. Wenn ihr gern mehr über alle 7 Arten von Dividenden erfahren wollt, dann könnt ihr das in diesem Artikel von mir nachlesen.

Was ist eine Stockdividende?

Wie schon in der Einleitung erwähnt, redet man von einer Stockdividende bzw. Aktiendividende, wenn den Aktionären die Dividende nicht bar, sondern in Form neuer Aktien ausgezahlt wird. Nehmen wir also an, ihr hättet 100 Aktien eines Unternehmens und dieses Unternehmen möchte eine Stockdividende in Höhe von 5% auszahlen, dann bekommt ihr kein Geld von dem Unternehmen ausgezahlt, sondern 5 neue Aktien.

Man könnte eine Stockdividende auch als thesaurierende Aktie bezeichnen, da, anstatt den Gewinn an die Aktionäre direkt auszuschütten, automatisch in neue Aktien des Unternehmens investiert wird.

Ob ein Unternehmen lieber eine Aktiendividende oder Bardividende ausschüttet, kann jedes Unternehmen für sich entscheiden und die Entscheidung auch für jede Auszahlung ändern.

D.h. nur weil ein Unternehmen einmal eine Stockdividende ausgezahlt hat, bedeutet das nicht, dass von nun an alle weiteren Dividendenzahlungen des Unternehmens weiterhin in Form von neuen Aktien ausgeschüttet werden müssen.

Häufig hat man als Aktionär sogar auch die Wahl, ob man eine klassische Bardividende oder eine Stockdividende erhalten möchte. In so einem Fall erhaltet ihr dann in der Regel eine Information über euren Broker, anhand der ihr dann über die Form der Dividendenzahlung entscheiden könnt.

Der Name “Stockdividende” leitet sich übrigens aus dem englischen ab. Das englische Wort “Stock” bedeutet nämlich “Aktie”, sodass die Stockdividende nichts anderes ist als ein halb-deutsches-halb-englisches Wort für Aktiendividende.

Je nach Höhe der Stockdividende unterscheidet man in kleine Stockdividenden und große Stockdividenden. Eine kleine Stockdividende wird dabei ausgezahlt, wenn das Unternehmen weniger als 25% neuer Aktien, gemessen an der Gesamtanzahl neuer Aktien, ausgibt und eine große Stockdividende ist es, wenn das Unternehmen mehr als 25% neuer Aktien ausgibt.

Diese Unterscheidung hat aber nur auf die unternehmerische Verbuchung der Aktiendividende einen Einfluss und ist für Privatinvestoren nicht wirklich wichtig.

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Der Einfluss auf den Aktienpreis

Wie auch bei der “normalen” Dividendenzahlung sollte man sicher allerdings nicht dem Trugschluss hingeben, dass eine Stockdividende den Aktionär reicher macht. Genauso wie auch bei der Bardividende ist die Dividendenzahlung in Form von Aktien vermögensneutral, da ihr zwar mehr Aktien durch die Dividendenzahlung erhaltet aber gleichzeitig auch der Wert jeder einzelnen Aktie sinkt. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach an einem Beispiel erklären.

Stellt euch vor, es gibt insgesamt 100.000 Aktien der ABC Aktiengesellschaft, von denen ihr genau 1.000 Aktien selbst haltet. Der aktuelle Aktienpreis beträgt 10 EUR, sodass eure Aktien einen Gesamtwert von 10.000 EUR (10 EUR * 1.000 Aktien) haben.

Was passiert nun aber mit dem Wert des Unternehmens und dem Wert eurer Aktien, wenn sich die ABC Aktiengesellschaft dazu entscheidet eine Aktiendividende in Höhe von 10% auszuschütten?

In diesem Fall würde sich die gesamte Anzahl an ABC Aktien von 100.000 auf 110.000 Stück erhöhen bzw. die Anzahl eurer persönlichen Aktien würde sich von 1.000 auf 1.100 Stück erhöhen.

Vor Auszahlung der Aktiendividende betrug der Wert des Unternehmens 1.000.000 EUR (10 EUR * 100.000 Aktien) und nach Auszahlung der Stockdividende hat sich daran auch nichts geändert. Das Unternehmen ist nicht mehr oder weniger wertvoll geworden, nur weil sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien erhöht hat.

Die ABC Aktiengesellschaft ist somit weiterhin 1.000.000 EUR wert allerdings muss dieser Wert nun auf 110.000 Aktien anstatt 100.000 Aktien aufgeteilt werden. D.h. der Wert einer Aktie ist somit von 10 EUR auf 9,09 EUR gefallen (1.000.000 EUR geteilt durch 110.000 Aktien).

Vor DividendeNach 10%
Stockdividende
Anzahl Aktien1.0001.100
Preis pro Aktie10 EUR9,09 EUR
Wert der Aktien10.000 EUR10.000 EUR
Die Tabelle zeigt, dass sich der Wert eurer Aktien bei Auszahlung einer Stockdividende nicht verändert.

Der Wert all eurer Aktien ist allerdings gleichgeblieben, denn vorher hattet ihr 1.000 Aktien im Wert von 10 EUR und nun habt ihr 1.100 Aktien im Wert von 9,09 EUR. In beiden Fällen sind eure Aktien also 10.000 EUR wert.

Eine Aktiendividende hat somit keinen Einfluss auf euer Vermögen aber reduziert den Aktienkurs. Genauso ist es auch bei der klassischen Bardividende, wie ich euch hier erkläre. Würde man in dem oberen Beispiel allerdings noch Steuern berücksichtigen, dann wärt ihr durch die Dividendenzahlung sogar noch etwas ärmer geworden aber den Einfluss von Steuern erkläre ich euch erst weiter unten.

Warum zahlen Unternehmen überhaupt eine Stockdividende?

Der Vorteil einer Stockdividende gegenüber einer klassischen Bardividende ist, dass das Unternehmen dem Aktionär zwar eine Gewinnbeteiligung auszahlt, aber sich dadurch nicht die Bilanz des Unternehmens verringert.

Bei einer Bardividende wird dem Unternehmen Geld “entzogen”, dass es dann nicht für weitere Investitionen nutzen kann, während bei der Aktiendividende das Geld weiterhin im Unternehmen bleibt.

Durch die erhöhte Anzahl an Aktien haben die Aktionäre aber dennoch den Vorteil bei einem Anstieg des Aktienkurses mehr Gewinn zu erzielen als vor der Auszahlung der neuen Aktien. Wird im nächsten Jahr die Dividende auch wieder bar ausgezahlt, dann erhält der Aktionär durch die erhöhte Anzahl von Aktien auch mehr Gesamtdividende.

Gebühren und Steuern bei Stockdividenden

Wie schon oben erwähnt, geben Unternehmen den Aktionären häufig die Wahl zwischen der Auszahlung einer Stockdividende oder einer regulären Bardividende. Ihr müsst euren Broker in so einem Fall also instruieren, damit er weitergeben kann, wie ihr eure Dividende erhalten möchtet.

Diese Instruktion an den Broker kostet häufig Geld und fällt je nach Broker unterschiedlich aus. Trade Republic verlangt hierfür zum Beispiel 1 EUR, wenn ihr euch für die Bardividende entscheidet und 5 EUR, wenn ihr euch für die Stockdividende entscheidet.

Solche Beträge sind natürlich nicht viel aber machen auch deutlich, dass sich Stockdividenden erst bei Aktienpositionen größer 15.000 EUR (bzw. Dividendenzahlungen von circa 500 EUR im Jahr) lohnen, da die zusätzlichen Kosten sonst unverhältnismäßig hoch im Vergleich zur erhaltenen Dividende sind.

Der wesentliche Faktor auf eure Gesamtrendite ist aber nicht die Gebühren, sondern die Steuern, die auf eure Dividende anfallen.

Stockdividenden werden genauso wie klassische Bardividenden mit der Abgeltungssteuer von 25% (zzgl. Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) versteuert. Als Wertgrundlage wird dabei der erste verfügbare Kurs nach Ausschüttung der Dividende genutzt und anhand dessen wird dann berechnet, wie hoch die fiktive Dividendenzahlung ausfiel.

Gemessen an diesem Betrag wird dann ganz regulär die Abgeltungssteuer berechnet und euch belastet, sofern ihr euren Freistellungsbetrag noch nicht ausgeschöpft habt.

Solltet ihr also eine Dividende in Form von 100 neuen Aktien bekommen und am ersten Handelstag nach Erhalt der Dividende wird die Aktie mit 2 EUR gehandelt, dann habt ihr aus Sicht der Finanzbehörde eine Dividende in Höhe von 200 EUR erhalten.

Ein wichtiger Vorteil gegenüber der klassischen Bardividende ist allerdings, dass bei der Stockdividende in aller Regel keine Quellensteuern anfällt, wenn es sich um eine ausländische Aktie handelt. Hier ist die Regelung allerdings von Land zu Land unterschiedlich.

Wenn ihr noch mehr über das Thema Dividenden und Steuern erfahren wollt und auch welche Dividendenzahlungen steuerfrei sind, dann könnt ihr euch gern diesen Artikel von mir durchlesen.

Die Vor- und Nachteile

Wir haben nun schon vieles über Stockdividenden erfahren und die wichtige Frage ist nun, ob diese Art der Dividendenzahlung sinnvoll ist oder nicht. Schauen wir uns deshalb einmal die Vor- und Nachteile der Aktiendividende an.

Die Vorteile einer Stockdividende sind:

  • Die Bilanz des Unternehmens wird nicht beeinflusst und Cash bleibt im Unternehmen, um weiter investiert werden zu können.
  • Die Verringerung des Aktienkurses lässt den Aktienkurs länger in einer “investierbaren” Preisspannen, sodass Privatinvestoren weiterhin in die Aktie investieren können.
  • Die Quellensteuer fällt bei ausländischen Aktien in der Regel nicht an.

Die Nachteile von Stockdividenden sind:

  • Die Dividendenzahlung verringert den Aktienkurs.
  • Eine Stockdividendenzahlung kann auf finanzielle Probleme eines Unternehmens hindeuten, da es so verstanden werden kann, dass das Unternehmen nicht genug Cash besitzt.

Welche Unternehmen zahlen Stockdividenden

Die Anzahl der Unternehmen, die eine Aktiendividende zahlen ist leider sehr gering und ändert sich auch jedes Jahr, da Unternehmen immer wieder neu entscheiden können, ob sie eine Stockdividende anbieten oder nicht. Darüber hinaus gibt es auch keine öffentliche Liste der Unternehmen mit Stockdividenden, sodass man generell immer auf den Investor Relationship Seiten der Unternehmen schauen muss, wenn man den aktuellen Stand erfahren möchte.

Allerdings gibt es einige Unternehmen, die in der Vergangenheit schon häufiger eine Stockdividende ausgezahlt haben und die somit auch sehr wahrscheinlich in Zukunft wieder oder weiterhin eine Aktiendividende anbieten werden.

Folgende Unternehmen sind bekannt für eine Stockdividende:

  • ACS
  • Banco Santander
  • Barclays
  • BP
  • Computershare
  • Ferrovial
  • Grand City Properties
  • HSBC
  • Iberdrola
  • National Grid
  • Pennon Group
  • Repsol
  • Rolls Royce
  • Southside Bancshares
  • Royal Dutch Shell
  • Telefonica
  • Vonovia
  • Unite Students
  • Hammerson
  • Segro

Wie werden Dividenden versteuert?


Gerade Anhänger des passiven Investierens wissen genau, wie viel Einfluss bereits 0,5% jährliche Gebühren auf die langfristige Rendite eines Portfolios haben können. Dabei gibt es aber bei Kapitalerträgen einen Kostenfaktor, der wesentlich höher als 0,5% ist und das ist die Steuer. Wie alle Kapitalerträge müssen auch Dividenden versteuert werden und wie viel das ist bzw. wie das genau funktioniert, erkläre ich euch jetzt.

Dividendenzahlungen unterliegen der Abgeltungssteuer und werden in Deutschland mit einem pauschalen Steuersatz von 25% versteuert. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer sowie mögliche Auslandssteuern bei nicht-Deutschen Aktien.

Durch die Einführung der Abgeltungssteuer und dem damit einheitlichen Steuersatz sollte man eigentlich meinen, dass die ganze Steuerthematik bei Dividendenzahlungen recht einfach sein sollte, aber es gibt viele Feinheiten und Ausnahmen, die ich euch in den nächsten Abschnitten erklären möchte.

Dabei zeige ich auch wie ihr Steuern sparen könnt, welche Dividendenzahlungen eigentlich steuerfrei sind und warum eine Dividendenstrategie steuerlich betrachtet nicht sehr vorteilhaft ist.

Die Steuer sind aber noch der einzige Kostenpunkt, der euch von euren Dividenden abgezogen werden kann. Wenn ihr wissen wollt, wo euch noch weitere Abzüge entstehen können, dann schaut euch diesen Artikel von mir an.

So werden Dividenden versteuert

Dividendenzahlungen unterliegen seit 2009 der Abgeltungssteuer und werden in Deutschland mit einem pauschalen Steuersatz von 25% versteuert. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, sodass der gesamte Steuersatz auf Dividenden 26,38% bzw. 27,99% (mit Kirchensteuer) beträgt.

Auch wenn die Abgeltungssteuer erst seit 2009 gilt, fällt die Steuer dennoch auch auf Aktien an, die vor 2009 gekauft wurden.

Mögliche Werbungskosten, also Kosten, die euch durch den Erwerb der Aktie entstanden sind (zum Beispiel Depot- oder Kaufgebühren), sind grundsätzlich nicht abzugsfähig allerdings sollen solche Kosten durch den Freibetrag von 801 EUR bei Einzelpersonen bzw. 1.602 EUR bei Ehepaaren mit abgedeckt werden.

Für euch bedeutet das also, dass ihr erst dann Steuern auf eure Dividenden zahlen müsst, wenn eure Kapitalerträge (also Dividendenzahlungen und realisierte Kursgewinne) im Jahr 801 EUR bzw. 1.602 EUR übersteigen.

Verfolgt ihr also eine Dividendenstrategie, bei der ihr Aktien oder ETFs kauft und “für die Ewigkeit” haltet, dann müsst ihr erst Steuern auf eure Dividendenzahlungen zahlen, wenn ihr über 801 EUR bzw. 1.602 EUR Dividenden erhaltet.

Bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,5% bedeutet das, dass ihr erst ab einer Depotgröße über 32.040 EUR (Einzelperson) bzw. 64.080 EUR (Ehepaaren) Steuern auf eure Dividenden zahlen müsst.

Die bereits erwähnten 25%, bzw. 26,38% oder 27,99% sind aber nur die Steuersätze, die ihr auf eure erhaltene Dividende zahlen müsst. Berücksichtigt man noch, die Steuer, die das Unternehmen, dass die Dividende auszahlt, zahlen muss, dann kommt es sogar zu einer noch höheren Steuerlast.

Schauen wir uns das ganze einfach an einem Beispiel an. Stellen wir uns vor, dass ein Unternehmen 100 Millionen Euro ihres Gewinns als Bardividende auszahlen möchte. Zusätzlich nehmen wir noch an, dass das Unternehmen selbst einen Steuersatz von 30% zahlen muss, der die Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag berücksichtigt.

Ohne Berücksichtigung eines Sparerfreibetrags ergibt sich daraus die folgende Steuerlast:

Bruttodividende100.000.000 EUR
Abzüglich Steuerlast auf Unternehmensseite (30%)30.000.000 EUR
Bardividende70.000.000 EUR
Abzüglich Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag18.462.500 EUR
Nettodividende51.537.500 EUR
Die Tabelle zeigt die gesamte Steuerlast auf eine Dividendenzahlung aus Aktionärs- und Unternehmenssicht.

Wie ihr sehen könnt, kommen bei der zu zahlenden Dividende von 100 Millionen Euro lediglich 51.537.500 EUR beim Aktionär an, was einer gesamten Besteuerung von 48.46% entspricht. Ihr müsst dabei zwar nur 25% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auf eure Dividendenzahlung an Steuern zahlen aber die tatsächliche Steuerquote ist um ein Wesentliches höher.

Wichtig ist bei dem bisher Gesagten aber, dass sich das nur auf Aktien bezieht, die sich in eurem Privatvermögen befinden. Das trifft auf die Mehrheit der privaten Aktionäre in Deutschland zu. Allerdings ist das oben geschriebene nicht relevant, wenn ihr die Aktien in einem Betriebsvermögen (also durch ein Unternehmen gekauft) haltet. Darüber hinaus gibt es noch einige andere Sonderregelungen, die ich euch in den nächsten Abschnitten gern vorstellen möchte.

Sonderregelungen bei der Versteuerung von Dividenden

Wie im vorherigen Abschnitt schon erwähnt, gibt es noch einige Sonderregelungen bei der Versteuerung von Dividenden, die ich euch hier vorstellen möchte, auch wenn diese Fälle (bis auf ausländische Aktien) für die meisten Privatinvestoren sicherlich nicht wirklich relevant sind.

1. Dividenden aus Aktien im Betriebsvermögen

Haltet ihr Aktien über ein Unternehmen, dann befinden sich diese Aktien nicht in eurem Privatvermögen, sondern im Betriebsvermögen des Unternehmens. In diesem Fall gelten andere Regeln und die Abgeltungssteuer wird nicht angewandt.

Stattdessen sind 40% der Dividendenzahlungen steuerfrei und alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Kauf der Aktien entstanden sind (Depot- und Kaufgebühren oder Zinsen bei einem Kauf auf Kredit), zu 60% steuerlich als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben absetzbar.

Anstatt des pauschalen Steuersatzes der Abgeltungssteuer von 25% werden Dividenden aus Aktien im Betriebsvermögen schlussendlich über den individuellen Steuersatz der Einkommenssteuer versteuert.

Da der individuelle Einkommenssteuersatz höher als 25% sein kann, kann man auch nicht pauschal sagen, dass es sinnvoller ist Aktien als Betriebsvermögen in einem Unternehmen zu führen im Vergleich zum Halten der Aktien im persönlichen Privatvermögen. So was sollte dann immer im Einzelfall betrachtet werden.

2. Dividenden aus wesentlichen Beteiligungen

Besitzt ihr mehr als 25% aller Aktien einer Aktiengesellschaft oder mehr als 1% und ihr seid gleichzeitig für die Aktiengesellschaft beruflich tätig, dann spricht man von einer wesentlichen Beteiligung. In diesem Fall wird die notwendige Steuerlast auf Dividenden mithilfe des Teileinkünfteverfahren berechnet.

Wie bei Dividenden aus Aktien im Betriebsvermögen werden dann nur 60% der Dividenden besteuert, allerdings mit dem individuellen Einkommenssteuersatz und ihr dürft auch 60% eurer Werbungskosten (Depot- und Kaufgebühren) von euren erhaltenen Dividenden abziehen.

3. Stockdividenden (Dividendenzahlung in Form neuer Aktien anstatt einer Barauszahlung)

Manche Unternehmen schütten ihre Dividende nicht bar aus, sondern in Form von neuen Aktien. Man spricht in diesem Fall auch von einer Stockdividende (engl. “Stock” für Aktie) oder Gratisaktien. Kauft man sich so eine Aktie und bekommt die Dividende “ausgezahlt”, dann fließt an sich kein Geld und man könnte meinen, dass diese Form der Dividende nicht versteuert wird, aber dem ist nicht so.

Derartige Stockdividenden werden nämlich genau wie normale Dividenden versteuert. Dabei wird einfach geschaut, wie hoch der erste verfügbare Kurs nach Ausschüttung der Dividende ist und anhand dessen wird dann berechnet, wie hoch die Dividendenzahlung tatsächlich ausfiel.

Gemessen an diesem Betrag wird dann ganz regulär die Abgeltungssteuer berechnet und euch belastet.

Solltet ihr also eine Dividende in Form von 100 neuen Aktien bekommen und am ersten Handelstag nach Erhalt der Dividende wird die Aktie mit 3 EUR gehandelt, dann habt ihr aus Sicht der Finanzbehörde eine Dividende in Höhe von 300 EUR erhalten. Je nachdem ob ihr euren Freibetrag schon ausgeschöpft habt, müsstet ihr darauf dann wie üblich die Abgeltungssteuer zahlen.

Wenn ihr übrigens gern mehr über Stockdividenden erfahren wollt und wissen wollt, welche Aktien so eine Dividende auszahlen, dann solltet ihr euch diesen Artikel von mir durchlesen.

4. Dividenden von ausländischen Aktien

Dividenden, die ihr von ausländischen Aktien (also nicht in Deutschland ansässigen Aktienunternehmen) erhaltet, werden ebenfalls mit der Abgeltungssteuer von 25% versteuert. Allerdings kann es auch passieren, dass ihr ebenfalls Steuern in dem Land zahlen müsst, aus dem ihr die Dividende erhalten habt.

Damit ihr nun aber nicht zwei Mal Steuern bezahlen müsst, hat Deutschland mit vielen Ländern sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, in denen genau geregelt ist, welche Steuern sich miteinander verrechnen lassen.

Mit welchen Ländern Deutschland alles ein Doppelbesteuerungsabkommen hat, wie hoch in diesen Fällen die Quellensteuer auf Dividenden ist und wie viel ihr davon wieder zurückfordern könnt, habe ich euch in dieser Grafik zusammengefasst.

Im Rahmen der Abgeltungssteuer könnt ihr also einen Teil der im Ausland gezahlten Steuer auf die Abgeltungssteuer anrechnen lassen. Nehmen wir also an ihr habt Aktien eines US-Unternehmens, deren Dividendenzahlungen in den USA bereits mit 30% versteuert werden müssen.

Damit ihr in Deutschland von der erhaltenen Dividende (nach Abzug der 30%) nicht noch einmal 25% abziehen müsst, könnt ihr nun 15% der bereits gezahlten Steuer mit der Abgeltungssteuer verrechnen.

In dem Beispiel habt ihr somit 30 % Steuern in den USA gezahlt und ihr dürft 15%-Punkte davon mit der Abgeltungssteuer verechnen. Anstatt 25% müsst ihr in Deutschland somit nur noch 10% der erhaltenen Dividende versteuern.

Insgesamt habt in diesem Fall dann aber mehr als 25% bezahlt, weswegen ihr die Möglichkeit habt die zu viel gezahlte Steuer (also über 25%) vom Ursprungsland sich wieder zurückerstatten zu lassen. In dem Fall müsst ihr dann einen Antrag an die Finanzbehörde des Ursprungslandes stellen was in der Realität aber häufig nie gemacht wird, weil es einfach zu umständlich und kompliziert für Privatanleger ist.

Darüber hinaus ermöglichen viele Länder auch gar nicht, dass man dort zu viel gezahlte Steuer wieder erstattet bekommen kann.

Wenn ihr gern wissen wollt, wie ihr euch die Quellensteuer für einzelne Länder wieder zurückholen könnt, dann schaut doch einmal bei diesen Artikel vorbei, in denen ich euch genau erklären wie ihr vorgehen müsst.

So bekommst du die Quellensteuer zurück für:

Welche Dividenden sind steuerfrei?

Steuerfreie Dividenden sind in Deutschland eine Seltenheit, allerdings gibt es doch eine Möglichkeit (vom Freibetrag einmal abgesehen) mit der ihr eine Dividendenzahlung steuerfrei erhalten könnt.

Schüttet ein Unternehmen Dividenden aus ihren Einlagen und nicht aus dem Gewinn aus, dann muss diese Dividendenzahlung in der Regel nicht versteuert werden. Das gilt allerdings nur für Aktienkäufe vor 2009. Für alle anderen Investoren gibt es lediglich eine zeitliche Verschiebung der Besteuerung.

Habt ihr also Aktien vor 2009 gekauft und die Dividende wird aus Einlagen des Unternehmens gezahlt, dann erhaltet ihr die Dividende steuerfrei. Bei Käufen nach 2009 müsst ihr für die Dividende zwar bei Auszahlung der Dividende ebenso keine Steuern bezahlen, allerdings werden die Dividenden über eure Haltedauer kaufpreismindernd fortgeschrieben.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass ihr zum Beispiel eine Aktie für 10 EUR kauft und diese auf 15 EUR ansteigt. Das Unternehmen entscheidet sich dann 3 EUR Dividend aus Einlagen auszuzahlen, sodass der Aktienkurs auf 12 EUR fällt. Warum der Aktienkurs immer um den Betrag der Dividendenzahlung fällt, könnt ihr in diesem Artikel von mir durchlesen, falls es euch interessiert.

Auf diese 3 EUR müsst ihr nun vorerst keine Steuern bezahlen, aber wenn ihr euch entscheidet die Aktien zu verkaufen, dann wird für die Berechnung der anfallenden Steuer die Verringerung des Aktienkurses durch die Dividendenzahlung wieder auf den aktuellen Aktienkurs draufgeschlagen. 

In unserem Bespiel ist der Kurs also auf 12 EUR gefallen aber für die Steuerberechnung wird angenommen, dass der Kurs weiterhin bei 15 EUR (12 EUR aktueller Kurs + 3 EUR ausgezahlter Dividende) liegt.

Ihr habt also insgesamt einen Gewinn von 5 EUR je Aktie gemacht, den ihr nun versteuern müsst. Ihr seht also, dass ihr die Dividendenzahlung zwar steuerfrei erhaltet aber ihr bei Verkauf der Aktien dennoch die Steuer dafür zahlen müsst.

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In der Praxis ist es übrigens sehr schwer herauszufinden, ob eine Dividende aus den Gewinnen eines Unternehmens gezahlt wird oder aus dessen Einlagen. Häufig steht das noch nicht einmal beim Erhalt der Einladung zur Hauptversammlung fest. Ihr müsst deshalb immer genau bei den Veröffentlichungen der Unternehmen hinschauen oder ihr schaut bei Börsengeflüster vorbei, die hier eine tolle Übersicht zusammengestellt haben von allen in diesem Jahr als steuerfrei angekündigten Dividendenzahlungen.

Eine weitere Methode, um Dividenden steuerfrei an Aktionäre auszuschütten sind übrigens Aktienrückkäufe. Da wird zwar nicht wirklich eine Dividende ausgeschüttet aber der Effekt ist derselbe und für Aktionäre absolut steuerfrei. Wie sich Aktienrückkäufe genau zu Dividenden unterscheiden, könnt ihr in diesem Artikel von mir nachlesen.

Warum eine Dividendenstrategie steuerlich betrachtet, schlecht ist

Wie ich oben nun genau erklärt habe, fallen auf Dividendenzahlungen Steuern an sobald ihr euren Steuerfreibetrag überschritten habt. Das führt aber auch dazu, dass eine Dividendenstrategie unter Steueraspekten keine gute Strategie ist. Schauen wir uns das ganze einfach an einem Beispiel an.

Stellt euch vor ihr habt eine Aktie im Wert von 100 EUR, die eine Dividende von 3 EUR zahlen wird.

Vor Zahlung der Dividende ist euer Vermögen 100 EUR, da das schließlich der Wert eurer Aktie ist. Sobald die Dividende allerdings ausgezahlt wurde, sinkt der Wert eurer Aktie auf 97€ und ihr erhaltet 3 EUR durch die Dividendenzahlung in Cash.

Für die Dividende von 3 EUR müsst ihr aber Steuern zahlen (sofern ihr euren steuerlichen Freibetrag ausgeschöpft habt). Halten wir das Beispiel einfach und sagen ihr müsst nur die Abgeltungssteuer von genau 25% zahlen, dann fallen auf diese 3 EUR Steuern in Höhe von 0,75 EUR an.

Ihr habt somit eine Aktie im Wert von 97 EUR und durch die Dividende (nach Abzug der Steuer) 2,25 EUR in bar. Insgesamt beträgt euer Vermögen somit 99,25 EUR.

Vor der Dividendenzahlung hattet ihr aber ein Vermögen von 100 EUR, sodass ihr durch die Dividendenzahlung und die darauf anfallende Steuer insgesamt ärmer geworden seid.

Der Effekt ist dabei nur gering aber bei einem großen Depot mit hoher Dividendenrendite durchaus spürbar auf die Performance. Für euch heißt das also, dass ihr bei einem größeren Vermögen durchaus über ein steueroptimiertes Modell nachdenken, solltet bei dem ihr zum Beispiel mithilfe einer vermögensverwaltenden GmbH versucht eure Steuerlast drastisch zu senken.

Der steuerliche Aspekt ist auch der Grund, warum ich niemandem empfehle eine Aktie kurz vor der Dividendenausschüttung zu kaufen, nur um am Ende eine Dividende zu erhalten. Mehr dazu, erkläre ich euch in diesem Artikel.

So viel Geld benötigst du, um von Dividenden leben zu können


Wir alle haben sicherlich schon einmal davon geträumt: Anstatt jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen, kann man sich einfach entspannt zurücklehnen und muss nur darauf warten, dass die Dividendenzahlungen regelmäßig auf das Konto eingehen. So kann es euch zumindest gehen, wenn ihr nur von euren Dividenden leben könnt, aber wie viel Geld benötigt man eigentlich dafür und unter welchen Bedingungen kann man dieses Ziel eigentlich erreichen?

Um bei monatlichen Ausgaben von 2.500 EUR und einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,5% nur von den Dividenden leben zu können, benötigt man circa 1.250.000 EUR. Sollten die monatlichen Ausgaben geringer sein, reicht auch schon ein geringeres Vermögen.

Mit 1.250.000 EUR wird somit schon ein sehr großes Vermögen benötigt, um nur von den Dividendenzahlungen leben zu können. Allerdings setzt das auch voraus, dass ihr monatliche Ausgaben in Höhe von 2.500 EUR habt. Sollten eure persönlichen Ausgaben allerdings höher oder niedriger sein bzw. sollte eure persönliche auf euer Depot bezogene Dividendenrendite anders als 2,5% sein, dann reicht evtl. auch schon ein geringeres Vermögen.

Wie viel Geld ihr je nach monatlichen Ausgaben bzw. persönlicher Dividendenrendite benötigt und wie wahrscheinlich es ist, dass ihr dieses Ziel erreicht, erkläre ich euch in den nächsten Abschnitten.

So groß muss dein Depot sein, damit du nur von den Dividenden leben kannst

Wie viel Geld ihr benötigt, um nur von Dividenden leben zu können, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Dividendenrendite eures Portfolios, eurer Depotgröße und euren monatlichen Ausgaben.

Das sind natürlich absolut individuelle Parameter, die für jeden anders ausfallen, weswegen ich in der folgenden Tabelle versucht habe alle möglichen Eventualitäten für euch abzubilden. Dort könnt ihr nämlich erkennen, wie viel monatliche Dividendeneinnahmen ihr hättet je nachdem wie groß euer Depot ist (oberste Zeile) bzw. was die aktuelle Dividendenrendite auf euer Depot ist (erste Spalte).

Dividendenrendite / Vermögen100.000250.000350.000500.000750.0001.000.0001.250.000
1,0%83 €208 €291 €416 €625 €833 €1.041 €
2,0%166 €416 €583 €833 €1.250 €1.666 €2.083 €
2,5%208 €520 €729 €1.041 €1.563 €2.083 €2.604 €
3,0%250 €625 €875 €1.250 €1.876 €2.500 €3.125 €
3,5%291 €729 €1.020 €1.458 €2.188 €2.916 €3.645 €
4,0%333 €833 €1.166 €1.666 €2.501 €3.333 €4.166 €
5,0%416 €1.041 €1.458 €2.083 €3.127 €4.166 €5.208 €
6,0%500 €1.250 €1.750 €2.500 €3.752 €5.000 €6.250 €
7,0%583 €1.458 €2.041 €2.916 €4.377 €5.833 €7.291 €
8,0%666 €1.666 €2.333 €3.333 €5.003 €6.666 €8.333 €
Die Tabelle zeigt eure monatlichen Dividendeneinnahmen je nachdem wie groß euer Depot ist bzw. wie hoch eure aktuelle auf das Depot bezogene Dividendenrendite ist.

Schauen wir uns das ganze aber einfach an einem Beispiel an. Wenn die aktuelle Dividendenrendite eures Portfolios 2% beträgt und euer Depot eine Größe von 350.000 EUR beträgt, dann könnt ihr euch über monatliche Dividenden in Höhe von circa 583 EUR freuen.

Was bedeutet diese Tabelle aber tatsächlich für den Durchschnittsdeutschen. Im Durchschnitt hat ein Haushalt in Deutschland monatliche Konsumausgaben von circa 2.500 EUR (Quelle: Statistisches Bundesamt) und aus der Analyse eines anderen Artikels von mir weiß ich, dass die durchschnittliche Dividendenrendite circa 2,5% pro Jahr beträgt.

Um bei dieser Dividendenrendite und Ausgaben von 2.500 EUR im Monat von Dividenden leben zu können, benötigt man ein Depot im Wert von 1.250.000 EUR. Das ist schon eine beträchtliche Menge Geld allerdings muss man auch sagen, dass wir in diesem Beispiel mit extrem fixen Annahmen gerechnet haben wie einer Dividendenrendite von 2,5%.

Das ist zwar die durchschnittliche Dividendenrendite über tausende Aktien hinweg aber was für einen Einfluss auf das benötigte Vermögen hat eine leicht höhere oder niedrigere Dividendenrendite? Schauen wir uns das ganze doch einmal im nächsten Abschnitt an.

Wie viel Dividende bekomme ich je nach Vermögen

Für die folgende Berechnung habe ich auf die von mir monatlich erstellte Dividendenaristokraten Liste zurückgegriffen. Die Liste enthält über 1.100 dividendenorientierte Aktien sowie viele der wichtigsten Dividendenkennzahlen.

Von all diesen Aktien habe ich mir angeschaut wie hoch die Dividendenrendite der 5% und 25% besten (im Sinne von höchster Dividendenrendite) und 5% und 25% schlechtesten (im Sinne von niedrigster Dividendenrendite) Aktien war und kam dabei ich zum folgendem Ergebnis der unterschiedlichen Dividendenrenditen.

Gruppe der DividendenaktienDividendenrendite
Oberen 5%5,43%
Oberen 25%3,25%
Unteren 25%1,39%
Unteren 5%0,59%
Die Tabelle zeigt die Dividendenrendite der oberen und unteren 5% und 25% der 1.100 wichtigsten Dividendenaktien an.

Falls ihr die Tabelle nicht direkt versteht, dann hier ein kleines Beispiel. Stellt euch vor ich habe die Dividendenrendite der 1.100 Aktien in meiner Liste alle der Größe nach geordnet. Wenn wir jetzt nur die oberen 25% betrachten, also die 25% Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, dann beträgt deren Dividendenrendite mindestens 3,25% bzw. 275 Aktien (25% von 1.100) mit der höchsten Dividendenrendite in dieser Liste haben eine Dividendenrendite von mindestens 3,25%.

Für die anderen Werte verhält es sich dann ähnlich, sodass man sagen kann, dass die unterschiedlichen Grenzwerte der Dividendenrendite guter Anhaltspunkte sind für tatsächlich mögliche Dividendenrenditen für ein Portfolio. Wer nur in Aktien mit sehr hoher Dividendenrendite investiert (Oberen 5%), der hat sehr wahrscheinlich eine Dividendenrendite auf sein gesamtes Portfolio von circa 5,43% und wer nur in Aktien mit geringer Dividendenrendite investiert (unteren 5%), der sollte zumindest eine Dividendenrendite von 0,59% auf sein gesamtes Portfolio haben.

In der folgenden Tabelle könnt ihr nun sehen mit wie viel monatlicher Dividende ihr rechnen könnt je nachdem wie groß euer Vermögen ist.

Vermögen / Dividenden-
rendite
0,59%1,39%3,25%5,43%
100.000 49,17   115,83   270,83   452,50   
250.000 122,92   289,58   677,08   1.131,25   
350.000 172,08   405,42   947,921.583,75   
500.000 245,83   579,17   1.354,172.262,50   
750.000 368,75   868,75   2.031,25   3.393,75   
1.000.000491,671.158,33  2.708,334.525,00   
Die Tabelle zeigt mit wie viel monatlicher Dividende man rechnen kann je nachdem wie groß das persönliche Portfolio ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Tabelle sind dabei:

  • Bei einem Aktienvermögen von 100.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 49,17 EUR bis 452,50 EUR rechnen.
  • Bei einem Aktienvermögen von 250.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 122,92 EUR bis 1.131,25 EUR rechnen.
  • Bei einem Aktienvermögen von 350.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 172,08 EUR bis 1.1583,75 EUR rechnen.
  • Bei einem Aktienvermögen von 500.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 245,83 EUR bis 2.262,50 EUR rechnen.
  • Bei einem Aktienvermögen von 750.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 368,75 EUR bis 3.393,75 EUR rechnen.
  • Bei einem Aktienvermögen von 1.000.000 EUR kann man mit einer monatlichen Dividende zwischen 491,97 EUR bis 4.525,00 EUR rechnen.

Bei diesen Spannen handelt es sich natürlich nur um die Extremwerte für den Fall, dass ihr eine überdurchschnittlich hohe bzw. überdurchschnittlich niedrige Dividendenrendite für euer Depot habt.

Die etwas realistischere Spanne ist die, wenn ihr lediglich die Dividendenrenditen für die oberen und unteren 25% benutzt bzw. die Werte für eine Dividendenrendite von 1,39% und 3,25% aus der Tabelle entnehmt.

Wie du das Ziel erreichen kannst, nur von Dividenden leben zu können

Wie schon oben erwähnt, hängt es natürlich stark von eurer persönlichen durchschnittlichen Dividendenrendite und euren monatlichen Kosten ab, wie viel Geld ihr benötigt, um nur von Dividendenzahlungen leben zu können.

Für das folgende Beispiel würde ich mich deswegen wieder auf den durchschnittlichen Deutschen aus dem ersten Abschnitt konzentrieren, der monatliche Ausgaben von 2.500 EUR hat und dessen persönliche Dividendenrendite auf sein aktuelles Portfolio 2,5% beträgt.

In diesem Fall benötigt man, wie oben schon berechnet, circa 1.250.000 EUR, um von seinen Dividendenzahlungen leben zu können. Wie realistisch ist es aber, dass man dieses Ziel während seines Lebens erreichen kann?

Im Detail habe ich diese Frage in meinem Artikel „Wie lange dauert es bis zur ersten Million“ erklärt. Dort könnt ihr gern alles über das Thema erfahren, aber ansonsten habe ich auch hier eine Kurzfassung für euch.

Nehmen wir einmal an, dass ihr gerade 30 Jahre alt seid und ihr euch entschieden habt ein Vermögen aufzubauen, sodass ihr (unter den oberen Rahmenbedingungen, 2.500 EUR Ausgaben im Monat und 2,5% Dividendenrendite) im Alter von 60 Jahren nur noch von euren Dividenden leben könnt.

Ihr habt also 30 Jahre Zeit, um ein Vermögen von 1.250.000 EUR aufzubauen aber was benötigt es dafür? Um das bestmögliche aus eurem Geld herauszuholen, beginnt ihr also damit jeden Monat etwas Geld am Aktienmarkt anzulegen und erhaltet dafür jedes Jahr eine durchschnittliche Rendite von 8%, was der historischen Durchschnittsrendite des breiten Aktienmarkts entspricht.

Wie viel Geld müsstet ihr nun jeden Monat sparen, um euer Ziel von 1.250.000 EUR in 30 Jahren zu erreichen? 919 EUR jeden Monat für die nächsten 30 Jahre!

Ist das machbar? Sicherlich, alles ist machbar, aber es ist für die meisten Menschen auch ein schwer zu erreichendes Ziel.

Denn die wenigsten Menschen in Deutschland sparen so viel Geld im Monat, wie ihr in der folgenden Tabelle sehen könnt (Quelle: Aktienbaum).

Monatliches NettoeinkommenMonatliche Sparquote (Median)Monatliche Ersparnisse (Median)
826 EUR-4,2%-37 EUR
1.142 EUR1,1%11 EUR
1.399 EUR5,7%83 EUR
1.630 EUR8,6%151 EUR
1.847 EUR11,9%260 EUR
2.070 EUR16,0%390 EUR
2.332 EUR20,2%565 EUR
2.659 EUR24,2%818 EUR
3.156 EUR29,1%1.204 EUR
4.219 EUR40,5%2.434 EUR
Die Tabelle zeigt wie hoch die monatliche Sparquote und die monatlichen Ersparnisse aller Haushalte in Deutschland ist in Abhängigkeit vom verfügbaren monatlichen Nettoeinkommen.

Nur circa 25% der Haushalte (nicht Menschen!) in Deutschland sparen so viel, um nach 30 Jahren ein Vermögen von 1.250.000 EUR angespart zu haben. Das soll euch jetzt nicht den Mut nehmen, aber es soll euch auch zeigen, wie schwer es ist ein Portfolio aufzubauen, das es einem ermöglicht nur von den Dividenden leben zu können.

Meine Berechnung hat auch noch keine Inflation oder Steuern berücksichtigt, sodass ihr de facto sogar noch mehr jeden Monat sparen müsstet, um dieses Ziel zu erreichen, aber bevor ihr jetzt den Kopf in den Sand steck, möchte ich euch noch einen Hinweis auf den Weg geben.

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Wie oben schon erwähnt, handelt es sich bei dieser Beispielrechnung nur um Annahmen für den Durchschnittsdeutschen. Habt ihr eine deutlich höhere Dividendenrendite als 2,5%, dann benötigt ihr natürlich auch ein kleines Gesamtportfolio, um eure Kosten durch die Dividenden abzudecken.

Gleiches gilt auch für die monatliche Sparrate. In dem Beispiel wurde nämlich unterstellt, dass ihr erst mit 30 Jahren mit dem Sparen anfangt aber solltet ihr bereits mit 25 oder sogar 20 anfangen, dann reduziert ihr damit die notwendige monatliche Sparrate deutlich.

Es gibt also viele Gründe, warum ihr es schaffen könnt, nur von Dividendenzahlungen zu leben aber es ist auch kein leichter Weg. Was allerdings nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen, hängt immer wieder vom Einzelfall ab weswegen ich euch nur empfehlen kann, das Ganze für euch einmal selbst durchzurechnen.

Wenn ihr wirklich als Ziel habt von euren Dividenden zu leben, dann solltet ihr euch auch einmal mit der Frage beschäftigen, was ihr tun müsst, um wirklich jeden Monat eine Dividendenzahlung zu erhalten. Wie das funktionieren kann, erkläre ich euch in diesem Artikel.

Übrigens wenn ihr noch Hilfe beim Sparen benötigt und nicht wisst, wo ihr noch ein paar Euro jeden Monat einsparen könnt, dann habe ich hier für euch 74 Tipps, um jeden Tag Geld zu sparen.

Den besten Spartipp, den ich euch aber geben kann, wenn ihr wirklich von Dividenden leben wollt, ist es einen günstigen Broker zu haben mit dem ihr günstig Aktien kaufen könnt bzw. euch die Ausführung eines Sparplans absolut nichts kostet. Ich nutze selbst Trade Republic weil man dort Aktien für nur einen Euro kaufen kann und das Angebot an kostenlosen sparplanfähigen Aktien und ETFs einfach unglaublich ist.

Wenn ihr ein Depot bei Trade Republic eröffnen wollt, dann könnt ihr das über diesen Link machen*. Das gibt euch Zugriff auf einen wirklich tollen Broker und ihr unterstützt gleichzeitig noch meine Arbeit, weil ich bei einer Depoteröffnung eine kleine Gebühr von Trade Republic bekomme (ohne, dass das ganze für euch teurer wird).

Warum du nicht nur auf eine hohe Dividendenrendite achten solltest

Nachdem ich im vorherigen Abschnitt erklärt habe, warum der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit durch Dividenden zwar möglich, aber schwer ist, bin ich mir ziemlich sicher zu wissen, was jetzt die meisten von euch denken.

Das obere Beispiel ist doch absolut realitätsfremd und wer investiert denn nur in Aktien mit einer Dividendenrendite von 2,5%? Wenn ich monatlich 2.500 EUR benötige, dann reichen mir bei 8% Dividendenrendite doch auch schon 375.000 EUR aus.

Das ist rein rechnerisch auch richtig, aber ich möchte euch dennoch davon abhalten die Abkürzung zu gehen und einfach nur noch in Aktien mit extrem hohen Dividendenrenditen zu investieren. Warum ich euch das nicht empfehlen kann, erkläre ich ganz genau in dem Artikel “Ist eine hohe Dividendenrendite gut oder schlecht?”. Dort könnt ihr alle Details nachlesen aber für alle anderen wieder hier die wichtigsten Punkte.

Aktien mit hoher Dividendenrendite haben in aller Regel auch

  • eine zu hohe Ausschüttungsquote
  • ein geringes Dividendenwachstum
  • keine lange Beständigkeit in ihrer jährlichen Dividendenzahlung

Was bedeutet das für euch? Eine zu hohe Ausschüttungsquote meint, dass das Unternehmen einen zu großen Teil ihrer Gewinne für Dividenden ausschüttet. Das führt in aller Regel dazu, dass dem Unternehmen nur noch wenig Geld für Wachstum übrigbleibt bzw. sich häufiger finanzielle Probleme bei dem Unternehmen entwickeln, die schlussendlich zum Aussetzen der Dividendenzahlung führen kann.

Hinzu kommt, dass eine hohe Dividendenrendite nur wenig Dividendenwachstum ermöglicht und das Wachstum der Dividende in aller Regel langfristig zum wirklichen Wachstum eurer monatlichen Dividendenzahlungen beiträgt und nicht die anfänglich hohe Dividendenrendite.

Ihr könntet also in ein Unternehmen wie Atos SE investieren, dass zwar eine Dividendenrendite von über 9% zahlt aber dafür die Dividende jährlich um weniger als 10% erhöht oder in ein Unternehmen wie Kearny Financials, dass zwar eine Dividendenrendite von nur 3% zahlt aber dafür die Dividende jährlich um fast 40% erhöht.

Wenn beide Unternehmen ihre Wachstumsraten beibehalten würden, dann würde Kearny Financials bereits nach fünf Jahren mehr Dividende auszahlen als Atos SE und das bei einer viel geringeren Ausschüttungsquote.

Der letzte Punkt, der gegen eine hohe Dividendenrendite spricht, ist die Tatsache, dass Unternehmen so eine hohe Dividendenrendite meist nicht langfristig halten können. Häufig kommt es dann dazu, dass Dividendenzahlungen ausgesetzt werden müssen, weil einfach kein Geld für eine weitere Dividende zur Verfügung steht.

Schaut euch einfach die folgende Grafik an. Dort seht ihr wie hoch die Dividendenrendite von über 1.100 Unternehmen ist und wie lang diese Unternehmen bereits ihre Dividende auszahlen.

Es ist dabei deutlich zu erkennen, dass umso höher die Dividendenrendite ist, desto geringer ist die durchschnittliche Anzahl an Jahren, in denen diese Unternehmen bereits in Folge eine Dividende ausgezahlt haben.

Lasst euch deswegen nicht verlocken von Versprechen von hohen Dividendenrenditen denn am Ende schadet ihr damit nur euch selbst und eurem Depot. Die Dividendenrendite hat einfach nicht die hohe Aussagekraft wie von vielen immer angenommen.

Warum man nicht nur auf die Dividende achten sollte

Man sollte der Dividende bzw. Dividendenrendite aber ohnehin auch nicht zu viel Fokus widmen, da sie am Ende nur ein Teil der Gesamtrendite eures Portfolios ist.

Der eigentliche Renditetreiber für euer Portfolio bleibt schlussendlich immer noch nur das Kurswachstum allein. Die Dividende ist lediglich eine Teilauszahlung der bisher erreichten Rendite, denn man sollte nie vergessen, dass eine Dividendenzahlung schließlich auch den Kurs der Aktie um den Wert der Dividende reduziert.

Am besten kann man das am Beispiel des DAX Kurs- bzw. Performanceindex sehen. Während der DAX Performanceindex die Renditeentwicklung inklusive Dividendenauszahlungen berücksichtig und Dividenden wieder reinvestiert, betrachtet der DAX Kursindex Dividendenzahlungen überhaupt nicht.

Im unteren Chart könnt ihr den Renditeverlauf beider Indizes für die letzten 10 Jahre sehen. Im Groben verlaufen beide Charts identisch allerdings nimmt der Abstand zueinander immer mehr zu, je weiter wir uns vom Anfangsjahr 2012 entfernen.

Orange der Verlauf des DAX Performanceindex und blau der Verlauf des DAX Kursindex. Ohne Dividenden hat der DAX in den letzten 10 Jahren lediglich eine Performance von circa 60% erzielt. Inklusive Dividenden und dem Re-Investieren der Dividenden lag die Performance im selben Zeitraum bei fast 116% bzw. circa dem Doppelten.

Man kann dabei deutlich erkennen, dass der DAX Performanceindex immer über dem Kursindex liegt. Das ist auch nicht verwunderlich, da der Performanceindex – wie oben erwähnt – Dividendenzahlungen mitberücksichtigt.

Ihr erkennt aber auch, dass der Hauptteil der Rendite von der Kursentwicklung bestimmt wird.

Kommen wir deshalb also wieder zurück auf die anfänglichen 1.250.000 EUR, die man benötigt, um bei 2,5% Dividendenrendite eine monatliche Dividendenzahlung von 2.500 EUR zu erhalten. Daran ändert sich soweit auch nichts aber in diesem Fall erhaltet ihr eben nicht nur 2.500 EUR monatlich an Dividende sondern euer Portfolio wird weiterhin auch Kurszuwächse (und natürlich auch Rückgänge) haben.

Die positiven Kurszuwächse könnt ihr ebenfalls benutzen, indem ihr sie euch monatlich auszahlt. Nehmen wir zum Beispiel an, dass der Aktienmarkt im Durchschnitt jedes Jahr um 8% wächst, was auch der historischen durchschnittlichen Rendite der meisten großen Aktienindizes entspricht.

In diesem Fall würden schon 375.000 EUR ausreichen, um monatlich 2.500 EUR zu erhalten. Ihr würdet 731,25 EUR in Form von Dividendenzahlungen erhalten und die restlichen 1.768,75 EUR könntet ihr euch durch die Kurszuwächse monatlich auszahlen.

Ich weiß, dass das natürlich nur ein sehr vereinfachtes Beispiel ist und keine Steuern, Inflation oder Volatilität der Rendite eures Portfolios berücksichtigt wurde, aber es soll euch doch ein Gefühl dafür geben, wie viel Einfluss die Kursentwicklung auf die Rendite eures Portfolios hat im Vergleich zu lediglich Dividendenzahlungen allein.

Wie du die richtigen Dividendenaktien findest

Solltet ich jetzt euer Interesse an Dividendenaktien geweckt haben, dann möchte ich euch gern noch einen kleinen Hinweis geben, wie ihr ganz leicht die richtige Dividendenaktie für euch finden könnt.

Mir fiel es nämlich immer schwer gute Dividendenaktien zu finden, da es einfach keine richtige Datenbank gab, die alle wichtigen Informationen zu den weltweiten Dividendenaktien leicht (und am besten auch kostenlos) zur Verfügung stellt.

Ich habe deswegen angefangen meine eigene Datenbank über Dividendenaktien aufzustellen, die ich monatlich aktualisiere und die ich jedem absolut gratis zur Verfügung stelle. Ihr könnt sie hier finden.

Die Liste ist für jeden frei zugänglich, ohne Newsletteranmeldung oder irgendwelche versteckte Kosten oder Abos. Ich habe die Liste einfach ursprünglich nur für mich entwickelt aber freue mich über jeden, den ich damit helfen kann.

Die große weltweite Dividenden Aristokraten Liste von Aktienbaum

Zugriff auf über 1.000 Dividendenaktien und deren wichtigsten Kennzahlen. Jeden Monat aktualisiert und absolut gratis.

Zur Liste

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In der Liste findet ihr über 1.100 weltweite Aktien die bekannt sind für ihre stetige Dividendenhistorie.

Ihr solltet aber nicht in jede dieser Aktien investieren, weil viele momentan keine guten Investments sind. Ich habe deswegen für mich die folgenden Kriterien zur Auswahl guter Dividendenaktien festgelegt:

  • Die Dividendenrendite sollte über 2% aber unter 6% liegen
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz: KGV) sollte größer 12 aber kleiner 25 sein
  • Das Unternehmen sollte bereits 10 Jahre in Folge die Dividende erhöht haben
  • Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum in den letzten drei Jahren sollte größer als 5% sein

Ihr könnt nach jedem dieser Kriterien in meiner Liste filtern, sodass ihr nach dem erfolgreichen Filtern eine Liste aller potentiellen guten Dividendenaktien haben solltet.

In dieser Liste schaue ich mir die besten Kandidaten noch einmal genauer an und suche nach vor allem günstigen Aktien mit idealerweise überdurchschnittlicher Dividendenrendite (also über 2,5%).

Mir ist die Dividendenrendite aber dabei nicht das Wichtigste, sondern viel mehr möchte ich Aktien mit einem guten Dividendenwachstum.

Eigentlich ist die Tabelle relativ selbsterklärend aber solltet ihr dennoch Fragen dazu haben, findet ihr unter dem Link zu der Liste auch noch zahlreiche Hinweise, wie ihr die Tabelle zu verwenden habt bzw. wo ihr welche Information finden könnt.

Ich bin auch immer über Hinweise dankbar also schreibt mir einfach eine Nachricht, wenn ihr Ideen habt, wie ich die Tabelle noch nützlicher machen kann.

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Was sind Dividendenkönige?


Als Dividendeninvestor hat man sicherlich schon einmal von dem Begriff „Dividendenaristokrat“ gehört aber nur die Wenigsten kennen auch die „Dividendenkönige“ und wer sich dahinter verbirgt. In diesem Artikel erkläre ich euch, welche Unternehmen diesen Titel tragen und ob es sinnvoll ist in deren Aktien zu investieren.

Als Dividendenkönige bzw. Dividend Kings bezeichnet man Aktien die bereits mindestens 50 Jahre in Folge eine Dividende auszahlen und sogar jährlich steigern. Anders als bei den Dividendenaristokraten beschränkt sich der Titel Dividendenkönige nicht nur auf Aktien des S&P 500 Index.

Dividendenkönig ist der höchste Titel, den eine Dividendenaktie erreichen kann indem sie 50 Jahre jedes Jahr eine Dividende zahlt und diese auch von Jahr zu Jahr anwächst. Welche Unternehmen weltweit zu diesem erlesenen Kreis gehören, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Das sind die weltweiten Dividendenkönige

Anders als bei dem Titel „Dividendenaristokraten“ gibt es für die Bezeichnung Dividendenkönige keine Einschränkung auf einen bestimmten Index. Jedes Unternehmen weltweit, dass seine Dividende bereits 50 Jahre in Folge ausgezahlt und erhöht hat, darf diesen Titel tragen.

Die folgende Tabelle zeigt euch alle Dividendenkönige, die es momentan weltweit gibt mit dem Zusatz, aus welchem Land das Unternehmen stammt und wie viele Jahre bereits eine Dividende ausgezahlt wurde.

UnternehmensnameTickerLandAnzahl Jahre an
Dividendenauszahlungen
AMERICAN STATES WATER COMPANYAWRUSA67
DOVER CORPORATIONDOVUSA66
GENUINE PARTS COMPANYGPCUSA65
NORTHWEST NATURAL HOLDING COMPANYNWNUSA65
THE PROCTER & GAMBLE COMPANYPGUSA65
PARKER-HANNIFIN CORPORATIONPHUSA65
EMERSON ELECTRIC CO.EMRUSA64
3M COMPANYMMMUSA63
CINCINNATI FINANCIAL CORPORATIONCINFUSA61
JOHNSON & JOHNSONJNJUSA59
THE COCA-COLA COMPANYKOUSA59
LANCASTER COLONY CORPORATIONLANCUSA59
LOWE’S COMPANIES, INC.LOWUSA59
COLGATE-PALMOLIVE COMPANYCLUSA58
ILLINOIS TOOL WORKS INC.ITWUSA58
NORDSON CORPORATIONNDSNUSA58
THE CITY OF LONDON INVESTMENT TRUST PLCCTYUK56
ALLIANCE TRUST PLCATSTUK55
THE BANKERS INVESTMENT TRUST PLCBNKRUK55
HORMEL FOODS CORPORATIONHRLUSA55
ABM INDUSTRIES INCORPORATEDABMUSA54
CALEDONIA INVESTMENTS PLCCLDNUK54
CALIFORNIA WATER SERVICE GROUPCWTUSA54
FEDERAL REALTY INVESTMENT TRUSTFRTUSA54
SJW GROUPSJWUSA54
STANLEY BLACK & DECKER, INC.SWKUSA54
TARGET CORPORATIONTGTUSA54
COMMERCE BANCSHARES, INC.CBSHUSA53
STEPAN COMPANYSCLUSA53
BMO GLOBAL SMALLER COMPANIES PLCBGSCUK52
H.B. FULLER COMPANYFULUSA52
BLACK HILLS CORPORATIONBKHUSA51
F&C INVESTMENT TRUST PLCFCITUK51
NATIONAL FUEL GAS COMPANYNFGUSA51
SYSCO CORPORATIONSYYUSA51
BRUNNER INVESTMENT TRUST PLC(THE)BUTUK50
W. W. GRAINGER, INC.GWWUSA50
LEGGETT & PLATT, INCORPORATEDLEGUSA50
MSA Safety IncorporatedMSAUSA50
PPG INDUSTRIES, INC.PPGUSA50
UNIVERSAL CORPORATIONUVVUSA50
Die Tabelle zeigt alle Unternehmen weltweit, die ihre Dividende schon seit 50 Jahren in Folge erhöht haben und somit den Titel „Dividendenkönig“ tragen.

34 der 41 weltweiten Dividendenkönige sind Unternehmen aus den USA. Lediglich 7 Dividendenkönige kommen aus Großbritannien. Das nächste Unternehmen außerhalb der USA und Großbritannien, dass den Titel erhalten könnte, ist das französische Minenunternehmen Osisko Gold Royalties.

Allerdings hat Osisko Gold Royalties lediglich erst eine Dividendenhistorie von 39 Jahren, sodass es noch mindestens 11 Jahre dauern wird, bis das erste Unternehmen außerhalb der USA und Großbritannien ein Dividendenkönig wird.

Nächstes Jahr könnten übrigens fünf weitere Unternehmen in den Kreis der Dividendenkönige hinzukommen, da sie bereits 49 Jahre lang eine Dividende auszahlen und regelmäßig erhöhen. Die folgende Tabelle zeigt euch, welche Unternehmen nächstes Jahr den Titel erhalten könnten.

UnternehmensnameTickerLandAnzahl Jahre an
Dividendenauszahlungen
NUCOR CORPORATIONNUEUSA49
S&P Global Inc.SPGIUSA49
WALMART INC.WMTUSA49
JPMORGAN CLAVERHOUSE INVESTMENT TRUST PLCJCHUK49
MURRAY INCOME TRUST PLCMUTUK49
Die Tabelle zeigt alle Unternehmen weltweit, die ihre Dividende schon 49 Jahren in Folge erhöht haben und somit den Titel „Dividendenkönig“ nächstes Jahr erhalten könnten.

Was ist der Unterschied zwischen Dividendenkönigen und Dividendenaristokraten?

Ich habe es zu Beginn schon erwähnt, dass es neben den „Dividendenkönigen“ auch die viel bekanntere Bezeichnung „Dividendenaristokraten“ gibt. Aber worin unterscheiden sich die beiden Titel denn nun eigentlich.

Dividendenkönige sind alle Unternehmen, die bereits 50 Jahre in Folge ihre Dividende jedes Jahr erhöhen und zahlen. Im Gegensatz dazu sind Dividendenaristokraten lediglich all die Unternehmen des S&P 500 Index, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr in Folge gesteigert haben.

Anders als bei den Dividendenkönigen ist der Titel der Dividendenaristokraten somit eigentlich nur auf Aktien des amerikanischen S&P 500 Index begrenzt. Mittlerweile hat der Begriff aber eher eine allgemeinere Bedeutung und bezieht sich auf alle Unternehmen, die ihre Dividende bereits seit mindestens 25 Jahren gesteigert haben.

Bezieht man nur Unternehmen des S&P 500 Index ein, dann gibt es momentan lediglich 65 Aktien, die den Titel „Dividendenaristokrat“ tragen. Weltweit gibt es allerdings aktuell 186 Unternehmen, die ihre Dividende bereits mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben.

In Deutschland gibt es keinen Dividendenkönig aber dafür zwei Dividendenaristokraten. Fresenius SE & Co. KGaA hat seine Dividende bereits seit 29 Jahren in Folge gesteigert und Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA bereits seit 25 Jahren.

Sollte man in Dividendenkönige investieren?

So ein Titel ist natürlich ganz toll zur Bewerbung einer Aktie aber die viel wichtigere Frage für einen Investor ist doch, ob es sich denn lohnt in Aktien zu investieren, die einen so starken Fokus auf ihre Dividende legen.

Ich habe diese Frage im Detail in meinem Artikel „Ist eine Dividendenstrategie sinnvoll?“ beantwortet also lest euch den Artikel unbedingt durch, wenn ihr es ganz genau wissen wollt. Für alle andere habe ich hier aber auch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.

Dividendenaktien konnten im Zeitraum von 1973 bis 2021 eine durchschnittliche Rendite von 10,68% pro Jahr erzielen während Nicht-Dividendenaktien im selben Zeitraum lediglich eine durchschnittliche Rendite von 4,79% pro Jahr erzielt haben.

Das mag auf den ersten Blick ein wenig überraschend sein, da man bei Nicht-Dividendenaktien doch immer erst einmal an Unternehmen wie Google oder Amazon denkt und die schließlich eine deutlich überdurchschnittliche Rendite in diesem Zeitraum erzielt haben.

Die Wahrheit ist aber, dass Google, Amazon oder auch Facebook deutliche Ausreißer sind. Die Mehrheit der Unternehmen, die keine Dividende zahlen oder ihre Dividendenzahlung ausgesetzt haben, erzielten nur eine unterdurchschnittliche Rendite, weswegen langfristig Dividendenaktien im Durchschnitt eine bessere Rendite erzielt haben.

Genauer könnt ihr das übrigens in der folgenden Tabelle sehen, die euch die durchschnittliche Rendite von Aktien zeigt, je nachdem wie ihre Dividendenpolitik ausfiel.

DividendenpolitikDurchschnittliche JahresrenditeDurchschnittliche Standardabweichung
Dividendenzahlung wird regelmäßig erhöht10,68%16,02%
Dividendenzahlung wird konstant gehalten9,60%16,78%
Keine Dividendenzahlung4,79%22,02%
Dividendenzahlung wurde gekürzt bzw. eingestellt-0,46%24,96%
Alle Aktien8,2%17,64%
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Jahresrendite und die durchschnittliche Standardabweichung von Aktien des S&P 500 Index je nach deren Dividendenpolitik.

Schlimmer als gar keine Dividende zu zahlen ist demnach nur noch die bisherige Dividende zu kürzen oder einzustellen. Unternehmen, die langfristig immer wieder eine Dividende zahlen, erzielten in der Vergangenheit aber die beste durchschnittliche Jahresrendite.

Das Besondere ist dabei aber, dass Dividendenaktien diese Überrendite gleichzeitig auch mit geringerem Risiko (hier ausgedrückt durch die Standardabweichung) erzielt haben als Nicht-Dividendenaktien, was Dividendenkönige somit nur umso wertvoller macht.

Wenn ihr mit dem Begriff der Standardabweichung nichts anfangen könnt, dann empfehle ich euch diesen Artikel von mir, indem ich genau erkläre, wie man das Risiko einer Aktie messen kann.

Die Vor- und Nachteile von Dividendenaktien

Neben der überdurchschnittlichen Rendite haben Dividendenaktien und insbesondere Dividendenkönige aber auch noch andere Vorteile bzw. auch einige Nachteile. Welche das sind, könnt ihr in den folgenden zwei Listen sehen.

Die Vorteile von Dividendenkönigen sind:

  • Dividendenaktien haben in den letzten 50 Jahren eine bessere durchschnittliche Jahresrendite erzielt als Nicht-Dividendenaktien
  • Regelmäßige Dividendenzahlungen erzeugen einen stetigen Cashflow für neue Investments
  • Ein Großteil der Rendite eines Portfolios wird durch die Dividende generiert
  • Dividendenkönige können nur Unternehmen mit solidem Geschäftsmodel und stabilen Finanzen werden, sodass Dividendenkönige in der Regel auch solide Investitionen sind
  • Das Investieren in Dividendenkönigen und Dividendenaristokraten ist eine stressfreie Anlagestrategie
  • Dividendenkönige schütten ihre Dividenden unabhängig von ihrer Aktienkursentwicklung aus

Wenn ihr gern mehr zu jedem dieser einzelnen Vorteile erfahren wollt, dann könnt ihr das in meinem Artikel hier nachlesen.

Ich möchte Dividendenaktien aber nicht besser darstellen als sie sind. Auch diese Art von Aktien hat einige Nachteile, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Die Nachteile von Dividendenkönigen sind:

  • Es gibt nur wenige Dividendenkönige weltweit, sodass ein zu starker Fokus auf diese Aktien den Anlagehorizont stark einschränkt
  • Steuerlich betrachtet ist eine Dividendenstrategie nachteilig im Vergleich zu Buy-and-Hold.
  • Eine Dividendenstrategie klingt zwar absolut passiv aber dennoch müssen die Dividendenzahlungen regelmäßig überwacht werden
  • Eine zu hohe Dividendenrendite führt in der Regel zu zukünftigen Kursverlusten
  • Dividendenzahlungen haben einen negativen Effekt auf den Aktienkurs, wie ich euch hier im Detail erkläre
  • Es gibt planungssichere Cashflow-Strategien als Dividendenaktien

Wenn ihr gern mehr zu jedem dieser einzelnen Nachteile erfahren wollt, dann könnt ihr das in meinem Artikel hier nachlesen.

Wie viel Dividendenrendite ist normal?

Ich habe es bereits bei den Nachteilen von Dividendenkönigen erwähnt, dass man sich bei einer Dividendenstrategie nicht zu sehr auf eine hohe Dividendenrendite fokussieren sollte, da das häufig mit einem schlechten Unternehmen bzw. einer schlechten zukünftigen Aktienentwicklung einhergeht.

Das liegt in der Regel daran, dass eine hohe Dividendenrendite häufig mit einer hohen Ausschüttungsquote, einem geringem Dividendenwachstum und nur einer kurzen Beständigkeit der Dividendenzahlungen einhergeht. Warum das so ist, erkläre ich genau in diesem Artikel. Ihr solltet ihn euch unbedingt durchlesen, wenn ihr mehr über diese Zusammenhänge verstehen wollt.

Um euch aber eine grobe Richtung für eine “normale” Dividendenrendite zu geben, an der ihr euch in Zukunft orientieren könnt, habe ich über 1.100 dividendenorientierte Aktien analysiert, um zu überprüfen was die durchschnittliche Dividendenrendite, Dividendenwachstumsrate und Ausschüttungsquote ist.

Meine ganze Analyse könnt ihr hier nachlesen aber für alle anderen habe ich hier auch die wichtigste Erkenntnis.

AktienauswahlØ Dividenden-
rendite
Ø AusschüttungsquoteØ Dividendenwachstum
in % p.a.
Alle Dividendenaktien2,50%25,85%7,15
Nur Dividendenaristokraten2,41%19,98%5,97
Nur Dividendenkönige2,17%30,18%5,23
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Dividendenrendite, Ausschüttungsquote und Dividendenwachstumsrate für Dividendenaktien, Dividendenaristokraten und Dividendenkönigen.

Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt bei 2,5% pro Jahr. Dividendenaristokraten haben eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,41% und die durchschnittliche Dividendenrendite von Dividendenkönigen liegt bei 2,17%.

Ihr seht dabei, dass eine “normale” Dividendenrendite zwischen 2 bis 3% liegt und das die durchschnittliche Rendite sogar leicht abnimmt, je länger ein Unternehmen bereits seine Dividende in Folge gesteigert hat.

Wie man Dividendenkönige leicht finden kann

Solltet ich jetzt euer Interesse an Dividendenaktien und im speziellen Dividendenkönigen geweckt haben, dann möchte ich euch gern noch einen kleinen Hinweis geben, wie ihr ganz leicht die richtige Dividendenaktie für euch finden könnt.

Mir fiel es nämlich immer schwer gute Dividendenaktien zu finden, da es einfach keine richtige Datenbank gab, die alle wichtigen Informationen zu den weltweiten Dividendenaktien leicht (und am besten auch kostenlos) zur Verfügung stellt.

Ich habe deswegen angefangen meine eigene Datenbank über Dividendenaktien aufzustellen, die ich monatlich aktualisiere und die ich jedem absolut gratis zur Verfügung stelle. Ihr könnt sie hier finden.

Die Liste ist für jeden frei zugänglich, ohne Newsletteranmeldung oder irgendwelche versteckte Kosten oder Abos. Ich habe die Liste einfach ursprünglich nur für mich entwickelt aber freue mich über jeden, den ich damit helfen kann.

Die große weltweite Dividenden Aristokraten Liste von Aktienbaum

Zugriff auf über 1.000 Dividendenaktien und deren wichtigsten Kennzahlen. Jeden Monat aktualisiert und absolut gratis.

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In der Liste findet ihr über 1.100 weltweite Aktien inklusive aller Dividendenkönige und Dividendenaristokraten.

Ihr solltet aber nicht in jede dieser Aktien investieren, weil viele momentan keine guten Investments sind. Ich habe deswegen für mich die folgenden Kriterien zur Auswahl guter Dividendenaktien festgelegt:

  • Die Dividendenrendite sollte über 2% aber unter 6% liegen
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (kurz: KGV) sollte größer 12 aber kleiner 25 sein
  • Das Unternehmen sollte bereits 10 Jahre in Folge die Dividende erhöht haben
  • Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum in den letzten drei Jahren sollte größer als 5% sein

Ihr könnt nach jedem dieser Kriterien in meiner Liste filtern, sodass ihr nach dem erfolgreichen Filtern meiner Liste aller potentiellen guten Dividendenaktien haben solltet.

In dieser Liste schaue ich mir die besten Kandidaten noch einmal genauer an und suche nach vor allem günstigen Aktien mit idealerweise überdurchschnittlicher Dividendenrendite (also über 2,5%).

Mir ist die Dividendenrendite aber dabei nicht das Wichtigste, sondern viel mehr möchte ich Aktien mit einem guten Dividendenwachstum.

Eigentlich ist die Tabelle relativ selbsterklärend aber solltet ihr dennoch Fragen dazu haben, findet ihr unter dem Link zu der Liste auch noch zahlreiche Hinweise, wie ihr die Tabelle zu verwenden habt bzw. wo ihr welche Information finden könnt.

Ich bin auch immer über Hinweise dankbar also schreibt mir einfach eine Nachricht, wenn ihr Ideen habt, wie ich die Tabelle noch nützlicher machen kann.

Long Put oder Short Selling – Was ist besser?


Der Kauf einer Put Option ermöglicht Gewinne, wenn der Kurs des Underlyings fällt. Somit ähnelt ein Long Put sehr dem Leerverkaufen bzw. Short Selling von Aktien. Aber ist evtl. eine der beiden Methoden besser als die andere? Ich erkläre es euch genau.

Der Long Put und das Leerverkaufen von Aktien sind beide gut geeignete Strategien, um auf fallende Kurse einer Aktie zu setzen. Der Long Put ist besonders dann sinnvoll, wenn man von größeren Kursrückgängen ausgeht, während das Short Selling eher bei moderaten Kursrückgängen geeignet ist.

Die maximale Rendite ist bei einem Long Put höher als beim Short Selling allerdings muss bei der Put Option der Kurs auch stärker fallen, um überhaupt einen Gewinn zu erzielen. Weshalb das aber nicht der einzige Grund ist, warum sich ein Long Put von einem Leerverkauf unterscheidet, erfahrt ihr in den nächsten Abschnitten.

Bevor ich allerdings beginne, möchte ich noch darauf hinweisen, dass dieser Artikel voraussetzt, dass ihr wisst, was ein Long Put bzw. ein Leerverkauf ist. Wenn ihr erst mehr darüber erfahren wollt, dann könnt ihr gern hier mehr über den Long Put nachlesen.

Der Long Put

Um die Unterschiede zwischen dem Long Put und dem Short Selling besser verstehen zu können, schauen wir uns beide Strategien einmal am selben Beispiel an.

Stellen wir uns vor die ABC Aktie liegt momentan bei 50 EUR und eine Put Option mit Strike von 50 EUR kostet 5 EUR. Fällt der Kurs der ABC Aktie in diesem Fall dramatisch, macht der Käufer der Put Option einen Gewinn, weil er die Aktie günstig am Markt einkaufen kann und über sein Optionsrecht zu 50 EUR wieder verkaufen kann.

Sollte der Kurs der ABC Aktie aber steigen, dann übt ihr einfach eure Option nicht aus und euer maximaler Verlust ist lediglich die zu Beginn gezahlte Optionsprämie von 5 EUR.

Das Auszahlungsprofil einer Long Put Option bei Laufzeitende.

Theoretisch ist der Gewinn des Optionskäufers begrenzt, weil der Wert einer Aktie natürlich nicht unter null Euro fallen kann bzw. es allgemein schon schwierig ist, dass eine Aktie nur noch genau null Euro wert ist, wie ich in diesem Artikel erkläre.

In der Praxis spielt das aber keine Rolle, denn relativ betrachtet kann der Käufer der Option immer noch riesige Renditen erzielen, da er ja schließlich nur die 5 EUR zu Beginn einsetzen musste aber demgegenüber Gewinne von bis zu 50 EUR gegenüberstehen.

Der Leerverkauf 

Beim Leerverkauf leiht man sich Aktien von einer anderen Partei und verkauft diese am Markt, ohne dass man selbst Eigentümer dieser Aktien ist. Fällt der Kurs der Aktien dann, dann kauft man sie zum aktuellen Marktpreis zurück und gibt sie dann demjenigen zurück, von dem man die Aktien geliehen hat.

Liegt der Kurs der ABC Aktie momentan bei 50 EUR, dann kann ich mir die Aktie also von jemand anderem leihen und sie zu 50 EUR verkaufen. Ich erhalte in dem Fall 50 EUR und fällt der Kurs dann auf 40 EUR, kann ich die Aktien zu 40 EUR zurückkaufen und habe somit einen Gewinn von 10 EUR erzielt.

Das Auszahlungsprofil eines Short Sells bzw. Leerverkauf.

Im Gegensatz zum Long Put wird beim Short Selling bzw. Leerverkaufen allerdings erwartet, dass der Short Seller – je nach Broker – circa 50% des Wertes der zu verkaufenden Aktien als Margin hinterlegt hat.

Im oberen Beispiel muss der Short Seller somit 25 EUR als Sicherheit hinterlegen, während es beim Long Put lediglich 5 EUR für die Optionsprämie waren.

Allerdings hat der Short Seller einen Vorteil, wenn sich der Kurs der zugrundeliegenden Aktie lediglich leicht verändert, da er dann nicht (anders als beim Long Put, wo man in diesem Fall die gesamte Optionsprämie verliert) sein gesamtes Investment verliert.

Sollte der Kurs des Underlyings allerdings extrem stark ansteigen, dann besteht beim Short Seller sogar das Risiko, dass er mehr Geld verliert, als er ursprünglich (in unserem Fall 25 EUR) eingesetzt hat. 

Theoretisch betrachtet ist das Verlustrisiko beim Leerverkaufen sogar unendlich, da der Aktienkurs nach oben keine Grenzen hat, während das Risiko beim Long Put nur auf die anfänglich bezahlte Optionsprämie beschränkt ist.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Long Put und dem Short Selling ist dann noch der Umgang mit Dividenden. Der Short Seller ist nämlich verpflichtet die Dividenden der zugrundeliegenden Aktien an denjenigen zu zahlen, der ihm die Aktien geliehen hat, während der Käufer der Put Option diese Pflicht nicht hat.

Der finale Vergleich

Ihr habt sicherlich schon mitbekommen, dass der Long Put und das Leerverkaufen einer Aktie unterschiedlich gut und schlecht je nach Marktbewegung sind. In welcher Marktsituation die beiden Strategien am besten bzw. am schlechtesten abschneiden, könnt ihr in der nachfolgenden Tabelle sehen. 

Ich habe euch jeweils immer den absoluten Gewinn und den relativen Gewinn in Klammern in der Tabelle eingetragen.

Kurs der ABC Aktie bei LaufzeitendeGewinn / Verlust bei Leerverkauf der ABC AktieGewinn / Verlust bei Long Put auf ABC Aktie
20 EUR+ 30 EUR (+120%)+ 25 EUR (+500%)
30 EUR+ 20 EUR (+80%)+ 15 EUR (+300%)
40 EUR+ 10 EUR (+40%)+5 EUR (+100%)
45 EUR+ 5 EUR (+20%)+ / – 0 EUR (0%)
48 EUR+ 2 EUR (+8%)– 3 EUR (-60%)
50 EUR+/- 0 EUR (0%)– 5 EUR (-100%)
60 EUR– 10 EUR (-40%)– 5 EUR (-100%)
75 EUR– 25 EUR (-100%)– 5 EUR (-100%)
100 EUR– 50 EUR (-200 %)– 5 EUR (-100%)
Die Tabelle zeigt den Gewinn und Verlust für den Leerverkauf einer Aktie und einen Long Put auf dieselbe Aktie bei Laufzeitende für das obere Beispiel.

Ob es also sinnvoller ist, einen Long Put auf eine Aktie zu schreiben oder die Aktie leerzuverkaufen, hängt im Wesentlich von eurer Markterwartung ab. Geht ihr von einem starken Abfall des Kurses aus, dann ist ein Long Put sinnvoller.

Erwartet ihr allerdings nur einen moderaten Kursrückgang, dann erzielt ihr mit dem Short Selling der Aktie eine bessere Rendite.

Das Auszahlungsprofil einer Long Put Option im Vergleich zu einem Short Sell.

Ebenso verhält es sich mit dem Risiko beider Strategien. Während der Long Put schon viel früher einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals erleidet, hat der Leerverkauf einer Aktie etwas mehr Spielraum, sollte ein Trade gegen euch laufen.

Wo und wie kann man Leerverkäufe tätigen

Die meisten wissen sicherlich schon, wo und wie sie Long Puts kaufen können. Auch wenn ich es euch nicht empfehle (siehe Optionsschein vs. Optionen), kann man diese Strategie nämlich relativ einfach mithilfe von Optionsscheinen nachbilden.

Spätestens beim Leerverkaufen von Aktien benötigt ihr dann aber doch einen professionellen Broker. Mir sind momentan nur drei Broker in Deutschland bekannt, die Leerverkäufe ermöglichen. Das wären Banx Broker, Cap Trader und Lynx Broker. 

Ich selbst nutze Banx Broker allerdings sollte ich fairerweise auch erwähnen, dass ich in aller Regel Aktien nicht leerverkaufe, sondern nur auf den Handel mit Optionen spezialisiert bin. Banx Broker ist aber auch so ein spitzen Broker, weil er zum einen den Handel mit Optionen ermöglicht und zum anderen sehr günstige Konditionen für Aktien hat. 

Wenn ihr gern mehr erfahren wollt, wie man mithilfe von BANX Broker (bzw. auch Cap Trader und Lynx Broker, da alle drei dieselbe Software im Hintergrund nutzen) Aktien Leerverkaufen kann, dann solltet ihr euch diesen Artikel von mir durchlesen, indem ich euch Schritt-für-Schritt durch den Prozess führe.